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    ELTMANN

    Explosion bei FAG Schaeffler: 23 Verletzte

    Großalarm für die Rettungskräfte im Landkreis: Im Schaeffler-Werk in Eltmann hat sich eine Explosion ereignet. Vier Mitarbeiter wurden schwer verletzt.

    Eine Explosion hat am Montagvormittag das Werk von FAG Schaeffler in Eltmann (Lkr. Haßberge) erschüttert. Die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt sowie das Unternehmen sprechen von 23 Verletzten, die zum Teil vor Ort behandelt wurden. Laut FAG Schaeffler mussten sieben Menschen in Kliniken behandelt werden. Nach Polizeiangaben wurden vier Mitarbeiter so schwer verletzt, dass Rettungshubschrauber sie in Spezialkliniken geflogen haben.

    Zu der Explosion im Werk des Auto- und Industriezulieferers ist es nach Auskunft von Björn Schmitt, dem Pressesprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken, gegen 10.15 Uhr in einer Reinigungsanlage für Industriesalze gekommen. Die Explosion hat in der betroffenen Werkshalle auch einen kleinen Brand ausgelöst. In Flammen stand vor allem Verpackungsmaterial, sagte Kreisbrandrat Ralf Dressel gegenüber dieser Redaktion. Er leitete den Feuerwehreinsatz. Das Feuer war rasch gelöscht. Hauptaufgabe der Feuerwehr sei die Rettung der Verletzten gewesen. Die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst verlief reibungslos, berichtet Dressel.


    Die ILS Schweinfurt hatte ein Großaufgebot an Feuerwehren, Rettungsdiensten und Technischem Hilfswerk zur Unglücksstelle geschickt. Um den Großeinsatz zu bewältigen, erhöhte die ILS ihr Personal auf 13 Mitarbeiter. Am Sportplatz der Nachbargemeinde Ebelsbach landeten nach und nach vier Rettungshubschrauber, die die vier Schwerverletzten fortbrachten. Sie sollen vor allem Brandverletzungen erlitten haben.
    FAG Schaeffler beschäftigt in Eltmann 480 Mitarbeiter in mehreren Schichten. Die Mitarbeiter, die sich zum Zeitpunkt der Explosion dort aufhielten, mussten die Gebäude verlassen. Wie viele Beschäftigte sich während des Vorfalls im Betrieb aufhielten und von der Evakuierung betroffen waren, konnte die Polizei nicht mitteilen. An Sammelpunkten warteten sie bis kurz vor 12 Uhr, dann durften sie zurück an ihre Arbeitsplätze. Kurze Zeit später rückte ein Großteil der Einsatzkräfte ab.


    Die Nachricht vom Unglück hatte sich schnell herumgesprochen. Vor dem Werkstor in der Industriestraße in Eltmann warteten zehn bis 15 Menschen, teilweise mit Kindern auf dem Arm, nach Neuigkeiten von ihren Angehörigen, die in dem Werk Tonnenrollen für Wälzlager für Maschinen, Windkraftanlagen und Schiffsantriebe herstellen. Auf das Betriebsgelände durften sie nicht. Werkschutz und Polizisten sperrten den Bereich hermetisch ab.
    Nach Aussage eines Anwohners war der Knall der Explosion im Umkreis von mehreren Hundert Metern zu hören gewesen. Das Werk von FAG Schaeffler liegt im Industriegebiet von Eltmann, zwischen der Maintalautobahn A 70 und der unmittelbar am Werkgelände vorbeiführenden Bahnstrecke von Würzburg nach Bamberg. Die Ortschaft Ebelsbach grenzt direkt an.
    Wie Polizeisprecher Schmitt berichtet, hat die Explosion keine Stoffe freigesetzt, die die Gesundheit der umliegenden Bevölkerung hätten gefährden können. Dies bestätigte die Feuerwehr, die Messungen vorgenommen hat. Ein Großteil der Beschäftigen hat laut Polizei nachmittags die Arbeit in dem Betrieb wieder aufgenommen. Laut dem Unternehmen liefen am späten Nachmittag wieder fast 90 Prozent der Produktionsanlagen. Auswirkungen für Kunden werden nicht erwartet.
    Angaben zur Schadenshöhe und zur möglichen Ursache der Explosion machten Unternehmen und Polizei am Montag keine. Neben der Kriminalpolizei Schweinfurt ermitteln die Staatsanwaltschaft Bamberg sowie das Bayerische Landeskriminalamt.
    Das Medieninteresse an dem Unglück war groß. Bis zum Mittag hatten sich vor dem Werk neben Vertretern der regionalen Medien auch Reporter- und Kamerateams mehrerer überregionaler Rundfunk- und Fernsehsender postiert. Ein Zutritt zum eigentlichen Ort des Unglücks war ihnen nicht möglich.



     

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