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    Hamburg

    Und nächstes Jahr in die Champions-League

    Volker Keidel ist ein unverbesserlicher Fan des Hamburger SV. In der Jugend spielte er einst mit Bernd Hollerbach zusammen, der den Klub jetzt trainiert.

    Der Autor Volker Keidel (oben, Dritter von links) spielte in der Jugend einst mit Bernd Hollerbach (Vierter von links) z...

    Er hatte einmal fast so viel Talent wie Bernd Hollerbach, jetzt hat er vor allem ein paar mehr Kilo auf den Rippen als sein ehemaliger Mitspieler in der D-Jugend des ASV Rimpar. Volker Keidels Fußballstern ist nicht aufgegangen, dafür hat er sich einen Namen als Autor gemacht. Seine Bücher haben sich tausendfach verkauft. Jetzt wird sein absoluter Lieblingsclub, der HSV, von seinem einstigen Mitspieler trainiert. Steilvorlage für ein neues Werk?

    Arbeiten Sie schon an einem Buch über Bernd Hollerbach und den HSV?
    Volker Keidel: Wenn Bernd den Klassenerhalt schafft, werde ich ihm ein Denkmal bauen. Und ihn heiraten. Und ein Buch schreiben. Aber erst dann.

    Geht mit der Verpflichtung ihres ehemaligen Mitspielers ein Traum in Erfüllung?
    Auch diese Frage kann ich erst nach der Saison beantworten. Wenn er mich dann als Co-Trainer, Scout und Vergnügungswart eingestellt hat. Im Ernst: Ich glaube, dass für Bernd ein Traum in Erfüllung geht. Aber krass, welches Risiko er damit eingeht. Er würde zwar unter diesen Voraussetzungen relativ schuldlos absteigen, aber dennoch wäre er der erste Trainer, der mit dem HSV runtergeht.

    Haben Sie schon Kontakt mit Bernd Hollerbach aufgenommen?
    Das muss von ihm kommen. Schließlich war er mein Wasserträger in der C-Jugend... (lacht)

    Zwei Unentschieden zum Einstieg. Das ist nicht Fisch und nicht Fleisch.
    Das stimmt. Nur Unentschieden bis zum Saisonende werden wohl nicht reichen. Zum Glück fahre ich am Samstag nach Dortmund und brülle unsere Jungs zum Sieg!

    Der HSV wird in der Öffentlichkeit als Chaosklub wahrgenommen. Wie sieht das ein eingefleischter Fan? Warum kommt einfach keine Ruhe in den Verein?
    Das Problem ist, dass alle immer noch glauben, der HSV gehöre in den Europapokal. Das schaffen wir dieses Jahr nicht, aber nächstes Jahr müsste die Champions League drin sein. Was lachen Sie da, Herr Dieter?!

    Als HSV-Fan muss man wohl ein Träumer sein?
    Wenn Du als HSVer kein Träumer bist, kannst Du dich gleich vom "Michel" stürzen. Die Realität ist grausam.

    Sie sind 2014 von München nach Hamburg gelaufen und haben ihre Erfahrungen in dem Buch "Mein Ditmar Jakobsweg" zusammengefasst. Wird es eine neue Wallfahrt geben?
    Die nächste Wallfahrt wird es erst dann geben, wenn der HSV Meister geworden ist. So habe ich es in meinem Buch versprochen. Ich muss also noch nicht direkt ins Training einsteigen. Eventuell muss ich auch sehr alt werden.

    Glauben Sie, Bernd Hollerbach bleibt länger Trainer beim HSV als die üblichen sechs Monate?
    Keidel: Ich wünsche ihm, König Otto als Bundesligatrainer mit der längsten Amtsperiode abzulösen.

    Zweimal Relegation, in den letzten Jahren immer Abstiegskampf. Kann der HSV auch noch was anderes?
    Stand jetzt, würde ich gerne in die Relegation. Auch, weil die bei unserer Vorgeschichte wohl gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt wäre. Und weil ich noch mal so etwas wie in Karlsruhe erleben will (Anm. d. Red.: Der HSV rettete sich erst in der 90. Minuten in die Verlängerung und gewann dort mit 1:2). Das war wie der Champions-League-Gewinn des kleinen Mannes.

    Sie werden bald 50 und damit erwachsen. Ist es nicht langsam an der Zeit, sich einem erfolgreichen Verein zuzuwenden?
    Das hat nichts mit dem Alter, sondern mit Stil zu tun. Ich würde auswärts auch in der Regionalliga noch skandieren: "Kniet nieder, ihr Bauern, Hamburg ist zu Gast!" Ralf Dieter

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