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    KREIS HASSBERGE

    Warten aufs Christkind aus Franken

    Auch heuer geben die Helfer des Vereins „Werke statt Worte“ alles, um notleidenden Menschen in den ehemaligen Kriegsgebieten Ex-Jugoslawiens zu Weihnachten Hoffnung zu schenken.

    Einst war das im Osten Kroatiens an der Grenze zu Serbien, Bosnien-Herzegowina und Ungarn gelegene Slawonien eine der reichsten Gegenden im früheren Jugoslawien. Durch die Kriege am Ende des 20. Jahrhunderts auf dem Balkan ist es zu einer der ärmsten Gebiete Europas verkommen. Abseits von touristischen Zielen ist das Elend hier besonders groß. Aber auch in den anderen ehemaligen Kriegsgebieten sieht es nicht viel besser aus als in Ostslawonien.

    Den notleidenden Menschen über alle Religionsgrenzen aus reiner Nächstenliebe zu helfen, das ist seit vielen Jahren der Lebensinhalt und Antrieb von Hans-Jürgen Runge.

    Sich schonen, gilt für ihn mit tatkräftiger Unterstützung seiner Frau Ingrid nicht, schon gar nicht jetzt wieder in der Zeit vor Weihnachten, wo die Menschen in den am schlimmsten betroffenen Gebieten doch wieder so sehnsüchtig auf das Christkind aus Franken warten.

    Hans-Jürgen Runges großer Einsatz

    Die Rede ist von der jährlichen Weihnachtspaket- und Weihnachtstütenaktion des humanitären Vereins Werke statt Worte. Hans-Jürgen Runge aus Gerolzhofen, der stellvertretende Vorsitzende an der Seite von Rudolph Karg, ist seit Jahren der Dreh- und Angelpunkt und Motor dieser Hilfsaktionen.

    Auch wenn er immer wieder erschüttert von Armut, Elend und den persönlichen Schicksalen zurückkehrt, mit denen er konfrontiert wird, so ist es die große Dankbarkeit für Dinge, die für uns häufig Kleinigkeiten sind, die ihn trotz seiner über 80 Jahre nicht ruhen lässt, auch wenn ihn und den Helfern die Planung und Durchführung der Transporte kräftemäßig alles abverlangt.

    „Nur gemeinsam funktioniert es“

    Dennoch ist es Hans-Jürgen Runge wichtig zu betonen: „Einer allein ist nichts. Nur gemeinsam und in der Harmonie, wie sie in unserer Truppe herrscht, funktioniert es.“

    Aufgrund von Krieg, Zerstörung, Raub und Überschwemmung breiten sich in den ehemaligen Kriegsgebieten des früheren Jugoslawiens und auch in Rumänien immer mehr Arbeitslosigkeit, Depressionen, große Hoffnungslosigkeit und Abwanderung aus. Zwar möchten die Betroffenen nur zu gern in ihrer Heimat bleiben. Doch es fehlt das Geld für das tägliche Essen, für Heizung, Strom oder Medizin. Eine sehr deprimierende Situation, für die sich die meisten schämen, weiß Hans-Jürgen Runge.

    Vielen von ihnen bliebe nur die Hoffnung, Arbeit im Ausland zu finden. Vor allem viele Fachkräfte mit ihren Familien würden das Land verlassen. Zurück blieben die älteren Menschen mit minimaler Rente bei sehr hohen Lebenshaltungskosten.

    Unter diesen Umständen zu erkranken sei für die Betroffenen eine Katastrophe. Auch auf diesem Gebiet versucht man von Werke statt Worte zu helfen, so der Gerolzhöfer.

    Die vielen Hilfsaktionen des Vereins, der einmal als „Fenster für Mostar“ angefangen hat, haben auch in diesem Jahr vielen Menschen in Osteuropa die so dringend benötigte Hilfe gebracht und ein wenig Hoffnung schenken können.

    Im Jahr 2017 konnten so durch die große Spendenbereitschaft und das Vertrauen in den Verein, bislang schon 13 große 40-Tonner Hilfstransporte beladen werden.

