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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA, MÄNNER

    Die Wölfe zeigen sich fokussiert

    Der Doppelspieltag kann die Kandidaten auf den Aufstiegsplätzen kräftig durcheinanderwirbeln.

    Im Hinspiel unterlagen die Wölfe (im Bild: Patrick Schmidt #17 und Jan Schäffer #15) in Bietigheim mit 25:20. Das soll s... Foto: Marco Wolf

    DJK Rimpar Wölfe – SG BBM Bietigheim
    (Freitag, 21. April 2017, 20 Uhr, s. Oliver Arena)

    HSG Konstanz – DJK Rimpar Wölfe
    (Sonntag, 23. April 2017, 18 Uhr, Schänzle-Sporthalle)

     Die SG BBM Bietigheim steht im Finale des europäischen Wettbewerbs um den EHF-Pokal, spielt noch um den DHB-Pokal mit, und auch ihre erste deutsche Meisterschaft ist den Schwaben kaum noch zu nehmen. Rimpars Zweitliga-Handballer treffen zum Auftakt des Doppelspieltages am Freitagabend, 21. April 2017, in der s.Oliver Arena also auf einen klangvollen Namen, auch wenn die jüngsten Erfolge den Frauen im Verein zugeschrieben werden dürfen.

    Doch auch die Männersparte aus der Kreisstadt Bietigheim-Bissingen braucht sich nicht zu verstecken; sie belegt aktuell mit 43:17 den zweiten Platz in der zweiten Handball-Bundesliga und würde – Stand heute – dorthin zurückkehren, wo sie sich schon in der Saison 2014/15 ein Jahr mehr schlecht als recht verkauft hat: in die erste Liga. Noch sind es allerdings acht Spieltage bis zum Saisonende – und die Konkurrenz aus Hüttenberg (3.

    /41:17) und Rimpar (4./41:19) sitzt der SG BBM im Nacken. Schon am Sonntagabend, 23. April 2017, könnten die Kandidaten auf den Aufstiegsplätze durcheinandergewirbelt sein.



    Wird Hüttenberg zum lachenden Dritten?

    Während die Wölfe dann in Konstanz gespielt haben werden, müssen die Bietigheimer noch daheim gegen die SG Leutershausen antreten. Hüttenberg spielt am Freitagabend, 21. April 2017, bei eben jenen akut abstiegsgefährdeten Leutershausenern – und empfängt zum Abschluss den so gut wie abgestiegenen TV Neuhausen. Die Mittelhessen könnten also im Rennen um die Aufstiegsplätze zum lachenden Dritten werden – zumindest für den Moment.

    Denn entschieden sein wird nach diesem Doppelspieltag noch rein gar nichts. Während Rimpars Trainer Matthias Obinger schon beide Partien im Blick haben muss, stellt er seine Mannschaft zunächst nur auf das Heimspiel gegen Bietigheim ein: „Ich habe bei meinen Spielern zuletzt eine große Fokussierung auf die jeweils kommende Aufgabe festgestellt, ohne dass dabei der Spaß zu kurz gekommen ist. Deshalb bin ich vor diesem Wochenende sehr zuversichtlich.“ Schon die Bietigheimer Männer werden den Wölfen heute Abend vermutlich alles abverlangen. In den fünf bisherigen Aufeinandertreffen mit den Schwaben gab es für die Rimparer noch keinen einzigen Sieg, ja nicht einmal einen Punkt.

    Obinger: "Ich freue mich auf dieses Spitzenspiel"

    Dennoch sagt Obinger: „Ich freue mich auf dieses Spitzenspiel und die vielen Zuschauer im Rücken. Sie werden uns tragen. Gleichzeitig müssen wir besonnen und klug agieren.“ Dass seine Sieben verkrampft, glaubt der DJK-Trainer nicht. Und fürwahr: Wer dem Tabellenführer aus Nettelstedt ein Remis abringt und bei den heimstarken Eisenachern nach einem Halbzeit-Rückstand mit 25:22 obsiegt, der braucht vor niemandem in Angststarre zu verfallen – zumal der Tabellenzweite seit Wochen eher wechselhafte Leistungen abruft.

    Was das Team von Hartmut Mayerhoffer mit seinem schnellen Tempospiel und dem wurfgewaltigen Rückraum allerdings stets zustande bringt, sind reichlich Tore: Die untere Schwelle liegt bei 23 erzielten Treffern (auswärts bei TuS N-Lübbecke), die obere bei 38 (daheim gegen Rostock). Im Schnitt trifft Bietigheim 28,6 Mal. Zum Vergleich: Der Rimparer Wert liegt bei 26,9 Toren pro Partie (Minimum: 17 in Lübbecke, Maximum: 32 gegen Rostock und Wilhelmshaven).

    Kann Rimpar wieder mit starker Abwehrarbeit glänzen?

    Das heißt nicht allzu viel, denn die Differenz von 1,7 Toren ließe sich durch eine starke Abwehrarbeit locker aufholen – und gerade in diesem Mannschaftsteil haben die Rimparer in den Duellen mit Lübbecke und Eisenach über weite Strecken geglänzt. Nur neun Treffer ließ die DJK-Defensive im zweiten Abschnitt gegen die torgefährlichen Thüringer zu. Der Angriff gewinnt Spiele, die Abwehr sichert den Aufstieg? Schön wäre es aus Rimparer Sicht.

    Im Handball braucht es allerdings beides – sonst würde nicht der TuS N-Lübbecke vorne stehen, sondern der VfL Bad Schwartau (aktuell nur Siebter). Und sonst wäre die HSG Konstanz (28:34) nicht Elfter, sondern auf einem Abstiegsplatz. Denn ein Torverhältnis von 797 zu 866 nach 31 Spielen ist ziemlich dürftig. Im Hinspiel feierten die Rimparer gegen den Aufsteiger sogar den höchsten Saisonsieg. Doch Obacht.

    Konstanz zeigt beachtliche Leistungen gegen Spitzenklubs

    Gerade gegen die Spitzenklubs zeigen die Konstanzer beachtliche Leistungen. So gewann die Sieben des langjährigen Trainers Daniel Eblen (seit Anfang 2004 im Amt) im Februar in Bietigheim, gegen Ludwigshafen-Friesenheim gelang im Hinspiel ein Heimsieg, am Ostermontag musste man sich in der Pfalz mit nur einem Treffer Differenz geschlagen geben. Den TV Hüttenberg haben die Konstanzer sogar zweimal niedergerungen. Die Wölfe werden also nicht nur im heutigen Spitzenspiel ordentlich gefordert sein.

    Für das Match gegen Bietigheim sind bereits über 2100 Karten abgesetzt worden (Stand: Donnerstagmittag, 20. April 2017). Da sich viele Zuschauer vermutlich spontan entscheiden, dürfte es am Freitag in der s.Oliver Arena voll werden. Die bisherige Saisonrekordkulisse (2012 gegen Eisenach) ist schon überboten. Bis um 18 Uhr gibt es einen „Osterrabatt“ von 3 Euro, jedoch nicht an der Abendkasse.

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