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    Unterfranken / SCHONDRA

    Häufung von Wildunfällen in Unterfranken

    Ausweichen oder draufhalten? Wie verhalten sich Autofahrer richtig, wenn ein Wildtier auf sie zuhält? Die Polizei Bad Brückenau gibt Tipps.

    Ungewöhnlich viele Wildunfälle passieren derzeit in Unterfranken. Elf Wildunfälle allein in den letzten vier Tagen melden Polizeibeamte aus den Kreisen Bad Kissingen, Bad Brückenau und Kitzingen. Bei den Kollisionen der letzten vier Tage starben sieben Rehe, ein Hase, ein Waschbär und ein Fuchs. Die Autofahrer wurden laut Polizei bei den Unfällen nicht oder nicht nennenswert verletzt.

    Mindestens drei tote Rehe und jede Menge Blechschäden –  das ist allein die Bilanz der Nacht auf Sonntag im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen. Gleich vier Wildunfälle ereigneten sich dort nur wenige Kilometer voneinander entfernt. In Oberleichtersbach kollidierte ein 51 Jahre alter Autofahrer mit einem Reh, das eine Straßeneinmündung überquerte. Das Tier starb, der Mann blieb unverletzt.

    Autofahrer und Reh hatten Glück

    Im benachbarten Bad Brückenau stieß eine 61-Jährige ebenfalls mit einem Reh zusammen - mit demselben Ergebnis. In Wartmannsroth erfasste ein 22-Jähriger ein Rehkitz. Auch dieses Tier starb. Mehr Glück hatte ein Reh in Elfershausen, weil es nicht frontal erfasst wurde, sondern lediglich in die rechte Außenseite eines fahrenden Autos lief. Das Reh machte sich davon.

    Weniger Glück hatte ein Fuchs in Schwarzach (Kreis Kitzingen). Als das Tier am Samstagmorgen die Staatsstraße querte, wurde es frontal von einem Auto erfasst und getötet.

    Bereits am Samstag hatte die Polizeiinspektion Bad Brückenau sechs Wildunfälle in nur drei Tagen gemeldet. Die ungewöhnliche Serie begann am Donnerstagmorgen, als einem Skoda-Fahrer auf der B 286 zwischen Waldfenster (Kreis Bad Kissingen) und Platz ein Hase ins Auto lief. Am gleichen Morgen lief einem Toyota-Fahrer auf der Kreisstraße zwischen Schondra und Singenrain ein Reh ins Fahrzeug. Zwischen Schondra und Schildeck kam es zu einem Wildunfall mit drei Fahrzeugen: Im Märzgrund lief ein Reh einem 28jährigen ins Auto; zwei weitere Autofahrer überfuhren den Tierkadaver.

    Ungewöhnlich sogar für die Rhön

    Am Donnerstagabend und am Freitagmorgen kollidierten in Schondra und Oberleichtersbach zwei weitere Rehe mit fahrenden Autos; am Freitagabend rannte ein Waschbär bei Zeitlofs einem Mann ins Auto. In allen Fällen starben die Tiere; in allen Fällen blieben laut Polizei die Fahrer aber unverletzt.

    Dass die Polizei binnen von vier Tagen über zehn Wildunfälle aufnehmen muss –  das ist sogar für bewaldete Gebiete ungewöhnlich, in der es öfter passiert, dass Autofahrern ein Tier vors Fahrzeug läuft. Gibt es dafür einen Grund für die Häufung? „Die Jäger unter den Kollegen halten es für möglich, dass die Tiere wegen des Schnees weitere Wege zurücklegen müssen, um an Nahrung zu kommen“, sagt Hauptkommissar Klaus Albert von der Polizeiinspektion Bad Brückenau.

    Nur nicht ausweichen

    Draufhalten oder ausweichen? Wie verhalten sich Autofahrer richtig, wenn plötzlich ein Wildtier aufs Auto zuläuft? „Voll in die Bremsen; aber draufhalten. Nur nicht ausweichen“, empfiehlt Kommissar Albert. Beim Ausweichen riskiere man größeren Schäden als bei der Kollision mit dem Tier. Erfahrungsgemäß hätten Autofahrer, die beim Ausweichen einen Unfall gebaut hätten, auch immer wieder Probleme mit Versicherungen. „Die Fahrer geben an, wegen eines Tieres ausgewichen zu sein; die Polizei findet dafür aber selten Beweismittel. Oft genug ist das Tier spurlos verschwunden“, so Albert. Lägen aber keine Beweismittel etwa in Form eines Tierkadavers vor, könne es mit der Versicherung Schwierigkeiten geben.
     

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