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    Burkardroth

    Immer da, wenn gebraucht

    Magdalena Bezold hat nach fast 42 Jahren als Kommunionhelferin und Lektorin in Burkardroth aufgehört. Viel zu tun hat sie aber weiterhin.

    Magdalena Bezold wurde im Advent von Dekan Stephan Hartmann als Kommunionhelferin und Lektorin verabschiedet. Gabriele S...

    Wie so oft war die Liebe daran schuld, dass es die in Bad Homburg geborene Magdalena Bezold 1968 in die Rhön verschlug. Da wollte sie aber zunächst gar nicht bleiben, weil sie "so viel Schnee" aus ihrer Heimat überhaupt nicht gewohnt war. Nun - sie ist immer noch da. Sie hat sich an den Schnee gewöhnt und hat sich überaus rege in der Marktgemeinde Burkardroth engagiert.

    Bei einem Glas Tee im Pfarrheim erzählt die 70-Jährige über ihr bislang schon sehr ausgefülltes Leben im Ehrenamt. Es war 1976, als die Diözese Würzburg nach Laienhelfern suchte. "Je mehr, um so besser", sagte der damalige Burkardrother Pfarrer Anton Reinhard. So ließ sich Bezold mit elf weiteren Frauen und Männern zu Kommunionhelfern ausbilden. Ausgesandt wurden sie vom jetzt emeritierten Bischof Anton Schlembach. Am 26. Januar wären es genau 42 Jahre gewesen, dass Magdalena Bezold als Laienhelferin bei den Gottesdiensten unterstützte.

    "So viele Bezolds im Altarraum", das wollte sie nun gar nicht haben. Ihr Sohn ministrierte bereits und ihr Mann Harald sollte Lektor machen. Deshalb übernahm sie kurzerhand auch diese Aufgabe.

    "Ich habe auch nie in einem Gremium ein Amt übernommen, in dem mein Mann tätig war", betont die Rentnerin. Sie hätte jedoch quasi jedes Ehrenamt ihres Mannes, der ebenfalls mehrere bekleidete, problemlos übernehmen können. Denn im Hintergrund arbeitete sie immer mit. Als ihr Mann starb, übernahm Bezold übergangslos seinen Posten im Pfarrgemeinderat. Auch war es für die zweifache Mutter bei der Gründung des Kindergartenvereins 1976 keine Frage, dass sie sich engagiert. Bezold kümmerte sich zwölf Jahre um die schriftlichen Angelegenheiten des Vereins.

    Es muss wohl an ihrem "schon sehr ehrenamtlich angehauchten Zuhause" gelegen haben, dass sich die ausgebildete Diätassistentin immer wieder um neue Projekte kümmerte. So gehörte das Ehepaar quasi zum Inventar des Pfarrheims, dessen Bewirtung es im Jahr 1980 übernahm. Nach dem Tod ihres Mannes in 2003 stemmte Magdalena Bezold das noch zehn Jahre alleine. "Da sind schon viele Stunden drauf gegangen", erzählt sie von den vielen Veranstaltungen, beispielsweise die des Bauernverbands oder die Wallfahrten, die betreut werden mussten. Es war jedoch nicht so, dass sie keine Lust mehr gehabt hätte, das Pfarrheim weiter zu bewirten. Es waren einfach die "Bierkästen, die zu schwer wurden". Magdalena Bezold hilft aber bis heute mit. Allerdings mit dem Unterschied, dass sie nur noch ihre "Schürze an- und wieder auszieht", wenn sie geht. Und da waren auch noch die vielen Marktfeste, bei denen die gesamte Organisation des Festzeltes, das von der Freiwilligen Feuerwehr und der Sängervereinigung betrieben wird, zu bewerkstelligen war.

    Blieb da noch Zeit für etwas anderes?, "Ja, wir haben schon noch Urlaub gemacht", antwortet sie lächelnd. Man bekommt fast den Eindruck, dass die agile Frau nicht ohne Ehrenamt kann. Denn seit acht Jahren leitet sie die Diabetiker-Selbsthilfegruppe in Bad Kissingen. "Das langt aber dann, mehr halse ich mir jetzt nicht mehr auf", beteuert Bezold. "Bei mir muss man sich anmelden, aber ich bring alles auf die Reihe", erklärt sie. Allerdings geht da nichts ohne Terminkalender.

    Zusätzlich findet Magdalena Bezold auch noch Zeit zum Strümpfe oder Mützen stricken, zum Schwimmen und zum konsequenten Sporteln einmal pro Woche. Und - "meinen Gesangsverein hab ich ja auch noch". Gabriele Sell

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