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    HAMMELBURG

    Ein eher bescheidenes Flugjahr

    Die Gleitschirmflieger Saaletal mögen es gerne hoch und weit. Im Jubiläumsjahr spielte ein Faktor nicht mit.

    Nach Jahren neuer Streckenflugrekorde mussten sich die Gleitschirmflieger Saaletal 2016 mit geringeren Flugweiten zufrieden geben. Sein 20-jähriges Bestehen feierte der Verein deswegen nicht weniger ausgelassen.

    Bei der Jahresversammlung im Gasthaus Schultheis (Feuerthal) blickte Vereinsvorsitzender Marcel Lübbe zurück. „So schlecht war es in den vergangenen zehn Jahren nicht“, ging er auf er auf die Wetterbedingungen ein. Der am Hammelberg herbeigesehnte Südostwind stellte sich selten ein. Und wenn, dann blies er kurz oder zu schwach.

    Das schlägt sich auf die Flugdauer nieder. Denn falls es nicht gelingt, im Aufwind an der Hangkante über dem Saaletal Anschluss an Thermik zu erfliegen, gleiten die Piloten rasch gleich in die Wiesen 100 Meter tiefer. Um einen erfolgreichen Start zu erwischen, braucht es bei schwachen Bedingungen viel Geduld. Wobei das gemeinsame Parawaiting auch eine gesellige Komponente hat.

    Unter diesen Vorzeichen machten die Flieger das beste aus der Saison. Pokale gab es für die erfolgreichsten Streckenflieger. Den Hammelburg Cup holte sich Wolfgang Weippert (Untereschenbach, 665,75 Punkte) vor Jürgen Vollert (Ramsthal, 554,08) und Karsten Suckert (Schweinfurt, 479,32). In die Wertung sind dabei die besten fünf Flüge weltweit und einer vom Hammelberg aus. Weippert schaffte unter anderem im slowenischen Kobala ein flaches Dreieck mit 87 Kilometern Flugstrecke.

    Der Untereschenbacher landete auch im Hausmeisterpokal ganz vorne. Gezählt werden dabei die besten drei Flüge von Hammelburg aus. Weippert umrundete von dort in gut zwei Stunden den Truppenübungsplatz, bevor er nach einem FAI-Dreick mit 35 Kilometern Flugstrecke bei Morlesau landete. Den zweiten Platz im Hausmeisterpokal belegte Marcel Lübbe vor Heiko Haas. Den weitesten Flug überhaupt brachte Sebastian Heilmann von der Grente (Südtirol) hinter sich. In sieben Stunden bewältigte er ein FAI-Dreieck mit 110 Kilometern Streckenlänge.

    21 der gut 60 Mitglieder reichten online Flüge in den XC-Contest des Deutschen Hängegleiterverbands ein. Vorsitzender Lübbe ermunterte den harten Kern der Aktiven vom Sport- bis zum Genussflieger, diese Option zu nutzen. Auf bis zu 30 meldende Piloten könnte der Verein kommen. Das Durchschnittsalter der Flieger beträgt aktuell 48 Jahre.

    Bei den Wahlen erhielt Marcel Lübbe wieder das Vertrauen. Sein Stellvertreter bleibt Heiko Haas. Kassier Michael Bartsch. Für Holger Thurn wird Sebastian Heilmann Schriftführer.

    Weil der Flugbetrieb am Hammelberg an guten Tagen überhand zu nehmen droht, pocht der Verein auf seine Gastflugregelung. An Wochenenden dürfen nur Vereinsmitglieder starten. „Mehr gibt das kleine Fluggelände nicht her“, verweist Marcel Lübbe auf Kollisonsgefahr bei zu hoher Flugdichte. Beschränkungen unter der Woche behalten sich die Saaletalflieger vor.

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