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    Kissinger Sommer: Behutsame Erneuerung

    Bei der Bilanz der 32. Ausgabe des Festivals steht die Ökonomie im Blickpunkt. Aus Sicht der Macher geht das Konzept zur Verjüngung der Inhalte auf.

    Der Auftraggeber ist zufrieden: Der Kissinger Sommer 2017 habe einerseits „Altbewährtes geboten“ und andererseits „Mut zu Neuem bewiesen“, bilanzierte am Tag nach dem Abschlusskonzert Oberbürgermeister Kay Blankenburg. Das Festival müsse sich neue Publikumskreise erschließen, und es habe mit der ersten Ausgabe unter der Regie des neuen Intendanten Tilman Schlömp„einen großen Schritt in diese Richtung gemacht“.

    Zukunftslabor

    Schlömp sieht das genauso. „Das Konzept, bewährte Künstler des Kissinger Sommers wieder herzuholen“, und gleichzeitig „auf behutsame Verjüngung der künstlerischen Inhalte“ zu setzen, sei aufgegangen. Auch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen als Festivalorchester habe sich „stark bewährt“. Mit seinem Chefdirigenten Paavo Järvi habe das Orchester „sofort die Herzen des Publikums erobert“.

    Als wichtigen neuen Beitrag für das Festival bezeichnete Schlömp zudem das Kissinger Zukunftslabor, ein Education-Programm in Zusammenarbeit mit der Deutsche Kammerphilharmonie Bremen für junge Zuhörer. Über 300 Schüler und junge Leute seien da aktiv einbezogen worden. Insgesamt hätten die Projekte des Zukunftslabors 1000 Besucher erreicht.

    Von der Auslastung enttäuscht

    Enttäuscht sei er von der Auslastung, merkte Schlömp selbstkritisch an. Auch wenn elf Veranstaltungen ausverkauft waren: 70 Prozent Auslastung sind weniger als in den vergangenen Jahren und, wie Schlömp selbst betonte, weniger als erhofft. Allerdings habe sich der Ticketverkauf im Verlauf des Festivals verbessert. Er hoffe sehr, das im nächsten Jahr nutzen zu können.

    Wirtschaftlich hat der neue Intendant seine Mission aber bereits im ersten Jahr erfüllt. „Mit einem Einspielergebnis von mehr als einer Million Euro und Ausgaben von 1,6 Millionen Euro für Honorare und Nebenkosten“ liege das Ergebnis des Kissinger Sommers im Rahmen der vom Stadtrat auf Sparen ausgerichteten Erwartungen. „Das prognostizierte Gesamtdefizit von 700 000 Euro“ werde somit nach jetzigem Stand nicht überschritten, sagte Schlömp.

    Vergangenes Jahr hatte das Defizit des Kissinger Sommers nach Angaben aus dem Stadtrat eine Million Euro betragen.

    Hauptgrund für die Verbesserung des wirtschaftlichen Ergebnisses sind nach Angaben von Schlömp und von Thomas Lutz, dem Leiter des Büros Kissinger Sommer, niedrigere Ausgaben. Zudem hätten sich die Sponsoringeinnahmen verbessert.

    Sehr präsent, so die Organisatoren weiter, sei die 32. Ausgabe des Festivals auch medial gewesen. Immerhin 17 Konzerte seien mitgeschnitten worden.

    Ausblick auf 2018

    Wie es sich gehört, liegt zum Ende des 32. Kissinger Sommers bereits ein Ausblick auf den 33. vor. Denn auch für Musikfestivals gilt: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Ein Faltblatt kündigt für 2018 neben der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen zum Beispiel die Wiener Symphoniker, die Bamberger Symphoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks an.

    Auf der Liste der Solisten stehen unter anderen so populäre Musiker wie die Cellistin Sol Gabetta oder der Perkussionist Martin Grubinger. Dazu kommen außerdem die Pianistin Alice Sara Ott, die Sopranistin Anna Lucia Richter und die Geigerin Arabella Steinbacher.

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