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    Reiterswiesen

    Dorffest Reiterswiesen: Ein Ort reist zurück

    Geschichte mit Augenzwinkern serviert: Beim Reiterswiesener Dorffest feiern die guten alten Zeiten fröhliche Urständ.

    Der Dorfbackofen raucht, der Gänsebrunnen plätschert. Besucher sitzen gemütlich zusammen unter den Linden im Rathausgarten, schauen zu wie fränkisch getanzt wird, lassen sich zum kühlen Bier die "Reitschwieser Linsespitzersuppe" schmecken und genießen einen schönen Sommertag. Landleben anno dazumal ist angesagt beim Dorffest in Reiterswiesen. Der Andrang zeigt, wie unterhaltsam eine Zeitreise in die nähere und weitere Vergangenheit sein kann.


    Rathaus als Dorfmittelpunkt

    Rund um das Alte Rathaus von 1703, "dem Schmuckkästchen von Reiterswiesen" hat der Heimatverein Botenlauben ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das Landleben zeigt, geschichtliche Informationen bereithält und als Sahnehäubchen ein kleines Lustspiel vor der Fachwerkkulisse auf die Bühne bringt.


    Urgesteine rücken zusammen

    Und so treffen sich nach der Kirche Alteingesessene "Reitschwieser" wie Leopoldine Kiesel, Erna Beck und Amanda Schäfer nach dem Motto: "Mir rücke nuch eweng zsamm". Für Weggezogenen wie Armin Dittmer eine schöne Gelegenheit, Verwandtschaft und alte Freunde wieder mal zu treffen und auch Kurgästen wie Erika und Klaus Reiter gefällt das idyllische Plätzchen. Kerstin Pal und Angelika Metz vom Heimatverein haben die Kinder zur einer Spieleolympiade gerufen und sie auf die Bühne geführt, wo Kinderbuchautor Thomas Mac Pfeifer eine Geschichte aus seinem Lesebuch für Flüchtlinge: "Ein Stern, der in Dein Fenster schaut", erzählt.

    Echte Prinzessin oder Mostäpfel? Im Museum Heimatstube zeigt Günter Immler Einheimischen und Gästen die bäuerliche Vergangenheit des Dorfes und weckt Erinnerungen an die mittelalterliche Vergangenheit rund um die Burg und seine berühmten Bewohner Otto und Beatrix von Botenlauben.

    Inzwischen hat "Dorfbäcker" Hubert Warmuth seine duftenden Brote aus dem Backofen geholt und die ofenwarmen Bauernlaibe sind im Nu verkauft.

    Zum Theater ist dann jeder Platz besetzt. Das "Ritanswieser Burgtheater " hat eine historische Begebenheit: den Einfall französischer Dragoner, die im Jahr 1797, raubend und brandschatzend durch Reiterswiesen gezogen sind - als Hintergrund für ein lustige Gerichtsszene genommen, in der es um eine unbekannte Prinzessin Luise geht, die sich als geklaute Mostäpfel gleichen Namens vom Ortsteil Viehträ herausstellen. Anders als "Luise von der Viehträ und die Franzosen" , wie das Stück heißt, sind allerdings Freiherr von Erthal, Schultheiß Weissensel und das abgebrannte Gasseneck historisch belegt.

    Viel Beifall gabs für die flotte Darstellung der Akteure. Zuschauer Mario Fischer zog am Abend ein anerkennendes Fazit: "Das ist das schönste Fest in Reiterswiesen." Werner Vogel

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