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    KREIS HASSBERGE

    „Der Dank ist sozusagen eine Zugabe“

    „Man sollte nicht nur für sich leben, sondern auch für andere da sein“, sagt Irmtraut Neubert aus Haßfurt, die in einer Feierstunde die Goldene Ehrenamtskarte auf Lebenszeit erhielt.

    „Man sollte nicht nur für sich leben, sondern auch für andere da sein“, sagt Irmtraut Neubert aus Haßfurt, die mit weiteren Frauen und Männern in einer Feierstunde im Landratsamt in Haßfurt am Dienstagabend die Goldene Ehrenamtskarte auf Lebenszeit erhielt. Die 80-Jährige engagiert sich seit rund 30 Jahren beispielhaft in verschiedenen Organisationen und begründet dies auch mit ihrer christlichen Einstellung und dem Gebot der Nächstenliebe.

    „Ich habe schon zu Zeiten, als ich noch als Lehrerin für Deutsch, evangelische Religionslehre und Geschichte am Regiomontanus-Gymnasium in Haßfurt tätig war, über meinen Tellerrand geschaut“, erzählte Irmtraut Neubert, die im Jahr 2000 in den Ruhestand trat. So leitete sie damals den sozialen Arbeitskreis der Schülermitverwaltung und kam dabei unter anderem mit Flüchtlingskindern in Kontakt.

    Freundeskreis Asyl

    „Daraus hat sich vor 32 Jahren meine Tätigkeit beim Freundeskreis Asyl bei der Caritas entwickelt.“ Mit Gleichgesinnten bietet sie Flüchtlingen ihre Hilfe an, hilft beim alljährlichen Sommerfest für Ausländer und Deutsche und bei der Nikolausbescherung für Flüchtlingskinder und erteilt denjenigen, die keinen offiziellen Kurs besuchen können, Deutschunterricht.

    Seit etwa 30 Jahren ist sie auch im Leitungsteam des evangelischen Frauenkreises aktiv, der unter anderem mit dem katholischen Frauenbund das ökumenische Frauenfrühstück und den jährlichen Weltgebetstag ausrichtet. Seit 1980 engagiert sich die rührige Frau zudem im Frauenteam des Dekanats Rügheim, das Frauengottesdienste und Frauentage anbietet. Ihre „neueste“ ehrenamtliche Tätigkeit ist der Vorsitz der 2003 gegründeten Haßfurter Tafel und die Mitarbeit im Tafelladen. Die gemeinnützige Tafel sammelt und verteilt Lebensmittel an sozial und wirtschaftlich Benachteiligte und bewahrt gleichzeitig überschüssige, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel vor der Vernichtung. „Die ehrenamtliche Arbeit macht mir Spaß, auch wenn es immer wieder Stress und Ärger gibt. Doch wir dürfen nicht nur von unserem Glauben reden, wir müssen ihn auch praktizieren“, betont Irmtraut Neubert.

    Weiterhin hält sie es für wichtig, im Alter nicht nur daheim zu sitzen („Das ist auf Dauer langweilig“), sondern auch Kontakte zu anderen Menschen zu suchen. „Die Arbeit gibt meinen Tagen eine Struktur und sie hilft mir auch, körperlich und geistig fit zu bleiben“, führte sie als Vorteile an. „Es ist also auch ein bisschen Eigennutz dabei.“

    Unterhaltsamer Abend

    Dankbarkeit dürfe man in diesen Jobs nicht erwarten. „Aber schön ist es doch, wenn man einen Dank erhält. Er ist sozusagen eine Zugabe“, erklärte sie.

    Gerne steht die engagierte Frau nicht im Vordergrund. Da sie jedoch als Vertreterin der Tafel für die Goldene Ehrenamtskarte vorgeschlagen war, fühlte sie sich verpflichtet, ihre Mitarbeiter zu vertreten. Am Ende des Abends fasste sie ihre Eindrücke mit den Worten zusammen: „Es war ein sehr entspannender und unterhaltsamer Abend. Ich empfand ihn als Anerkennung für meine Arbeit und das freut mich sehr.“

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