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    Diebach

    Auf der Suche nach dem Biberbau

    Kinder besuchten Biber an der Saale. Davor gab es viele Informationen zu den großen Nagetieren.

    Der schuppige Schwanz heißt Kelle und warnt seine Familie vor Eindringlingen, das wussten die Kinder schon. Alles andere rund um den Biber erfuhren sie im Rahmen des Naturforscher Projektes, in dem die Kinder der Kinderkiste übers Jahr verteilt die Natur in ihrer Umgebung genauer unter die Lupe nehmen. So waren sie dieses Mal auf den Spuren des Bibers an der Saale. Friedrich Mährlein vom Bund Naturschutz und gleichzeitig auch Naturschutzwächter für den Landkreis wusste viel Interessantes über den größten Nager Europas zu berichten.
    Weil zumindest präparierte Biber nicht nass werden sollten, veranschaulichte Friedrich Mährlein in der Kinderkiste am Biberschädel und Biberfell, wie sich das Tier an seinen Lebensraum angepasst hat. Die nachwachsenden Schneidezähne mit rotbraunen Eiseneinlagerungen sind notwendig, um die Rinde und Holz abzuhobeln, die Zahnlücke dient zum Transportieren von Stöcken im Wasser. Die Kinder entdecken Vieles am Körper des Bibers, das auf seine Lebensweise hinweist: Schwimmhäute an den Hinterbeinen, eine Putzkralle an einer Zehe der Hinterfüße, um das Fell zu putzen.
    Gespannt waren die jungen Naturforscher dann beim Spaziergang entlang der Saale, ob sie Spuren vom Biber finden würden. Das Tier selbst ist tags selten zu sehen, weil es nachtaktiv ist. Als erstes fallen den Kindern die angenagten Bäume und Sträucher auf. Daneben liegen zum Teil 10 cm große Späne. "Nur im Winter frisst der Biber Rinde und fällt Bäume, um an die Zweige zu kommen oder seinen Bau mit Hobelspänen auszukleiden. Ansonsten lebt er von Kräutern, Gras und Früchten," erklärt Mährlein. Auch der Zugang zum Wasser, die sogenannte Biberrutsche lässt sich am Ufer der Saale leicht finden. Doch wo ist der Eingang zum Biberbau? Dieser ist unter Wasser und so nicht zu erkennen... "Bei einer geschlossenen Schneedecke kann man die Atemlöcher des Baus erkennen," verrät Mährlein.
    Er kennt die Biberreviere entlang der Saale wie seine Westentasche, denn jedes Jahr läuft er die Strecke ab und kartiert Veränderungen. Im Landkreis gibt es insgesamt 57 Reviere, womit die Biber flächentretend vertreten sind. Die Angst, dass der Biber immer größere Schäden am Uferbewuchs und anliegenden Äckern verursacht, sieht Mährlein so nicht. Die Winternahrung reguliere den Nachwuchs. Ein naturnaher Uferbewuchs verträgt den Biber.


    Weiches Gehölze im Speiseplan

    Ganz nebenbei lernten die Kinder Bäume erkennen. Der Biber bevorzugt erst einmal die weicheren Gehölze im Speiseplan wie Esche und Weide. Noch etliches mehr finden die Kinder auf dem Spaziergang und stellen Fragen an den Naturexperten. Mährlein freut sich über die Begeisterung und den Wissensdurst der Jugendlichen. Wer Biber näher kennen lernen will, kann diese im Wildpark Klaushof erleben oder auf einer Aussichtsplattform an der Sinn beim Staatsbad Brückenau.

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