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    HASSFURT / SCHWEINFURT

    „Sie haben einen wunderschönen Beruf gewählt!“

    21 neue Kranken- und Gesundheitspflegerinnen gibt es seit Anfang Oktober in der Region. Mit den mündlichen Prüfungen haben sie ihre dreijährige Ausbildung abgeschlossen.

    Geschafft: Die neuen Kranken- und Gesundheitspfleger freuen sich zusammen mit ihren Lehrern und den Vertretern der beide... Foto: Marco Heumann

    21 neue examinierte Kranken- und Gesundheitspflegerinnen gibt es seit Anfang Oktober in der Region. Mit den letzten mündlichen Prüfungen haben sie ihre dreijährige Ausbildung an der gemeinsamen Berufsfachschule für Krankenpflege und Kinderkrankenpflege von Haßberg-Kliniken und Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt erfolgreich absolviert, heißt es in der Pressemitteilung der Haßberg-Kliniken.

    „Ich will Feuerwehrmann werden!“ Ein Satz, den einst der Zeichentrick-Drache Grisu zu einem geflügelten Wort machte. Ein Satz, der, auch wenn Drachen eigentlich eher Feuer legen als es zu löschen, durchaus nachvollziehbar ist. „Feuerwehrmänner stehen in der Hitliste der bei der Bevölkerung beliebtesten Berufe ganz oben“, wusste auch Dr. Rainer Schua um den Stellenwert der Retter.

    Aber gleich dahinter, so der Prüfungsvorsitzende der Regierung von Unterfranken, folgen die Krankenpfleger. „Sie haben inzwischen sogar die Ärzte überholt und bekommen die Wertschätzung, die sie verdienen.“ Grisu könnte künftig also durchaus auch sagen: „Ich will Krankenschwester werden!“

    Ein Wunsch, der sich für 21 junge Damen seit einigen Tagen erfüllt hat. Mit den letzten mündlichen Prüfungen haben sie die Ausbildung zum Kranken- und Gesundheitspfleger – so die offizielle Berufsbezeichnung – erfolgreich abgeschlossen.

    Die von Schua abgenommene Prüfung war die finale Hürde nach drei Jahren und 4600 Ausbildungsstunden in Theorie und Praxis. Stunden, in denen die richtige Pflege der Patienten ebenso erlernt werden durfte wie Hygiene, Anatomie, das freie Reden oder rechtliche und ethische Grundlagen des Berufs. Ein umfangreiches, nicht immer einfaches Gebiet.

    „Sie haben es geschafft! Jetzt dürfen Sie feiern!“, stellte der Prüfungsvorsitzende fest, bevor er Zeugnisse und Urkunde an die neuen Kranken- und Gesundheitspfleger übergeben durfte.

    Die sind Anerkennung, aber auch Eintrittskarte in einen Beruf, dessen Bedeutung in den kommenden Jahren noch deutlich steigen wird. Stichwort Demographischer Wandel.

    „Mit ihrem Job leisten Sie einen ganz wichtigen Beitrag für unsere Zukunft. Wir brauchen Sie“, machte der stellvertretende Landrat Oskar Ebert klar. „Sie sind gesuchte Leute!“ Die Beschäftigungschancen seien so gut, „wie derzeit in kaum einem anderen Berufsfeld“.

    Sogar Sprungbrett zum Studium

    Die Palette reicht dabei von der Pflege im Krankenhaus oder bei ambulanten Diensten bis hin zu Tätigkeiten in der medizinischen Assistenz, der Gesundheitsberatung, der Rehabilitation oder der Therapie. Manch einer nimmt die abgeschlossene Ausbildung gar als Sprungbrett für ein Studium der Medizin oder im Gesundheitsmanagement.

    Das Ende der Ausbildung stelle dabei aber nur ein Etappenziel dar. Ein Lorbeer, auf dem man sich nur kurz ausruhen kann. „Das Lernen wird auch nach der Examensfeier nicht aufhören“, sagte der stellvertretende Landrat.

    Um stets auf dem neuesten Stand zu sein, ist Fort- und Weiterbildung nahezu ein Muss. „Ihr Beruf entwickelt sich stetig weiter. Nutzen Sie die zahlreichen Möglichkeiten, die er Ihnen bietet.“

    Eines jedoch, auch daran appellierte Oskar Ebert, sollte dabei immer im Hinterkopf bleiben. „Sie haben einen wunderschönen Beruf gewählt!“ Einen, der mehr als andere Tätigkeiten immer auch ein Stückweit Berufung sei. „Sie kümmern sich um Menschen, die Ihnen vertrauen. Sie helfen bei den kleinen und den großen Verletzungen, Sie spenden Trost und Sie geben das Gefühl von Geborgenheit in den Momenten, in denen Menschen am schwächsten sind.“

    All das erfordere „Herz und Verstand, viel Einsatzbereitschaft, sehr viel medizinisches und pflegerisches Wissen und Können sowie Aufmerksamkeit, ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und sehr gutes Organisationstalent“. Fähigkeiten, die in den drei Jahren Ausbildung immer wieder geübt und erfolgreich angewendet wurden.

    Jetzt gelte es sie auch eigenverantwortlich einzusetzen. Ohne dass dabei, das nicht nur aus Sicht von Oskar Ebert vielleicht Wichtigste auf der Strecke bleibt. „Lassen Sie die Patientinnen und Patienten Ihre Begeisterung für Ihren Beruf immer wieder spüren.“ Dann müsse vielleicht irgendwann der Feuerwehrmann sogar seinen Spitzenplatz räumen.

    Die neuen Kranken- und Gesundheitspfleger sind: Anita Asmus (Gädheim), Arbnesha Avdyli (Schweinfurt), Eva Burger (Haßfurt), Irene Düring (Birnfeld), Meliha Edirneli (Schweinfurt), Sarah Feilhauer (Theres), Teresa Fellermann (Schwebheim), Christina Harrison (Dittelbrunn), Carmen Kuhn (Haßfurt), Rahel Merklein (Knetzgau), Daniela Oeckler (Unterpreppach), Jacqueline Pochert (Leutershausen), Nina Schmitt (Schweinfurt), Svenja Schreier (Westheim), Jasmin Schwengler (Unterpreppach), Teresa Seidlein (Königsberg), Olga Steile (Niederwerrn), Vanessa Stingl (Theres), Ilkay Türkan (Schweinfurt), Vanessa Voigtländer (Schweinfurt) und Alice Wipprecht (Haßfurt).

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