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    Bad Kissingen

    Landkreis kauft ehemaliges Telekom- Gebäude

    Landrat Thomas Bold und seine Mitarbeiter ziehen in dem Bürokomplex ein, während 2018 das Haupthaus in der Oberen Marktstraße saniert wird.

    Der Landkreis investiert weiter in seine Verwaltung: Wie Landrat Thomas Bold (CSU) gestern offiziell bestätigte, hat der Landkreis das ehemalige Telekom-Gebäude am Berliner Platz gekauft und ist ab 1. Oktober neuer Eigentümer. "Es war für uns ein günstiger Zeitpunkt zu sagen, wir erwerben das Gebäude", sagt Bold. "Das ist eine Entscheidung für die nächsten 30 Jahre." Zur genauen Höhe des Kaufpreises äußerte er sich nicht, mit Hinweis darauf, dass Vertragsangelegenheiten mit Privatpersonen der Nichtöffentlichkeit unterliegen. Der Preis sei marktüblich.

    Der Kauf steht in engem Zusammenhang mit einer weiteren Millioneninvestition. Das Anfang der 1960er Jahre errichtete Hauptgebäude in der Oberen Marktstraße ist nach mehr als 50 Jahren reif für eine Generalsanierung. "Das Haupthaus wird energetisch auf den neuesten Stand gebracht", sagt Wolfgang Reith aus der Hochbauabteilung. Heißt: Die Außenfassade wird mit einer neuen, nicht brennbaren Dämmung ausgestattet, Fenster inklusive Sonnenschutz werden erneuert, Brennkessel, Heizkörper und -rohre werden ausgetauscht. "Wir erwarten uns 52 Prozent Brennstoffeinsparung", erklärt er. Der Energieverbrauch pro Quadratmeter soll von mehr als 200 auf 114 Kilowattstunden sinken.


    100 Mitarbeiter ziehen um

    Die Kosten für die energetische Sanierung sind mit 2,8 Millionen Euro veranschlagt, 2,25 Millionen Euro werden über das Kommunale Investitionsprogramm (KIP) gefördert. "Das Investitionsprogramm kam uns da natürlich gelegen", meint der Landrat. Und: "Der Rest ist auch über 50 Jahre alt und wir mussten überlegen, ob wir das in dem Zug sinnvollerweise gleich mitmachen." Es gab grünes Licht von den Kreisräten, so dass Haustechnik, Elektro- und Wasserleitungen, Türe, Wände, Fußböden und Möbel ebenfalls erneuert werden. 3,2 Millionen Euro Kosten sind für die Innensanierung angesetzt.

    Die Arbeiten am Haupthaus sollen im Januar 2018 beginnen und bis Jahresende dauern. Die Sanierung überschneidet sich damit mit den Arbeiten für den Erweiterungsbau in Richtung Mühlgasse. Das Landratsamt wird zur Großbaustelle. "Während der Umbauzeit werden wir das gesamte Hauptgebäude räumen", erklärt Bold. Nur die Kasse und die Kämmerei werden im Haupthaus bleiben. Die übrigen 100 Mitarbeiter werden dagegen Ende dieses Jahres in die Münchner Straße umziehen.


    Raumbedarf langfristig gedeckt

    Bold betont, dass der Landkreis das Gebäude unter anderem zu diesem Zweck erworben hat. Die Bauarbeiter müssten bei der Sanierung keine Rücksicht auf die Mitarbeiter und den laufenden Betrieb nehmen, und umgekehrt werden Störungen für die Mitarbeiter und Bürger verringert. Entscheidend für den Kauf sei aber auch die zentrale Lage an Busbahnhof und Zentralparkhaus sowie die geringe Entfernung zum Haupthaus gewesen. "Das Gebäude ist verkehrstechnisch gut gelegen und auch von der Raumstruktur ideal für eine Verwaltung geeignet. Für uns ist es ein Glücksfall", sagt der Landrat. Bei Bedarf könnte das Landratsamt einzelne Stockwerke auch vermieten.

    Bold hofft, dass der Raumbedarf der Behörde durch den Kauf für die nächsten Jahrzehnte gedeckt ist. Eine wachsende Aufgabenfülle und ein steigender Personalbedarf in den vergangenen Jahrzehnten führten dazu, dass einzelne Abteilungen wie das Gesundheitsamt und die Abfallwirtschaft in angemietete Räumlichkeiten ausgelagert wurden. Diese Objekte sollen laut Bold auf mittlere Sicht aufgegeben werden.

    Die Kreisräte hatten den Verkauf in nichtöffentlicher Sitzung genehmigt. "Es ist eine Entscheidung für die Zukunft und eine Gelegenheit, die wir nicht vergeben wollten", berichtet SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Görner. Der Beschluss im Gremium sei einvernehmlich gefallen. Auch Gotthard Schlereth (FW) hält den Kauf für sinnvoll. "Die Aufgaben in der Verwaltung werden nicht weniger", sagt er.


    Investitionen in das Landratsamt im Überblick

    Sitzungssaal Der große Sitzungssaal wurde 2016 für rund 1,1 Millionen Euro saniert.

    Neubau Der Erweiterungsbau, der derzeit für 7,8 Millionen Euro in Richtung Mühlgasse entsteht, bietet auf 400 Quadratmetern Bürofläche Platz für 60 Mitarbeiter.

    Hauptgebäude Das Haupthaus in der Oberen Marktstraße 6 wird im kommenden Jahr für rund sechs Millionen Euro saniert. Mit 2,25 Milliionen Euro fördert die Regierung einen großen Teil der Kosten.

    Münchner Straße Das neu erworbene Bürogebäude am Berliner Platz bietet auf rund 2400 Quadratmetern Nutzfläche, verteilt auf viereinhalb Bürogeschossen, Platz für rund 150 Mitarbeiter. Die Außenstelle des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bleibt im ersten Obergeschoss bis zum Ende der Sanierung von Kurhausbad und Neumann-Flügel eingemietet. Benedikt Borst

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