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    DIEBACH

    Von Diebach ins Dschungelcamp

    Mit Schlangen schwimmen und Känguruhoden essen: Für Matthias Mangiapane geht ein Traum in Erfüllung. Der Unterfranke ist beim großen TV-Pfadfinderlager dabei.

    Auf geht's in den Dschungel nach Australien: Matthias Mangiapane in seinem Wohnzimmer in Diebach. Foto: Michael Czygan

    Na gut, die Fotos, die groß an den Garagentoren im Stadtweg im Hammelburger Stadtteil Diebach (Lkr. Bad Kissingen) kleben, die fallen schon auf: Matthias Mangiapane und Hubert Fella zelebrieren ihr Glück in der Welt von Glamour und Showbiz. Ansonsten ist es ein ganz normales Einfamilienhaus im 1100-Einwohner-Dorf mit Blick auf Kirchturm und Fränkische Saale, das die beiden Fernseh-Promis bewohnen. Promis?

    Da mag man drüber streiten. Andererseits: Wer im RTL-Dschungelcamp dabei ist, der hat es geschafft, der ist landauf, landab so richtig im Gespräch. Bis zu acht Millionen Zuschauer werden vermutlich auch heuer wieder vor den Bildschirmen mitfiebern, wenn ein Dutzend Stars und Sternchen bei reduzierter Kost und Hygiene in einem Camp in Australien um den Thron des Dschungelkönigs fightet. Matthias Mangiapane aus Diebach ist einer von ihnen. Ab Freitag, 19. Januar, ist er zwei Wochen lang jeden Abend live im Fernsehen zu erleben.

    Im heimischen Wohnzimmer, üppig dekoriert mit Nippes vom Porzellanengel bis zum lebensgroßen Porzellantiger, sitzt der 34-Jährige auf gepackten Koffern. „Mister Versace“, der Papagei, wünscht „Guten Morgen“, „Joyce“ und „Amora“, die Mini-Malteser-Hunde, flitzen zwischen den Sofas umher. Aufgeregt? „Ja, schon“, sagt Mangiapane und strahlt. Die Vorfreude ist groß. „Einmal im Leben im Dschungelcamp dabei sein“, davon habe er „immer“ geträumt. So wie andere von der Karriere in der Fußballnationallmannschaft oder im Bundeskanzleramt. Der gebürtige Hesse jedenfalls hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich an seiner Show- und Fernsehkarriere gearbeitet – gemeinsam mit Lebenspartner Hubert Fella.

    Erster TV-Auftritt bei „Ab ins Beet“

    Seit 2006 kennen sich die beiden. Erste Fernseherfahrungen sammeln sie 2012 in der Vox-Garten-Soap „Ab ins Beet“, wo sie sich beim Planen und Bau eines Swimming-Pools im Diebacher Garten filmen lassen. Ihr Auftritt unter dem Motto „Bunt, schrill und laut“ kommt an, weitere folgen.

    „Richter Alexander Hold“, „Franken sucht den Supernarr“, „Die Guiness-Show“ oder „Hot oder Schrott – die Allestester“ sind nur einige Stationen der Bildschirm-Präsenz – nicht gerade Sendungen, die bei Arte oder 3Sat laufen, die aber durchaus Fans haben. Ihren bisherigen Gipfel erreicht die TV-Karriere der Fellas im Sommer 2017, als sie im „Sommerhaus der Stars“ auf RTL dabei sind, einem trashigen Wettstreit unter eingesperrten Promi-Paaren. Spötter sprechen vom „Dschungelcamp für Arme“, immerhin schauen bis zu 2,7 Millionen Menschen zu. Hubert und Matthias schaffen es mit frechen Sprüchen und viel Gefühl bis ins Finale. „Unser endgültiger Durchbruch“, sagt Mangiapane.

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    Die nächsten Projekte sind im Köcher: „Das perfekte Promi-Dinner“, die Spielshow „Beat the Box“, eine weitere Staffel „Hot oder Schrott“ – und die eigene Hochzeitsshow. In sechs Folgen lassen sich die beiden bei der Vorbereitung ihrer geplanten Hochzeit begleiten. „Es läuft einfach“, sagt Hubert Fella, „viel besser als geplant“. Der TV-Terminkalender ist gut gefüllt. Das gemeinsame Reisebüro, das Fella vor 27 Jahren in Hammelburg gegründet hat, gaben sie zum Jahreswechsel in andere Hände. Nur an einzelnen Tagen wollen die beiden noch im Büro sein.

