• aktualisiert:

    Aubstadt

    Aubstadt will eine Top-Mannschaft bleiben

    Aubstadts Trainer Josef Francic zieht eine Bilanz des bisherigen Saisonverlaufes.

    Er bekam viel auf die Socken, erzielte nur zwei Tore, war aber an der Entstehung vieler Tore beteiligt: Der Kapitän des ...

    Gegensätzlicher hätten die von den Konkurrenten aus Eigennutz den Aubstädtern zugeteilten Vorschusslorbeeren einerseits und der Saisonauftakt des TSV andererseits nicht ausfallen können: Der TSV Aubstadt wurde ins Favoriten-Schaufenster gestellt und startete mit einer 0:4-Klatsche bei der SpVgg Ansbach. Momentaufnahme zwar, aber Fakt: Tabellenschlusslicht nach dem ersten Spieltag für die "Macht im Grabfeld", wie vom TSV Aubstadt selbst zu Saisonbeginn zur Vereinsphilosophie erhoben worden war.


    Hohe Erwartungen

    Warum die Latte so hoch gelegt wurde, von manchen Optimisten bei "Aufstieg in die Regionalliga?" Es waren das hervorragende Abschneiden in der vergangenen Saison auf Platz drei. Und es waren die Neuzugänge, allen voran Marino Müller: In der vergangenen Saison 22 Mal eingesetzter Ergänzungsspieler (15 Mal ein-, 1 Mal ausgewechselt, 785 Minuten Spielzeit, 5 Tore) in der Regionalliga beim FC Schweinfurt 05. Zwei, Christoph Schmidt und Steffen Behr, kamen auch von diesem Club, aber aus der Landesliga-Mannschaft, Torhüter Benedikt Stöcker (Dampfach) aus der Bezirksliga, Julius Büttner aus der Großbardorfer A-Jugend.

    Antwort zwei: Josef Francics einzige Aussage zur Definition der Saisonziele war: "Wir wollen eine Topmannschaft der Bayernliga bleiben." Das ist bisher eingetroffen. Zwar nicht Platz drei, sondern fünf, aber mit 40 Punkten. "Das ist alles richtig", bestätigt Francic, gebe aber zu denken: "Man weiß, wie der Mensch ist. Er will immer mehr. Wir, die Mannschaft und ich auch. Der dritte Platz war natürlich ein Riesen-Erfolg. Aber wenn dann nicht die Relegation erreicht wird, dann wird das schnell vergessen. Diese zwei Spiele damals sind in die Geschichtsbücher des TSV Aubstadt eingetragen worden. Der dritte Platz aber, ehrlich gesagt, hat mich kaputt gemacht. Ich meine damit nicht die Zuschauer in Aubstadt, sondern andere Leute, irgendwo und irgendwann, auch von anderen Sportarten."


    Es liegt nicht nur an Aubstadt

    Die Konkurrenz aus den Städten Würzburg, Aschaffenburg, Bamberg, Hof, Forchheim, Erlangen, Amberg, Weiden oder Ansbach werde auch gefragt, was los ist. "Und da muss ich neidisch zugeben, dass Würzburg und Aschaffenburg abgezockter und konstanter gespielt haben als wir. Es liegt also nicht nur an uns, es liegt auch an der Konkurrenz." Diese Vereine hätten entschieden und nachweislich wesentlich mehr aufgerüstet. Das Wort "Dritter" mag Francic schon gar nicht mehr aussprechen: "Ich war bisher nie Dritter mit Aubstadt. Als wir Zweiter in der Bayernliga waren, wurden wir in der nächsten Saison Achter. Und ich wiederhole es doch noch einmal: Wenn wir diesmal wieder Dritter werden, können wir stolz sein." Gewiss gab es mitten drin, als sogar der erste Platz winkte, diese Phase mit vier Niederlagen in fünf Spielen. "Vier Unentschieden statt dieser vier Niederlagen und wir stünden noch besser da." Wie sieht das Francic aus heutiger Sicht? "Es musste mal richtig krachen und es hat auch gekracht."

    Das Positive: Intern, es drang nichts nach außen. Demonstrativ stellte er sich selber in den Gegenwind, nahm die Mannschaft aus der Schusslinie. Es gab das reinigende Gewitter, es kehrte Ruhe ein. Erst recht, als die Verantwortlichen ein Zeichen setzten und mit dem Trainer für ein weiteres Jahr verlängerten. Wie so oft beim Blick nach hinten kommt man an verschiedenen Konjunktiven nicht vorbei. Josef Francic sieht sich bestätigt, seinen Kader mit 20 Feldspielern und drei Torhütern noch nie so breit bestückt gehabt zu haben. Der Saisonverlauf hat ihn und die Verantwortlichen bestätigt. Es gab Ausfälle von tragenden Säulen, die zu kompensieren waren. Was aber wäre möglich gewesen, wenn Torhüter Christian Mack, Daniel Leicht, Christian Köttler, Julius Benkenstein Jens Trunk oder David Noack immer zur Verfügung gestanden hätten und nicht drei bis sechs Wochen ausgefallen wären, Manuel Hümmer sogar zehn?

    Die Trefferquote (36) liegt bisher mit 1,7 pro Spiel tiefer als in den letzten Jahren. Das Warum hat auch damit zu tun: Philipp Kleinhenz, Offensivspieler, als Hoffnungsträger ein Jahr vorher gekommen, ist immer noch nicht richtig angekommen: 16 Einsätze mit insgesamt 878 Minuten und einem Tor. Max Schebak, Stürmer, seit Anfang August verletzt, sieben Einsätze, 410 Minuten, kein Tor. Marino Müller, Stürmer, zwei Mal verletzt, neun Einsätze, 387 Minuten, kein Tor.

    Julian Grell schneidet mit zwei Toren für einen Stoßstürmer schlecht ab, spielt aber eine andere Rolle als die des Goalgetters: eine sehr erfolgreiche als Vorbereiter, Einfädler und Aufleger. Er war an vielen Toren direkt oder indirekt beteiligt. Die zwei Mittelfeldspieler Mike Dellinger (8) und Martin Thomann (7) waren zusammen mit dem Außenverteidiger und Elfmeterschützen (4 von 4) Ingo Feser (6) am treffsichersten.

    "Neidisch" blickt Josef Francic auf die Torjäger der Konkurrenten: Aschaffenburg mit Schnitzer (21), Erlangen mit Seybold (18) oder Ansbach mit Kroiß (17), und folgert: "Wir hatten alle außer Schnitzer im Griff. Das spricht auch für unsere Defensive", mit 22 Gegentoren die zweitbeste der Liga. Wenn da in den restlichen 13 Spielen die "Konjunktive", sprich Schebak/Müller, zurück kommen, sollte die Beute noch lange nicht verteilt sein. Das erste (Nachhol-)Spiel findet am 24. Februar in Amberg statt. Redaktion

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)


      Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de?
      Dann jetzt gleich hier registrieren.