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    GEUSFELD

    Ein Denkmal markiert das Ende der Flurbereinigung

    Mit der Segnung des Abschlussdenkmales für die Flurbereinigung in Geusfeld fand am Sonntag, dem Patronatsfest der Geusfelder St.-Kilians-Kirche, ein Jahrzehnte währendes Verfahren seinen Abschluss.

    Segnung des Denkmals für die Flurbereinigung in Geusfeld (hinten von links) Bürgermeister Matthias Bäuerlein, Bildhauer ... Foto: Helmut Kistner

    Mit der Segnung des Abschlussdenkmales für die Flurbereinigung in Geusfeld fand am Sonntag, dem Patronatsfest der Geusfelder St.-Kilians-Kirche, ein Jahrzehnte währendes Verfahren seinen Abschluss.

    Nach der Segnung des Denkmales durch Pfarrer Kurt Wolf gab der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Raimund Wendel vom Amt für ländliche Entwicklung in Unterfranken, seiner Freude Ausdruck, dass damit ein optischer Schlusspunkt hinter die Flurbereinigung in Geusfeld gesetzt werden konnte.

    Das Verfahren hatte bereits 1981 begonnen. Die finanzielle und rechtliche Abwicklung werde sogar noch einige Zeit dauern, sagte Wendel.

    590 Grundstücke

    Die Verfahrensfläche bei der Flurbereinigung Geusfeld umfasse insgesamt 304 Hektar, die 150 Grundeigentümern gehörten. Es wurden 590 Flurstücke bearbeitet. Dafür wurden 2,6 Millionen Euro aufgewendet. 1,9 Millionen Euro flossen als staatliche Zuschüsse. Die übrigen 700 000 Euro mussten Gemeinde und Teilnehmergemeinschaft aufbringen. In der Feldflur beteiligten sich die Teilnehmer mit fünf Prozent Eigenleistung, bei der Dorferneuerung waren es sogar 50 Prozent. Die Kostenbeteiligung der Gemeinde Rauhenebrach betrug 5,4 Prozent nach Flächenabzug.

    Erschließung durch neue Wege

    Im Lauf der Flurbereinigung wurden die Felder, neben der klassischen Zusammenlegung von Grundstücken, erstmals genau vermessen und durch moderne Wege erschlossen. Auch die Ortschaft wurde neu vermessen.

    Mögen durch die Flurbereinigung gelegentliche alte Grenzstreitigkeiten wieder aufgewühlt worden sein, so habe das Verfahren letztlich langfristig durch klare Grenzen befriedet. Es habe die Chance geboten, Streitigkeiten zu beenden und ein neues Miteinander zu beginnen. Bei der Dorferneuerung wurden neben dem Kirchplatz und dem Kriegerdenkmal auch die Friedhofsmauer sowie der Spiel- und Bolzplatz neugestaltet, mit Hilfe der staatlichen Förderung. Für die Landschaftspflege wurden Uferschutzstreifen, Wasserrückhaltungen, Streuobstwiesen und Hecken angelegt. Der Gedenkstein, der den Abschluss des Verfahrens markiert, habe das Thema „Wandel der Landwirtschaft und der Landschaft“ zum Inhalt, erläuterte Wendel. Zu diesem Thema habe der Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft die Stichworte Sense, Dreschflegel, Ähren und Mähdrescher sieben Bildhauern vorgelegt. Nach ihrem Urteil hat Bildhauermeister Michael Scholl aus Limbach das Thema in seinem Entwurf am besten umgesetzt. Damit erhielt er den Zuschlag.

    Der Gedenkstein beinhalte zwei Kernaussagen. Landwirtschaft und Landschaft hätten sich im Lauf der Jahre gewandelt. Diesen Wandel habe die Flurbereinigung in den mittlerweile 36 Jahren des Verfahrens begleitet. Sowohl der Wandel in der Landwirtschaft, wo bei der Getreideernte früher Dreschflegel, heute Mähdrescher zum Einsatz kommen, als auch der veränderte Gebäudebestand seien auf dem Gedenkstein Michael Scholls gut erkennbar.

    Sonne und Scholle

    Im Gegensatz zu diesem Wandel sehe man in der Mitte des Gedenksteines das Beständige, das den Wandel der schnelllebigen Zeit, sowohl hier in Geusfeld, als auch in der Gesellschaft allgemein, überdauert. Das ist die Jahrhunderte alte Kirche im Dorf und die Millionen Jahre alte Erde, hier mit der Scholle und der aufgehenden Sonne dargestellt. Wendel dankte Bürgermeister Matthias Bäuerlein, dass die Gemeinde den Gedenkstein mitfinanzierte und die Gemeindearbeiter das Fundament dafür zementierten.

    Steigerwälder Quarzit

    Wendel wies außerdem darauf hin, dass das Material für das Denkmal aus dem gemeindeeigenen Steinbruch bei Obersteinbach stamme. Es handle sich dabei um einen sogenannten „Steigerwälder Quarzit“, der als hart und sehr standfest gilt – wie ein echter Steigerwälder!

    Wendel dankte dem örtlichen Beauftragen aus Geusfeld, Wendelin Jooß, für die gute Unterstützung bei der Umsetzung der Flurbereinigung.

    Bürgermeister Matthias Bäuerlein wies auf die Inschrift des Gedenksteines hin, „Ehre die Scholle, denn sie gibt uns das Brot“. Man solle als Christ auch bedenken, dass alle Nahrungsmittel letztlich von Gott kommen. Das Gemeindeoberhaupt mahnte auch zu einem schonenden Umgang mit der Natur und den Ressourcen. Musikalisch wurde die Einweihung des Flurdenkmales von den „Spreubachtaler Musikanten“.

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