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    Burkardroth

    Auch der Kopf kann mal das Herz sein

    Zum vierten Mal in diesem Jahr trafen sich Frauen in Burkardroth. Thema: "Begegnungen mit klugen Frauen im Märchen"

    Viele Frauen waren zum Frühstück gekommen, um Helena Beuchert zuzuhören. Foto: Walter Kuhn

    Für das vierte und letzte Frauenfrühstück dieses Jahres hatten die Veranstalterinnen, Elisabeth Kuhn und Stilla Wehner, die Diplom-Sozialpädagogin Helena Beuchert aus Waldbrunn bei Würzburg als Referentin gewinnen können. Das Thema ihres Referates lautete " Beherzt: Begegnungen mit klugen Frauen im Märchen" und wieder waren über 70 Frauen in den Pfarrsaal von Burkardroth gekommen - nicht nur um das reichhaltige und liebevoll gestaltete Frühstücksbuffet zu genießen, sondern auch in der Hoffnung auf Mut machende und stärkende Worte der erfahrenen Erzählerin.

    Diese Erwartungen der Zuhörerinnen wurden dann auch von Helena Beuchert mehr als erfüllt. Die tiefsinnigen und manchmal auch humorvollen Geschichten aus der ganzen Welt hoben immer wieder andere wertvolle Eigenschaften der Frauen hervor und so konnten die anwesenden Damen die Alltagssorgen der biblischen Martha einmal beiseite lassen und folgten Jesu Rat aus dem Lukasevangelium: Maria hat das Bessere gewählt! Sie lauschten den Worten der Referentin, die ihre Märchen jeweils sanft einbettete in die beruhigenden Töne einer Klangorgel.

    Der indische Mythos "Erschaffung der Frau" sorgte dann auch gleich zu Beginn der Geschichten-Reihe für Heiterkeit im Publikum: Im Anbeginn der Zeit, als der Schöpfergott die Frau erschaffen wollte, bemerkte er, dass der zur Verfügung stehende Stoff bereits aufgebraucht war. Nichts Solides, nichts Handgreifliches war übrig geblieben. Da nahm er die Windungen der Schlange, die Rundungen des Mondes, die Biegsamkeit der Schlingpflanze, das Zittern des Grases, die Schlankheit des Schilfrohres, das Blühen der Blumen und die Leichtigkeit des Blattes. Den Blick der Gazelle, die Zartheit des Schmetterlings, die Eitelkeit des Pfaus, die Heiterkeit der Sonnenstrahlen, den Glanz der Sterne, die Tränen der Wolken, die Unbeständigkeit des Windes, die Weichheit der Daunen und die Süße des Honigs. Dazu die Kraft und Grausamkeit des Tigers, das Schwatzen der Elster, den Gesang der Nachtigall und die Weisheit der Eule sowie die Falschheit des Kranichs und die Treue der Wildente. Alle diese Elemente mischte er sorgfältig zusammen. Er erschuf daraus die Frau und gab sie dem Mann. Der Mann war glücklich, nicht mehr alleine zu sein. ...

    Aus Afrika stammt die Weisheit: Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Eine griechische Weisheitsgeschichte wurde erzählt, die die Erkenntnis vermitteln möchte: Den Weg nach innen finden die Menschen erst, wenn sie reif sind. Ein arabisches Liebesmärchen machte mit einem Augenzwinkern deutlich, dass die Frauen den Männern durchaus manchmal ganz geschickt auf die Sprünge helfen können. Ein russisches Märchen betonte die notwendige Zusammenarbeit von Mann und Frau, denn erst als ein armer Bauer auf die weisen Ratschläge seiner klugen und gottesfürchtigen Tochter hörte, kam die Familie zu Wohlstand und Glück.

    Vor der nächsten Geschichte zitierte Beuchert den berühmten dänischen Märchenschriftsteller H. C. Andersen, der einmal sagte: "Das Leben eines jeden Menschen ist ein Märchen - von Gott erzählt." Was folgte war eine Weisheitsgeschichte aus dem fernen Kaukasus, an deren Ende die Erkenntnis stand: "Wo Ehre ist, da wohnt auch das Glück!" Von den Gebrüdern Grimm stammt das Märchen "Der Mond und seine Mutter" und in diesem kommt zum Ausdruck, was auch viele anwesende Mütter im Bereich der Kindererziehung immer wieder erfahren haben: Zu aller Klugheit gehört auch Konsequenz". Am Ende dieser unterhaltsamen Märchenstunde kam noch eine Geschichte aus China, in der sogar der mächtige Kaiser erkennen musste, dass es ohne die Weisheit der Alten - und speziell der Mütter - nicht geht.

    Das nächste Frauenfrühstück in Burkardroth ist bereits terminiert. Es findet am Mittwoch, den 07. Februar 2018 statt. Redaktion

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