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    Zell: Ein Dorf feiert seine neue Mitte

    Zell hat jetzt eine „Neue Mitte“ und allen Grund zum Feiern - nach neunmonatiger Bauzeit.

    Promis bei der Einweihung der Neuen Mitte Zell: (hinten, von links) Geschäftsführer Tobias Schneider (Firma Arz), Baudir... Foto: Gideon Zoryiku

    Zell hat jetzt eine „Neue Mitte“ und allen Grund zum Feiern. Eine neunmonatige Bauzeit mit vielen Neuerungen liegt hinter der Gemeinde. Dabei herausgekommen ist eine neue Dorfmitte mit Markt im Ortskern, die am Freitagnachmittag mit vielen Polit-Promis eingeweiht wurde. Der große Anklang der teilnehmenden Bürger zeigte die Freude über die Fertigstellung.

    Nicht wiederzuerkennen

    Nicht wiederzuerkennen ist der Platz vor dem Edeka-Markt in der Fahrmannstraße. Die Neugestaltung des Dorfplatzes ist mit dem Bau eines kleinen Marktplatzes mit Bäumen und Sitzmöglichkeiten, einem Trinkwasserbrunnen, einem Infoterminal, einem neu gepflasterten Platz für den Bauernmarkt und einer Elektro-Tankstelle quasi das i-Tüpfelchen auf die Gestaltung der „Neuen Mitte Zell“ - vorerst.

    Die

    Mit Cafés und Einkaufsmöglichkeiten

    Neue Mitte ist ein Standort, wo es bereits Cafés und Einkaufsmöglichkeiten gibt, also dort, wo die Menschen im Alltag auch zusammenkommen. Die Fußgänger haben mehr Raum erhalten und damit auch mehr Sicherheit. Bisher war der Bereich von an- und abfahrenden Autos geprägt. Nun soll er geprägt sein von Begegnung und Kommunikation.

    Großes Ziel bei der Maßnahme sei gewesen, „die Aufenthaltsattraktivität im Herzen unserer Gemeinde“ zu erhöhen und den Bereich an der Fahrmannstraße zu einem „echten Treffpunkt“ für die Bürger und für Besucher zu machen, hob Bürgermeisterin Anita Feuerbach (CSU) hervor. Sie äußerte die Hoffnung, dass hier ein neues, anderes Leben stattfinden kann.

    Dieser Wunsch der Bürgermeisterin kann tatsächlich erfüllt werden, wenn alle tatkräftig mitwirken. Deshalb appellierte Feuerbach eindringlich an alle, ihre Autos nicht auf dem Platz oder längs der Straße zu parken. „Parken ist hier nicht erlaubt. Es ist anderweitig ausreichend Parkraum vorhanden!“ Die Bürgermeisterin zeigte sich erfreut darüber, dass die „Neue Mitte“ gut zur Geltung komme und bereits jetzt schon viel gelobt werde. Nicht nur die Zeller würden sich hier aufhalten und miteinander plauschen. Im Gegenteil. Man möchte auch Besucher, ob zu Fuß, mit dem Auto oder Fahrrad, zum Aufenthalt einladen. „Ich bin mir sicher, dass dies viele tun werden. Dabei können sie sich am Trinkwasserbrunnen laben und am digitalen Terminal informieren.“

    Auf die digitale Errungenschaft ist die Ratshauschefin besonders stolz. Die Informationen des Terminals sind nach modernsten Möglichkeiten erstellt. Die Nutzer können einen komplett neuen Blick auf Zell werfen, bekommen mediendidaktisch aufbereitete Kurzinformationen über die Gemeinde und Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen. Als weiteres Highlight habe die Gemeinde in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Würzburg ab sofort eine Elektro-Tankstelle. Damit möchte man die Entwicklung zum E-Fahrzeug unterstützen, so Feuerbach.

    Nach ihren Worten hat der Prozess der „Neuen Mitte“ mit der Erstbebauung des Klostergartens in den 1970er Jahren begonnen. Er sei nun mit der Stärkung der Aufenthaltsqualität fortgeführt worden. Aber die Gemeinde sei noch nicht am Ende der Überlegungen. Demnach soll Zell seine Identität behalten, seine Geschichte erzählen und alle Ortsbereiche einbeziehen. „Wir, die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, denken deshalb weiter.“ Denn mit einer guten Infrastruktur und schönen Wohngebieten allein sei es nicht getan. Alt und Neu soll verbunden werden oder verbunden bleiben.

    Deshalb habe der Gemeinderat im letzten Jahr eine Rahmenplanung für die öffentlichen Grünbereiche zwischen Schützenhaus und Pfaffsmühle, zwischen dem Main und der Neuen Mitte als Bindeglied zum Altortbereich in Auftrag gegeben und die Grobplanung beschlossen. Ausgehend von dieser „vitalen Mitte“ möchte man die Aufenthaltsmöglichkeiten ausweiten und damit eine Verbindung über Judenhof und Klosterhof zum Altort schaffen. Als Erstes soll hier, auf der Wiese hinter der Mauer, noch ein attraktiver Spielbereich entstehen, kündigte Bürgermeisterin Feuerbach an. Weiterhin werde momentan ein einheitliches Beschilderungskonzept erarbeitet - für den Innerort und längs des Radwegs.

    Seit der Aufnahme in die Städtebauförderung im Jahr 1997 als Einzelvorhaben und seit 2005 als Gesamtmaßnahme wird die Gemeinde bei Sanierungsmaßnahmen aus dem Programm finanziell unterstützt. Laut Baudirektor Bernhard Wägelein von der Regierung von Unterfranken konnten insgesamt bisher 1,6 Millionen Euro bereitgestellt werden. Die Sanierung der Fahrmannstraße sei ein gelungener Beitrag der Gemeinde in ihren Bemühungen, ihre neue Ortsmitte aufzuwerten und ihre Attraktivität zu steigern. Die Maßnahme war mit Gesamtkosten von 688 400 Euro veranschlagt, konnten 328 800 Euro als zuwendungsfähig und Zell bei einem Fördersatz von 60 Prozent ein Zuschuss in Höhe von 197 200 Euro aus dem Bayerischen Städtebauförderungsprogramm bewilligt werden, so Wägelein.

    Trotz dieser nicht unerheblichen Förderung durch den Bund und den Freistaat Bayern bleibe der Gemeinde immer noch ein großer Eigenanteil, den es zu stemmen gelte. „Dies verdient Respekt und Anerkennung.“ Als Schmuckstück haben unter anderem die stellvertretende Landrätin Christine Haupt-Kreutzer (SPD), Bundestagsabgeordneter Paul Lehrieder (CSU) und Stadtplaner Prof. Martin Schirmer die neue Dorfmitte tituliert. Sie äußerten die Hoffnung, dass der Platz für die Zeller Bürger ein Stück Wohnzimmer wird. Glückwünsche überbrachten auch Tobias Schneider von der Würzburger Firma Arz und Thomas Schäfer, Chef der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH.

    An der Einweihung nahmen auch die Bürgermeister aus den ILEK-Gemeinden teil. Den kirchlichen Segen erteilten der evangelische Pfarrer Peter Fuchs und der katholische Diakon Rudolf Haas. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von promusica. Im Anschluss daran fand ein gemütliches Beisammen in der neuen Dorfmitte statt.

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