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    KNETZGAU

    Biotope für Storch, Libelle und Fledermaus

    In einer beispielhaften Zusammenarbeit zwischen Naturschutzbehörde und Gemeinde wurden in den gemeindlichen Wäldern fünf nutzbringende Tümpel angelegt.

    Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus überzeugte sich mit Gerhard Thein und Manfred Husslein (von links) vor Ort von den... Foto: Christiane Reuther

    In einer beispielhaften Zusammenarbeit zwischen der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Haßberge und der Gemeinde Knetzgau wurden im April in den gemeindlichen Wäldern bei Knetzgau, Wohnau und Zell am Ebersberg fünf größere Tümpel angelegt.

    Waldtümpel sind wichtige Biotope für Amphibien, Libellen, Fledermäuse und viele Vogelarten wie den seltenen Schwarzstorch. Zudem halten Waldtümpel das Wasser im Wald zurück und dienen somit auch dem Hochwasserschutz.

    Vegetation berücksichtigt

    Die für das Projekt geeigneten Flächen wurden nach Absprache mit dem zuständigen Förster der Gemeinde, Christian Mehlhorn von der Forstbetriebsgemeinschaft Haßberge, dem Leiter des Bauhofes der Gemeinde Knetzgau, Bastian Hümmer, sowie von Manfred Husslein von der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Haßberge ausgesucht. Hierbei wurden vor allem der Untergrund und auch die Vegetation vor Ort berücksichtigt. Die notwendigen geringfügigen Rodungen erfolgten unter der Anleitung von Mehlhorn und Hümmer durch den gemeindlichen Bauhof.

    Den Bau der Tümpel ins Rollen gebracht und bei der Abwicklung des Vorhabens beteiligt war der für seinen Einsatz für den Umweltschutz in der Gemeinde Knetzgau bekannte, ehemalige Geschäftsleiter Gerhard Thein. Er hatte damit eine Bitte von Bürgermeister Stefan Paulus erfüllt, in der Gemeinde Knetzgau Umweltschutzideen umzusetzen. Die Gemeinde hat die Flächen ohne Kostenerstattung oder sonstige Bedingungen zur Verfügung gestellt.

    Die Baggerarbeiten für die Tümpel für rund 8200 Euro wurden vom Landratsamt Haßberge aus Ersatzgeldern bezahlt und belasten somit den Gemeindehaushalt nicht. Ersatzgelder gehen an den Landkreis, wenn Eingriffe in den Naturhaushalt vorgenommen werden, wie etwa durch den Bau von Masten oder Windrädern und die Bauherren selbst keine Ausgleichsmaßnahmen vornehmen.

    Wiese statt Rasen

    Laut Paulus sei es klar, dass neben der Errichtung von weiteren Biotopen auch der Flächenverbrauch eingeschränkt werden müsse: „Aktuell beträgt der Flächenfraß in Bayern 13,1 Hektar oder knapp 20 Fußballfelder am Tag. Dies ist eindeutig zu viel, daher müssen auch die Kommunen bei der Ausweisung von neuen Gewerbe- und Baugebieten nachhaltiger planen.

    “ Der Bürgermeister kündigte an, weitere Flächen in der Gemeinde ökologisch nachhaltig anlegen zu wollen, und bittet auch die Bevölkerung um Unterstützung und Einsicht, dass nicht jede Grünfläche wie ein englischer Rasen aussehen kann, sondern diese naturnah gepflegt werden müssen.

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