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    Bad Kissingen

    Hemmerich, Cypas, Zaitsev: drei Glücksgriffe

    Siebenmal in Serie hatte der EV Dingolfing gewonnen, aber dem Spielwitz der Kissinger Wölfe haben die Niederbayern nicht genug entgegenzusetzen.

    Stabilisator in der Abwehr: Kissingens Neuzugang Domantas Cypas.Hopf

    EV Dingolfing - Kissinger Wölfe 2:6 (2:1, 0:3, 0:2).
    Zwei Abgänge. Und mit Adrian Persch, Charles Müller und Viktor Ledin drei fehlende Spieler. Keine guten Voraussetzungen waren das vor dem Duell mit dem EV Dingolfing, der mit der Empfehlung von sieben Siegen am Stück in die Partie gegen die Unterfranken ging. Der starke Gegner und offensichtlich müde Beine nach einer vierstündigen Busfahrt machten den Wölfen zu Beginn zu schaffen, die sich eine Reihe von Strafzeiten einhandelten gegen die quirligen Stürmer der Isar Rats. "Was die Schiedsrichter da mitunter pfeifen, ist für mich unverständlich. Trotzdem dürfen wir nicht so oft auf der Strafbank sitzen", sagte der verletzte Trainer Mikhail Nemirovsky. Nicht verwunderlich der 1:2-Rückstand nach dem ersten Drittel mit dem Treffer von Niko Grönstrand zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Umso besser lief es für die Saalestädter im Mitteldrittel mit den drei Toren von Anton Zeivald, Grönstrand und Nikolai Varianov. Die Niederbayern zeigten sich beeindruckt, handelten sich jetzt ebenfalls diverse Zeitstrafen ein und steuerten einer klaren Niederlage entgegen, die Zeivald und Neuzugang Alexei Zaitsev besiegelten.


    Drei Glücksgriffe

    "Wir haben zur Zeit zwei starke Reihen und richtig gute Verteidiger", lobte Nemirovsky den Vortrag seiner Mannschaft, die bereits am Freitag einen klasse Eindruck hinterlassen hatte beim 7:3-Erfolg über den VfE Ulm/Neu-Ulm. Die drei Neuzugänge entpuppten sich schnell als Glücksgriff. Dass Marc Hemmerich auf Anhieb ein Leistungsträger sein würde, damit wurde gerechnet. Aber auch Domantas Cypas präsentiert sich als Stabilisator in der Abwehr. "Das ist ein großer Rechtshänder und guter Schlittschuhläufer. Wir hatten Glück, dass er Interesse hatte und der Kontakt über unseren Goalie zustande kam", sagt Nemirovsky über den 1,95 Meter großen Litauer.

    Gänzlich ins Schwärmen kommt der 43-Jährige bei der Personalie Zaitsev. "Der Junge ist in Sachen Technik und Spielverständnis besser als 90 Prozent aller Eishockeyspieler in Deutschland. Da beziehe ich die DEL mit ein. Alexei spielt mit Köpfchen, wie ein Schachspieler. Aber ich habe auch andere schlaue Spieler in meiner Truppe", sagt Nemirovsky. Dass das Spiel der Kissinger Wölfe mit dem neuen Trio schneller wirkt, bestätigt der Trainer. "Unser Spiel ist schneller, weil die Pässe schneller kommen und die Passtechnik besser ist."

    Komplimente gibt es auch vom Vereinsboss. "Mit den Verpflichtungen haben wir alles richtig gemacht. Das war ein gelungenes Wochenende. Wie die Mannschaft auf dem Eis steht, das ist im Vergleich zu vorher ein Unterschied wie Tag und Nacht. Der Sieg in Dingolfing hätte auch höher ausfallen können", sagt Michael Rosin. Und wundert sich auch ein wenig über den Spielfluss, "wenn man bedenkt, dass unsere Neuzugänge noch kein einziges Training mit der Mannschaft absolviert hatten".

    Lang war die Heimfahrt auf spiegelglatter Fahrbahn, aber die Angriffslust fiel der Müdigkeit nicht zum Opfer. "Am Freitag wollen wir daheim erneut gegen Dingolfing gewinnen. Und am Sonntag Revanche nehmen bei den Mighty Dogs für die 3:5-Niederlage im Hinspiel. Es gibt nichts schöneres, als im Icedome zu triumphieren", sagt Rosin zum Gastspiel beim ERV Schweinfurt, der sich arg abmühen musste, um Freising beim 4:3 in Schach zu halten. Nach dem Derbysieg vom Freitag in Haßfurt waren die Mainfranken sicher eine Spur souveräner erwartet worden. Jürgen Schmitt

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