    Der 396. Hilfstransport ist unterwegs

    Eine großartige Leistung der Spender und der ehrenamtlichen, treuen Helfertruppe, welche mit großer Einsatzfreude, Nächstenliebe und Harmonie die Transporte ermöglicht. Dieser Tage ging der insgesamt 396. Hilfstransport auf die lange Reise.

    Rudolph Karg und Hans-Jürgen Runge sind immer wieder begeistert von der großen Hilfsbereitschaft und werden nicht müde, auch und gerade im Namen der Hilfsbedürftigen in Bosnien, Slawonien und Rumänien, Spendern und Helfern zu danken.

    Pfarrer Tomislav Korov schrieb stellvertretend aus Ostslawonien: „Danke für ihre große Nächstenliebe und all das Gute, was sie für uns getan haben.“

    Mit Riesenschritten geht es jetzt auf das Weihnachtsfest zu und wieder startet der Verein Werke statt Worte die traditionelle, große Weihnachtspaketaktion. Die Hoffnung ruht darauf, dass auch diesmal so viele Einzelpersonen, Familien, Vereine, Kindergärten, Pfarrgemeinden, Schulen oder Firmen diese humanitäre Aktion mit Lebensmitteln und Geldspenden unterstützen, wie in der Vergangenheit.

    Der Inhalt der Weihnachtpakete könnte aus Christstollen, Gebäck, Schokolade, Mehl, Zucker, Babynahrung, Trockenmilch, Honig, Tütensuppen, Reis, Nudeln, Margarine, Puddingpulver, Fisch-, Obst- und Gemüsekonserven, Kaffee, Tee und Kakao bestehen. Die Hilfsbedürftigen freuen sich über kleinste Mengen und sie werden, wie jedes Jahr, heuer wieder an den Ausgabestellen Schlange stehen.

    Es werden noch Süßigkeiten benötigt

    Ein ganz besonderes Erlebnis sind für die Vertreter von Werke statt Worte seit 1991 die strahlenden Gesichter der Kinder, wenn an sie die mit süßen Überraschungen gefüllten Weihnachtstüten verteilt werden. Das eingespielte Helferteam in Gerolzhofen wird wieder versuchen, über 3500 Stück zu packen. Hierzu werden allerdings noch dringend Süßigkeiten benötigt.

    Annahme in Löffelsterz und Gerolzhofen

    Weihnachtspakete können an den Samstagen, 25. November und 2. Dezember, von 9 bis 12 Uhr an der Sammelstelle des Vereins in Löffelsterz (ehemalige Orchideen-Gewächshäuser) abgegeben werden. Dort hat auch der Nikolaus seinen Besuch für den 2. Dezember angekündigt.

    In Gerolzhofen besteht wieder die Möglichkeit, Weihnachtspakete im Einrichtungshaus Leopold, Berliner Straße 108 (Nähe FC-Stadion), abzuliefern. Möglich ist dies von Dienstag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr.

    Alle Spenden kommen durch die vielen ehrenamtlichen Helfer des Vereins, ohne Verwaltungskosten, direkt den notleidenden Menschen zugute, unabhängig von Religion oder Nationalität. Allein die Notlage ist entscheidend.

    Vor Ort gewährleisten die häufig in den Diensten der Caritas stehenden Vertrauensleute, dass die Sach- und Geldspenden direkt dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Davon überzeugt sich auch der Vorstand von Werke statt Worte regelmäßig bei den Transportbegleitungen.

    Geldspenden und Kontakt

    Geldspenden können auf das Spendenkonto des Vereins Werke statt Worte bei der Flessabank eingezahlt werden.

    Dies eventuell unter Angabe des konkreten Verwendungszwecks wie „Brot und Milch für Kinder“, „Holz und Kohlen“ oder „Hilfe bei schwerer Erkrankung“. Für eine Spendenquittung ist die Angabe der vollständigen Adresse erforderlich.

    Die Iban-Nummer lautet: DE27 7933 0111 0001 4403 60,

    die Bic: FLESDEMMXXX.

    Sonstige nähere Auskünfte gibt es bei Rudolph Karg, Tel. (01 71) 3 23 84 20, und ganz speziell, was die Süßigkeiten für die Weihnachtstüten anbelangt, bei Hans-Jürgen Runge, Tel. (01 60) 90 15 64 50, oder im Internet unter www.werkestattworte.de

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