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    LKR Bad Kissingen

    Krimi mit turbulentem Finale in Hammelburg

    Die Saaledamen schnuppern immer wieder am Sieg und stehen am Ende schon wieder mit leeren Händen da.

    Nicole Schröter vom TV/DJK Hammelburg (links) zieht ab. Weil der Coach der TSG Estenfeld ihre Wurfkraft erkannte, wurde ...

    DJK Waldbüttelbrunn II - FC Bad Brückenau 30:22 (11:11).
    In der legendären Ballsporthalle am Sumpfler in Waldbüttelbrunn trat das Team von Coach Oliver Hilbert-Probeck gegen die Bayernliga-Reserve der DJK an, die einen extrem schlechten Start in die Saison erwischt hatte und zuletzt von den körperlich starken Gerolzhofenern mit ihrem beidhändigen Ausnahme-Handballer Tobias Servatius förmlich überrannt worden war. "Es muss gepunktet werden gegen den stark aufspielenden Aufsteiger Bad Brückenau. Wenn man endlich konzentriert bleibt, die vielen technischen Fehler abstellt und sein Können abruft, könnte es zu einem engen und spannenden Spiel kommen", lautete die öffentlich verkündete Devise der Waldbüttelbrunner Handballer, die sich selbst etwas scherzhaft "die Sumpfler" nennen, im Vorfeld. Mehr Konzentration forderte auch der Bad Brückenauer Coach von seinem Team, das in der Vorwoche gegen Großlangheim deutlich zu viele Leichtsinnsfehler aufs Parkett gezaubert hatte. Und tatsächlich begannen die Sinnstädter diesmal hochkonzentriert und gingen durch "Michel" Müller in Führung (1.). Frühzeitig gelangen im ersten Durchgang die typischen Bad Brückenauer Konter über Simon Dietrich, Simon Weiner und Tom Schumm, zudem wurde das Spiel der "Sumpfler" durch drei Zeitstrafen bis zur Pause etwas ausgebremst. Routinier Jozsef Szentgyorgyi hatte sich bis zur zehnten Minute bereits eine gelbe Karte und zwei Zwei-Minuten-Strafen eingefangen. Mit frühzeitigen Verwarnungen gaben die Unparteiischen Hagen Hirt und Christoph Menz die Richtung vor und wollten so ein allzu körperliches Match verhindern. Doch nach dem Kabinengang häuften sich plötzlich bei den stark verunsicherten Sinnstädtern leichtfertige Fehlpässe und Zeitstrafen. Michael Müller erwischte es gleich zweimal, darüber hinaus mussten Christian Karl und Sven Markovics jeweils zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen. Die DJK zog zwischenzeitlich auf 26:15 (50.) davon, was längst die Vorentscheidung bedeutete. Immer deutlicher wurde, dass die Waldbüttelbrunner alles auf eine Karte setzten, um sich endlich aus dem Tabellenkeller hochzuarbeiten. Besonders der wurfgewaltige 19-jährige Timo Issing, der auch schon in der Bayernliga zum Einsatz kommt, bereitete den Bad Brückenauern erhebliche Probleme und konnte insgesamt acht Tore für die Gastgeber beisteuern. Den treffsicheren Youngster hatten die Bad Brückenauer so nicht auf der Rechnung.
    Tore für Bad Brückenau: Simon Dietrich (11), Tom Schumm (3), Peter Karl (2), Simon Weiner (2), Christian Karl (1), Michael Müller (1), Georg Hoch (1), Max Puschner (1).

    DJK Waldbüttelbrunn - FC Bad Brückenau 36:22 (17:10).
    Einen Tag nach den Bad Brückenauer Handball-Herren reisten die Frauen nach Waldbüttelbrunn zu den extrem heimstarken "Sumpflerinnen". Eine etwas unglückliche Terminierung, denn die FC-Familie zieht es dann doch lieber gemeinsam in fremde Gefilde, um sich gegenseitig anzufeuern. Und das Team von Sebastian Gensichen musste schon frühzeitig einem ordentlichen Rückstand hinterherlaufen. Nach 13 Minuten führte die DJK bereits mit 7:3. Die Waldbüttelbrunnerinnen hatten sich in der Vorwoche im Spitzenspiel bei der HSG Mainfranken II ihre erste knappe Saisonniederlage eingefangen und waren dementsprechend hochmotiviert, gegen die noch jungen Aufsteigerinnen aus der Sinnstadt wieder an die bärenstarken Leistungen anzuknüpfen, die man in dieser Spielzeit in der heimischen Ballsporthalle vor zumeist großer Kulisse abgeliefert hatte. Eine hervorragende Abwehrleistung und konsequente, fast schon gnadenlose Chancenverwertung waren die Schlüssel, um die FClerinnen vor eine schier unlösbare Aufgabe zu stellen. Am Ende wurde das Resultat überdeutlich, weil sich die "Sumpflerinnen" auf ihre eigenen Stärken besannen. Und die liegen bekanntermaßen am Kreis des Gegners. Zudem gelang den DJKlerinnen das Kunststück, sämtliche ihrer insgesamt acht Siebenmeter zu versenken. Weniger Glück hatten die Sinnstädterinnen, die nur drei von fünf Strafwürfen im Kasten unterbringen konnten. Matchwinnerin war letztlich die wurfgewaltige Jasmin Vogel, die elfmal in das Bad Brückenauer Tor traf. Für die Siebenmeterwürfe war die DJKlerin Katharina Schmitt zuständig, die sich über eine 100-prozentige Quote freuen durfte.
    Tore für Bad Brückenau: Lena Übelacker (5/3), Sophie Gundelach (4), Sabine Bott (3), Katharina Probeck (3), Jennifer Frank (3), Stefanie Günther (2), Theresa Löser (1), Lena Lochner (1).

