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    Geroda

    Rathauschef mit Leib und Seele

    Er ist das jüngste Gemeindeoberhaupt im Landkreis Bad Kissingen. Am Freitag, 8. Dezember, feiert Gerodas Bürgermeister Alexander Schneider 30. Geburtstag

    Der Aktenkoffer ist immer prall gefüllt, wenn Alexander Schneider regelmäßig zur Erledigung der Amtsgeschäfte in die Ver...

    "Die Zeit ist wie im Flug vergangen", sagt Alexander Schneider (UWG) angesichts der Tatsache, dass er schon über die Hälfte seiner erst einmal sechsjährigen Amtszeit hinter sich gebracht hat. "Es macht einfach Spaß zu gestalten", betont der Kommunalpolitiker, der nach eigenen Worten keinen bisherigen Tag in seinem verantwortungsvollen Ehrenamt missen möchte. Der junge Bürgermeister weiß aber auch ganz genau, "dass viele Sachen nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen". So sieht er beispielsweise das "tolle Miteinander im Gemeinderat" als solide Basis für die politische Arbeit.

    Hauptberuflich ist er Meister im Garten- und Landschaftsbau und nach wie vor bei der Firma Baumgart beschäftigt. "Mein Chef hat glücklicherweise großes Verständnis für mein Ehrenamt und unterstützt mich, wo er nur kann", ist Schneider dankbar, für den so mancher Tag "durchaus mehr als 24 Stunden haben könnte". Denn der Ablauf ist stets eng getaktet. Neben Beruf und Bürgermeisteramt hilft der 30-Jährige nämlich fast täglich noch im elterlichen Landwirtschaftsbetrieb mit, ist Atemschutzgeräteträger bei der Feuerwehr und spielt im Jugendblasorchester Scholz mit: "Die Musik ist ein guter Ausgleich für mich". Fast nebenbei erwähnt er bei dieser Gelegenheit noch die Mitgliedschaft "in fast allen örtlichen Vereinen".

    Natürlich gibt es auch ein Privatleben. Die ruhigen Stunden teilt Schneider dann gern mit seiner Lebensgefährtin Franziska Kleinhenz, "obwohl das Zeitfenster für Zuhause nicht sehr groß ist". Der Rathauschef schildert sich selbst als äußerst aktiven Menschen, der vor Energie nur so sprudelt und für den "zwei Wochen Urlaub am Stück schon viel zu lange sind". Lieber fahre er mit seiner Partnerin zur kurzen aber intensiven Erholung in ein verlängertes Wochenende.


    Keine Illusionen

    Da der Rhöner bereits mit 20 Jahren im Gemeinderat gesessen hat, habe er ganz genau gewusst, was auf ihn nach der Kandidatur als gewählter Bürgermeister zukommt: "Da machte ich mir keine Illusionen". Trotzdem seien beispielsweise einige administrative Abläufe absolutes Neuland gewesen. Bei dieser Materie habe er aber immer auf die Hilfe der erfahrenen Mitarbeiter in der Verwaltungsgemeinschaft Bad Brückenau zählen können: "Die nehmen uns Bürgermeistern zum Glück schon eine Menge Arbeit ab". Und sollten die Angelegenheiten doch einmal nicht so laufen, wie das eigentlich geplant war, ruft der junge Mann sich schnell sein Lebensmotto ins Gedächtnis: "Ich ärgere mich nicht über Dinge, die ich nicht erreicht habe, sondern freue mich über das, was ich geschafft habe".

    Schneiders Affinität zur Kommunalpolitik muss schon in der Schule erkennbar gewesen sein.
    So erinnert er sich mit einem Lächeln auf den Lippen daran, was ihm ein Lehrer in der 7. oder 8. Klasse prophezeit hat: "Du wirst bestimmt einmal Bürgermeister". Und so ist es dann 2014 auch gekommen. Die Presse sprach bei dem Ergebnis von 68,1 Prozent der abgegebenen Stimmen sogar von einer Sensation, zumal seine UWG mit einer völlig neuen Liste ins Rennen gegangen war. Auch nach einigen Jahren im Amt verspürt er immer noch das Gefühl, "dass die Bevölkerung hinter mir steht und sich viele Leute für das Gemeinwohl engagieren". Beispiele hat der 30-Jährige genug parat und nennt ganz aktuell den Weihnachtsmarkt. Dieser habe sich aus kleinen Anfängen mittlerweile zu einer Veranstaltung entwickelt, die weit über die Grenzen des Marktes Geroda auf großes Interesse bei den Gästen stößt.

    Natürlich sei in der Kommunalpolitik nicht alles eitel Sonnenschein, gibt Schneider unumwunden zu. Aber auftretende Meinungsverschiedenheiten oder andere Probleme sollten so ausgetragen werden, "dass man sich jederzeit noch in die Augen schauen kann". Und außerdem sollte man den nötigen Respekt, der einem allein schon wegen des Bürgermeisteramtes zuteil wird, im Umkehrschluss auch anderen Personen entgegenbringen. Mit dieser Maxime sei er bisher sehr gut gefahren. Die abschließende Frage, ob er auch wieder bei der nächsten Bürgermeisterwahl in ein paar Jahren antritt, beantwortet Alexander Schneider ohne zu zögern mit einem klaren Ja.

    Rolf Pralle

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