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    HAMMELBURG

    Freundeskreis ist kaum zu retten

    Ende des vergangenen Jahrhunderts haben ehemalige und aktuelle Schüler der zehnten Klassen den Freundeskreis der Realschule gegründet. Anfangs war das Interesse an den gemeinsamen Stammtischen groß. Gerne tauschte man sich über die Schulzeit aus, hat man doch im Normalfall dann sechs prägende Jahre geteilt. Rund 300 Interessenten traten ein, inzwischen sind es noch 250, die den Jahresbeitrag von fünf Euro entrichten. Blicken lassen sich aber die Wenigsten.

    Ende des vergangenen Jahrhunderts haben ehemalige und aktuelle Schüler der zehnten Klassen den Freundeskreis der Realschule gegründet. Anfangs war das Interesse an den gemeinsamen Stammtischen groß. Gerne tauschte man sich über die Schulzeit aus, hat man doch im Normalfall dann sechs prägende Jahre geteilt. Rund 300 Interessenten traten ein, inzwischen sind es noch 250, die den Jahresbeitrag von fünf Euro entrichten. Blicken lassen sich aber die Wenigsten.

    „In den vergangenen Jahren schwand das Interesse deutlich“, bedauert Vorsitzender Roland Hofmann (Aura). Er sprang vor sechs Jahren ein, nachdem er als Lehrer in den Ruhestand gegangen war. Immer spärlicher fiel der Besuch bei den Stammtischen aus. „Manchmal sitzen nur noch einzelne Vorstandsmitglieder beisammen“, berichtet Hofmann. Die Wahl eines Vorstandes hing aus mangelndem Interesse der Mitglieder schon länger an einem seidenen Faden. Schon 2015 stand der Zusammenschluss kurz vor der Auflösung, welche dann nur verhindert werden konnte, weil nach längerer Suche ein neuer Schriftführer und ein Kassier zum Amt überredet werden konnten.

    Als bei der diesjährigen Jahresversammlung im Juli und bei einem zweiten Treffen im Oktober nicht mehr genügend Freiwillige für einen Vorstand zusammen kamen, wollten die Beteiligten den Verein spontan auflösen. Doch da spielte das Vereinsgericht nicht mit. Es muss laut Vereinsrecht eine dritte Versammlung geben. Sie findet am Freitag, 1. Dezember, um 19 Uhr in der Aula der Realschule statt. Vorher müssen noch einmal Einladungen an alle Mitglieder verschickt werden, in denen Beratung und Auflösung des Vereins ausdrücklich als Tagesordnungspunkt aufgeführt sind.

    Plan des Vereins war es vor knapp zwei Jahrzehnten, Schüler nach dem Ausscheiden an die Schule zu binden. „Das hat sich überholt“, findet Hofmann. Bei den neuen Absolventen hält sich das Interesse in Grenzen und der E-Mail-Verteiler für die bestehenden Mitglieder ist zunehmend schwerer auf dem aktuellem Stand zu halten. „Viele Einladungen laufen ins Leere“, stellt Hofmann fest. Auch Appelle Hofmanns in den Jahresberichten 2015 und 2016 erhöhten das Interesse an dem Verein nicht.

    Und dies, obwohl der Verein in den vergangenen Jahren das Schulleben mitgestaltet hat. „Er ist Teil der Schulfamilie geworden“, bilanziert Hofmann. Allerdings habe er nicht von allen die nötige Akzeptanz erhalten. Und dies, obwohl es einen regen Austausch zwischen Schulabsolventen sowie aktuellen und ehemaligen Lehrern gab. Anlaufstation wollte er auch für Schüler sein, die an die Fachoberschule wechseln. Er bot an, bei Problemen zu helfen und auf Wunsch Facharbeiten zu korrigieren.

    Zusätzlich hatte der Zusammenschluss noch eine materielle Seite. Über die Jahre ließ er der Schule gut 15 000 Euro zukommen. So schaffte er drei Kickerautomaten für kurzweilige Pausen an, stellte eine steinerne Tischtennisplatte auf dem Pausenhof auf und unterstützte die Beschaffung von Visualatoren, mit denen Hefteinträge per Beamer an die Wand geworfen werden. Gefördert wurden auch die Schulband und ein Kunstprojekt.

    Aber eines stellt Hofmann auch klar. „Wir waren kein Förderverein.“ Es sei in erster Linie um die Geselligkeit gegangen. Vielleicht wäre ein Förderverein eine Überlegung wert, der anstelle der Geselligkeit das Sponsoring besonderer Schulangebote in den Mittelpunkt stellt.

    In seinem aufrüttelnden Appell im Jahresbericht 2015 hatte Hofmann vergeblich an die Schulgemeinschaft appelliert. „Die Jakob-Kaiser-Realschule ist und bleibt eure Schule und ein Großteil von euch wird sich in den kommenden Jahren gerne zurückerinnern und von 'unserer Schule' sprechen“. Für einen Freundeskreis trägt das offenbar nicht. Sollte es kein Wunder geben, muss die Auflösungsversammlung wohl auch über die Verwendung des restlichen Vereinsvermögens in Höhe von 1600 Euro entscheiden.

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