• aktualisiert:

    HAßFURT

    Kunsthaus kommt voran

    Nach der Ablehnung des Projekts „Museum herman de vries“ durch den Stadtrat in seiner Sitzung vom 13. März hat das Gremium am Montag einem Grobkonzept der Verwaltung mit 19 zu 4 Stimmen zugestimmt. Dabei sollen wesentliche Elemente aus der Machbarkeitsstudie von Claudia Haas aufgegriffen werden, um das Haus zu einer attraktiven Anlaufstelle für Gäste und Einheimische werden zu lassen.

    Der Stadtrat hat dem Grobkonzept für das geplante Kunsthaus in Haßfurt zugestimmt. Foto: Klaus Vogt

    Nach der Ablehnung des Projekts „Museum herman de vries“ durch den Stadtrat in seiner Sitzung vom 13. März hat das Gremium am Montag einem Grobkonzept der Verwaltung mit 19 zu 4 Stimmen zugestimmt. Dabei sollen wesentliche Elemente aus der Machbarkeitsstudie von Claudia Haas aufgegriffen werden, um das Haus zu einer attraktiven Anlaufstelle für Gäste und Einheimische werden zu lassen.

    Im Erdgeschoss soll demnach ein Raum für Wechselausstellungen –- ähnlich wie derzeit „Kunst im Leerstand“ – und kleinere Veranstaltungen, wie Lesungen und Konzerte, entstehen. Derzeit finden in den ehemaligen Verkaufsräumen zur Hauptstraße hin Ausstellungen lokaler Künstler statt.

    Die Ausstellungen sind von ihrer Dauer her auf mehrere Wochen bis einige Monate ausgelegt. Die Räumlichkeiten könnten auch weiterhin so betrieben werden. Um ausgedehntere Öffnungszeiten als momentan zu gewährleisten, sind die Räumlichkeiten mit der Tourist-Info/Kulturamt baulich entsprechend zu verbinden. Tourist-Info und Kulturamt sind derzeit in Räumlichkeiten in der Oberen Vorstadt untergebracht. Die Räume wurden von der Stadt angemietet. Die Lage dort ist gut, durch eine Verlegung der Einrichtung in das „Kunsthaus“ würde jedoch keine Verschlechterung der räumlichen Situation entstehen.

      

    Vielmehr würde man diese zentrale Einrichtung der Stadt, insbesondere auch als Anlaufstelle für Touristen, zurück in das Herz der Stadt holen. Tourist-Info und Kulturamt weisen eine hohe Frequenz auch durch Laufkundschaft aus. Die Verlagerung der beiden Einrichtungen in das Kunsthaus in der Stadtmitte würde dort für zusätzliche Frequenz sorgen.

    Anlaufstelle für Radfahrer

    Vielfach stehen Radtouristen vor dem Problem, dass sie keine Möglichkeiten vorfinden, ihr Rad und das mitgeführte Gepäck an einem gesicherten Ort abstellen zu können, um so die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Die Einrichtung von Fahrradabstellanlagen mit Schließfächern, versehen mit Ladestationen für E-Bikes im Innenhof des „Kunsthauses“ würde diese Situation erheblich verbessern. Zusätzlich könnte eine Lufttankstelle sowie kleines Werkzeug für Reparaturen vorgehalten werden. Gerade die Kombination des gesicherten Aufbewahrens in der Stadt wäre für den Radtouristen ideal. Kleine Sitzgruppen verbunden mit einem Selbstbedienungsangebot an Snacks und Getränken könnten die Touristen zum kurzzeitigen Verweilen und Verschnaufen einladen.

    Die Räume im ersten Obergeschoss eignen sich für die Unterbringung einer Dauerausstellung einheimischer, regionaler und überregionaler Künstler. Alternativ kann sich eine Dauerausstellung auch auf Kunst aus einer Stilrichtung beziehen. Vorstellbar wäre auch die Einrichtung eines Ateliers, das Kunstschaffenden zeitweise zur Verfügung gestellt wird, um dort Werke zur erstellen, die dann der Dauerausstellung zugeführt werden. Denkbar wäre auch die Einrichtung einer Dauerausstellung wissenschaftlicher Art. Daneben können Räumlichkeiten einer Dauerausstellung der Sammlung der Stadt Haßfurt (derzeit im Bauhof eingelagert) gewidmet werden. Es handelt sich dabei um Exponate aus der Haßfurter Stadtgeschichte, wie Fahnen, profane und sakrale Gegenstände, Stein- und Metallarbeiten und Kleinmöbeln.

    Kinder- und Kunstzentrum

    Die Nutzung des ersten Obergeschosses ist im Rahmen eines Entwicklungsprozesses noch zu konkretisieren. Unter Umständen ist hier externe Beratung erforderlich.

    Im zweiten Obergeschoss soll ein Kinder-Kunst-Zentrum entstehen. Außerschulische kulturelle Bildungsangebote sollen Kinder und Jugendliche fördern, die bisher wenig von kultureller Bildung profitiert haben. Projekte wie „schule@museum“ runden das vielfältige museumspädagogische Programm ab.

    Stadtarchiv ins Obergeschoss

    Im zweiten Obergeschoss sollen außerdem das Stadtarchiv mit Büro und Benutzerraum ihren neuen Platz finden. Das Büro des Stadtarchivs mit Benutzerraum ist derzeit im Erdgeschoss des Rathauses untergebracht. Das Archivgut ist in mehreren Gebäuden verteilt. Problematisch ist, dass die Archivalien zur Einsichtnahme von den verschiedenen Gebäuden ins Rathaus transportiert werden müssen. Dieser Umstand wird seit Jahren von der Aufsichtsbehörde am Staatsarchiv Würzburg kritisiert. Durch die Zusammenlegung von Büro, Benutzerraum und Archivräumen in einem Gebäude könnte dieses Problem behoben werden. Die Archivräume für das Stadtarchiv sowie Depoträume für Kunstwerke sollen im dritten Obergeschoss aufbewahrt werden.

    Das komplette Gebäude soll saniert werden, inklusive der barrierefreien Ausgestaltung mit Aufzug bis in den dritten Stock. Die Nebengebäude im Hofbereich sollen abgerissen werden.

    Von unserem Mitarbeiter Martin Schweiger

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!