    Psycho-Test bereitet keine Probleme

    Stattdessen geht es nun ins Dschungelcamp. Im Herbst kam die Anfrage von RTL, „einfach so per Post“. Matthias Mangiapane muss nicht lange überlegen. Der Medizincheck und ein psychologischer Test („da geht RTL auf Nummer sicher“) bereiten dem 34-Jährigen keine Probleme. Eher schon, dass er stillhalten muss, auch engen Freunden seine Teilnahme nicht verraten darf.

    Als die „Bild“-Zeitung Mitte November die Namen potenzieller Teilnehmer veröffentlicht, ist seiner dabei. Klar, dass er nun nicht mehr dementiert, wenn er beim Bäcker oder Metzger in Hammelburg angesprochen wird. Die offizielle Bestätigung indes muss warten. Da ist RTL streng.

    Das Dschungelcamp ist Fernseh-Kult. 2004 lief die erste Staffel, heuer die zwölfte. Anfängliche Stimmen, die Show sei ob ihres Spiels mit den niederen Instinkten der Menschen jugendgefährdend und gehöre verboten, sind verstummt. Die Sendung zum soziologischen Experiment hochzujazzen, ist vielleicht auch übertrieben. „Dschungelcamp ist ein großes Geländespiel, ein Pfadfinderlager für Erwachsene“, sagt Mangiapane. Die Zuschauer reizt es, aus der Schlüsselloch-Perspektive dabei zu sein, bei den ekligen Dschungelprüfungen genauso wie beim Alltag zwischen Menschen, die ohne Handy, Kleiderschrank und Kühlschrank gezwungen sind, miteinander auszukommen. Oder auch nicht, weil dann der Spaß für die Zuschauer größer wird. Und mit ihm die Einschaltquoten für RTL.

    Keine Angst vor Känguruhoden

    Angst in diesem arrangierten Haifischbecken unterzugehen, hat der Diebacher nicht. „Ich mache alles mit“, verspricht er. Egal, ob die Kandidaten bei der Dschungelprüfung Kakerlaken, Känguruhoden oder Krokodilpenis essen, ob sie in stinkendem Wasser mit Schlangen baden oder in großer Höhe balancieren müssen. „Meine Höhenangst habe ich schon beim ,Sommerhaus' überwunden.“ Dass der Dschungel bei Temperaturen von über 40 Grad, hoher Luftfeuchtigkeit, Plumpsklo und Naturbad alles andere als eine Wellness-Oase ist, schreckt Mangiapane auch nicht. Dabei sei er zuhause „eher etepetete“. RTL erlaubt den Kandidaten, nur fünf Unterhosen mitzubringen.

    Mehr als der Verzicht auf Deo und edle Klamotten – „die zwei Wochen gehen schon vorbei“ – treffe ihn, dass es im Camp kein Fleisch zu essen gibt, sagt der 34-Jährige. Immer nur Bohnen und Reis, da habe er vorsorglich nach Silvester schon angefangen, weniger Nahrung zu sich zu nehmen. Er rechne mit zehn bis 15 Kilo Gewichtsverlust, sagt Mangiapane. „Schadet nicht“, lacht er und deutet auf seinen Bauch.

    Harter Hund oder Nervensäge?

    Dschungelcamp-Fans achten indes weniger auf die Figur als vielmehr aufs Sozialverhalten der Kandidaten. Mimt sie oder er den harten Hund wie Thorsten Legat? Den eisernen Schweiger wie Rolf Zacher? Oder die Nervensäge wie Helena Fürst? Setzt die Kandidatin eher auf Tränen wie Larissa Marolt oder auf blanken Busen wie Patricia Blanco? „Ich verstelle mich nicht“, sagt Mangiapane, „ich rede mit jedem, ich sage aber auch, wenn mich jemand nervt“. Nach der ersten Woche wählen die RTL-Zuschauer jeden Abend einen Teilnehmer aus dem Camp. Der Diebacher hat sich ein Ziel gesetzt: „Ich möchte beim Finale der letzten Drei noch dabei sein.“

    Bleibt zuletzt die Frage, wie Hubert Fella mit dem Dschungel-Ruhm seines Partners klar kommt? Der 49-Jährige lacht. „Vermutlich habe ich den besseren Part.“ RTL hat schließlich auch ihn nach Australien eingeladen. Während Mangiapane an der Seite von Tatjana Gsell und Natascha Ochsenknecht darbt, darf Fella im Hotel am Strand den australischen Sommer genießen. Und das Geschehen von Zeit zu Zeit ein wenig kommentieren.

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