    TV/DJK Hammelburg - TSG Estenfeld 18:21 (10:12).
    Kurz vor dem Tatort bekamen die Zuschauer am Sonntagabend in der Saaletalhalle einen hochspannenden Krimi der sportlichen Art serviert. Immer wieder schnupperte das Team von Sabine Finke am möglichen Sieg, mindestens ein Remis wäre hochverdient gewesen, am Ende aber standen die Saaledamen schon wieder mit völlig leeren Händen da. Noch in der 48. Minute war beim Stande von 17:17 alles möglich. Die Partie stand zu jeder Phase auf des Messers Schneide. Allerdings sorgte Estenfelds Trainer Klaus Beck mit einigen taktischen Finessen dafür, dass es für die Hammelburgerinnen von Minute zu Minute immer kniffliger wurde. Frühzeitig erkannte der TSG-Coach, dass Nicole Schröter jederzeit einen herausragenden Wurf abfeuern kann. Und so stellten die Gäste schon nach kurzer Zeit die Hammelburgerin unter eine extrem ausgeprägte Sonderbewachung. Johanna Walter verfolgte Nicole Schröter fortan auf Schritt und Tritt quer durch die ganze Halle und schreckte auch vor einer Zeitstrafe und einer gelben Karte nicht zurück. Weil die hochmotivierten Gäste bisweilen auch konsequent die Sprungwürfe kreuzten, kauften sie der sonst so treffsicheren und routinierten Handballerin Schröter nach und nach den Schneid ab. Doch ganz so einfach wollten sich die Saaledamen nicht geschlagen geben. Schnelle Konter über Annika Keller und Lena Doschko zeigten nun ihre Wirkung, wurden aber nicht ganz konsequent in Treffer umgemünzt. Tolle Chancen ergaben sich immer wieder für die Gastgeberinnen vor gut besetzten Rängen, aber im Abschluss waren die Hammelburgerinnen teilweise etwas zu überhastet. In der Defensive versuchte Sabine Finke für die nötige Ordnung zu sorgen, was angesichts der leidenschaftlich mitfiebernden Fans auf der Tribüne keineswegs ein Zuckerschlecken war. Die teilweise sehr klein gewachsenen, aber wieselflinken Gäste machten in der Offensive vieles richtig und holten sich insgesamt sechs Strafwürfe heraus. Teilweise allerdings mit äußerst fragwürdigem Körpereinsatz und gewagten, geradezu waghalsigen Sprüngen. In die hart umkämpfte Schlussphase hinein fiel eine größere Verletzungsunterbrechung, als Johanna Walter von der TSG mit dem Gesicht voll auf dem Hallenboden aufschmetterte. Beide Teams waren sichtlich mitgenommen, aber die Gäste ließen sich nicht beirren und erzwangen in der etwas turbulenten und chaotischen Schlussphase den denkbar knappen Sieg.
    Tore für Hammelburg: Annika Keller (6), Lena Doschko (4), Ute Leidner (3), Nicole Schröter (3/1), Sabine Finke (1), Katrin Simon (1).

    DJK Nüdlingen - TSV Bergrheinfeld 21:16 (7:9).
    Die erste Halbzeit lief sehr schlecht für die Mannschaft von Trainer Oliver Speck. "Da ist nicht viel zusammengelaufen, es waren sehr viele Einzelaktionen, aber kein Zusammenspiel", sagte er. Aber Speck lobte die Nüdlinger Abwehr, die nur neun Tore gegen Bergrheinfeld zur Halbzeit zuließ. "In der Pause habe ich meine Spieler sehr deutlich dazu aufgefordert, mehr zusammenzuspielen. Danach ist es ganz gut gelaufen, wir haben in den ersten zehn Minuten kein Tor bekommen und nach und nach unseren Vorsprung ausgebaut." Insgesamt nur 16 Tore zu kassieren spricht für eine sehr gute Abwehrleistung der Nüdlinger. "Im Angriff haben wir leider immer noch unsere Probleme, aber die Abwehrleistung hilft uns enorm", sagte Speck. pia
    Tore für Nüdlingen: Bastian Kiesel (8), Alexander Schmitt (5), Kilian Geßner (4), Tizian Fella (2), Jonathan Kaim (1), Lucas Schäfer (1). Sebastian Schmitt, Pia Schmitt

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