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    Münnerstadt

    Beratungskompetenz immer wichtiger

    Die Pflege von älteren Menschen rückt in den kommenden Jahren zunehmend ins Blickfeld. Im Münnerstädter BBZ lernt man, wie das geht.

    Die Schüler der Berufsfachschule für Altenpflege am Berufsbildungszentrum (BBZ) in Münnerstadt lernen nicht nur alles über Altenpflege, sie sollen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auch an andere weitergeben können. Dazu brauchen sie Beratungskompetenz, das heißt, sie müssen andere Personen für die Übernahme von Pflegetätigkeiten anleiten und sie beraten können. Das können zum Beispiel Praktikanten oder Auszubildende sein, aber auch Angehörige von Kranken und von Senioren, die zuhause gepflegt werden.
    "Wie bringe ich mein theoretisches und praktisches Wissen und meine Erfahrung an die Frau oder an den Mann?" - auch das zählt also neben dem rein fachlichen Bereich zur Ausbildung der zukünftigen Altenpflegerinnen und Altenpfleger.

    Gäste aus Bischofsheim

    Sozusagen als Anschauungsobjekte dienten ihnen im Rahmen einer Fachtagung "Anleitung" die 16 Schülerinnen der Abschlussklasse der Abteilung Hauswirtschaft der Landwirtschaftsschule in Bischofsheim sowie sechs Schüler der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung am BBZ. Im Gegenzug nahmen die Gäste aus Bischofsheim auch Erfahrungen und Tipps für die Versorgung von Alten und Pflegebedürftigen im häuslichen Bereich mit.


    Langjährige Zusammenarbeit

    Die Bischofsheimer Schülerinnen waren mit ihrer Schulleiterin Doris Hartan-Khan für einen Tag nach Münnerstadt gekommen. Beide Schulen arbeiten schon seit Jahren zusammen, denn Hauswirtschaft und Altenpflege haben viele Berührungspunkte und von derartigen gemeinsamen Ausbildungstagen profitieren die Schülerinnen und Schüler beider Schulen, betonte Daniel Reuß, Lehrer an der Berufsfachschule für Altenpflege, im Gespräch mit unserer Zeitung.
    Im Rahmen von fünf Workshops zu ganz unterschiedlichen Themenbereichen konnten Mittelstufen-Schüler der Berufsfachschule für Altenpflege am BBZ ihre Fähigkeit schulen, ihr Wissen weiterzugeben. Die jungen Damen aus Bischofsheim lernten insbesondere, wie man mit Hilfsmitteln in der häuslichen Altenpflege umgeht. Wie zum Beispiel bedient man ein Pflegebett und wie wechselt man die Bettwäsche, während der Patient im Bett liegt?


    Mit einem Gurt geht es leichter

    Keine einfache Übung, aber die angehenden Altenpfleger lernen es, und sie gaben ihr Wissen gerne weiter. In einem anderen Workshop stand das Problem im Mittelpunkt, wie man Patienten aus dem Bett in einen Stuhl oder Sessel danebensetzen kann. Klingt banal, überfordert aber oft die Pfleger. Mit einem speziellen Gurt geht es viel leichter, führten die Altenpflege-Schüler vor.
    Sehr interessant war der Workshop, in dem es um alltägliche Probleme mit dem Tastsinn, dem Gehör oder den Augen ging. Viele ältere und kranke Menschen müssen täglich Pillen und Tabletten nehmen - sie aus den Packungen und Röhrchen zu nehmen kann ganz schön schwierig sein, wenn die Hände nicht mehr so richtig wollen und zittern. Auch an der Ladenkasse kann das Problem auftreten, wenn Münzen aus dem Geldbeutel gezählt werden müssen. Das wurde den Schülerinnen aus Bischofsheim bewusst gemacht.

    Hilfsmittel für Bewegung

    Sie streiften spezielle Handschuhe über, und dann mussten sie versuchen, mit den Tabletten oder dem Geldbeutel zu hantieren. Es war nicht immer ganz einfach. Wer Pillen nimmt, sollte auch die Beipack-Zettel mit dem Kleingedruckten lesen. Wenn die Augen aber nicht mehr so gut sind, helfen nur noch Sehhilfen, um die Schrift zu vergrößern. Auch sie wurden vorgeführt.
    In einem weiteren Workshop ging es um Hilfsmittel für Bewegung. Das Gespräch und der Austausch zwischen beiden Berufsgruppen, die sich vielfach berühren, stand schließlich im Mittelpunkt des fünften Workshops. Diese gemeinsamen Fachtage haben sich inzwischen etabliert und finden alle zwei Jahre mit den Abschlussklassen aus Bischofsheim statt. Dieter Britz

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