• aktualisiert:

    Reith

    Der Grandseigneur im BLSV tritt kürzer

    Martin Wende löst den neuen Ehrenvorsitzenden Rainer Werner an der Spitze des Kreisverbandes ab.

    Der "Grandseigneur" des BLSV-Kreisverbands nahm in der Kreisversammlung seinen Abschied. Rainer Werner legte nach 18 Jahren sein Ehrenamt in jüngere Hände, in die seines Mitstreiters Martin Wende. Der reibungslose Wechsel bedeutet jedoch nicht, dass sich Werner auf das Altenteil zurückzieht. Er will seinen Nachfolger unterstützen und vertritt den Kreis als Delegierter beim Bezirkstag.

    Walter Gutmann, langjähriger Weggefährte, skizzierte die Laufbahn Werners als Funktionär und Sportler. Seine mit Humor gespickte Laudatio zeichnet die Stationen des Gründermitglieds der DJK Reith bis heute auf. Der langjährige Vorsitzende der DJK Reith, Ex-Fußballer und Feuerwehrmann, ehemaliger Vize-Bürgermeister und inzwischen Ur-Opa lenkte mit seinem Vorstandsteam die Geschicke des BLSV-Kreisverbands mit Erfahrung, Fachwissen und geschickter Hand.
    Auch wenn der Verabschiedete erklärte "nur seine Pflicht getan zu haben", räumte er ein: "Alleine hätte ich es nicht geschafft. Das ging nur im Verbund mit meinem Vorstand und dem Verein." Sein Versprechen - "Wenn Not am Mann ist bin ich für euch da" - war vielen Anwesenden sicherlich Wunsch und Bedürfnis. Der vielstimmige Dank, der stehende Applaus und das herzliche Händeschütteln mündeten in eine besondere Würdigung: der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des BLSV-Kreises. Eine seltene Auszeichnung, die Werner mit Winfried Benner teilt.


    Ein einmütiges Votum

    Die von Bezirksvorsitzenden Günther Jackl geleiteten Wahlen ergaben ein einmütiges Votum. Kreisvorsitzender ist Martin Wende, seine Stellvertreter heißen Walter Gutmann und Edwin Metzler. Die Kasse verwaltet Schatzmeister Thomas Kirchner, die Frauen vertritt Irma Sell. Referenten für die Sparten Bildung und Neue Medien sind Ulrich Seelmann und Lothar Franz. Vakante Referate können im Nachgang besetzt werden. Ebenso wählte die Versammlung die Delegierten zum Bezirks- und Verbandstag einschließlich der Ersatzpersonen.

    In seinem Referat verwies der Bezirksvorsitzende auf die häufig negative Berichterstattung im Sport, die meist Großveranstaltungen und "schwarze Schafe" im Spitzensport betreffe. Der Vereinssport, der ebenfalls hervorragende Leistungen erbringt, sei hingegen wenig populär. Für die "kleinen" Vereine, die oft mit dem Rücken zur Wand stünden, gelte es Bürokratie-Hürden abzubauen, zum Beispiel beim Sportstätten-Bau. Jackl empfahl, besonders die Ehrenamtlichen im Auge zu behalten, der Grundstock eines Vereins. Die Übungsleiterausbildung C gestalte sich künftig in zeitlich versetzbare Module. Er wies zudem auf vorteilhafte Synergie-Effekte der Vereine mit Nachbarlandkreisen hin.

    Den Referaten von Stefanie Schühler zur Ehrenamtskarte und Thomas Kram zu Fortbildungs-Tagesseminaren ließen Prominente aus Sport und Politik ihre Grußworte folgen. Zu ihnen gehörte Bundestagsabgeordnete Manuela Rottmann (Bündnis 90/Die Grünen). Sie forderte, "das Ehrenamt nicht in bürokratischen Formen zu pressen". Landrat Thomas Bold würdigte Rainer Werner als Dreh- und Angelpunkt im sportlichen Bereich im Landkreis. "Die Ehrenamtsarbeit verdient hohe Anerkennung. Deshalb will die kommunale Seite weiterhin ihren Beitrag im Sport leisten", unterstrich er. Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU) sieht den Bayerischen Landes-Sportverband als "Spiegel der Gesellschaft und soziale Tankstelle", die den Bürokratie-Abbau verdiene. Seine Anerkennung galt den Vereinen und Werner, der sich "auf allen Ebenen einbrachte". Bezirksrätin Karin Renner bat darum, auch Menschen mit Handicaps in die Vereine aufzunehmen.
    Für den Markt Oberthulba überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Kolb Grüße und Dank. Dem Markt liege viel am Sport belegte er am Beispiel der Sanierung der Thulbatal-Halle. Rainer Werner, langjähriger Gemeinderat und Träger der Bürgermedaille, überreichte er ein Präsent des Marktes. Sohn Dietmar Werner stellte den FC Thulba, die Vielzahl der Sportarten im Ort und den Gemeindeteil vor.

    Auszeichnungen und Verabschiedungen nahmen im Anschluss breiten Raum in der Versammlung ein. Zuvorderst ist Horst-Günter Ziegler zu nennen, der schon die Würdigung des Landesverbands erhielt und eine weitere hohe Ehrung entgegennehmen konnte. Der Kreisvorstand ernannte den 80-Jährigen zum Ehrenmitglied. "H.G. Ziegler" gilt als "Urgestein des Sports und des Ehrenamts", der seit mehr als 50 Jahren zahlreiche Aufgaben von der Vereins- bis zur Bundesebene wahrnahm. Mit der Ehrenurkunde und einem Präsent wurden Werner Fischer, Referent für Sportstätten-Bau und Umwelt, sowie Wolfgang Illek aus dem Vorstand verabschiedet. Die bronzene Verdienstplakette verdiente sich Rainer Lochmüller für sein Engagement um die Jugendarbeit und den Fußballsport. Seit drei Jahrzehnten bringt sich Walter Gutmann als Vize-Vorsitzender zum Wohl des Sportkreises ein. Er erhielt die goldene Ehrennadel mit großem Kranz. Lothar Franz, seit 26 Jahren im BLSV aktiv, darf sich mit der goldenen Ehrennadel mit Kranz schmücken. Die Auszeichnung "Silber mit Gold" gingen an die Vize-Kreisvorsitzende der Bayerischen Sport-Jugend, Isolde Winkler, sowie an Kreisschatzmeister Thomas Kirchner. Eine silberne Ehrennadel nahmen Irma Sell, Werner Fischer und Wolfgang Illek entgegen. Martin Wende erhielt die Ehrennadel in Bronze. Winfried Ehling

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)


      Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de?
      Dann jetzt gleich hier registrieren.