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    HASSFURT

    Dementi des Gerüchts: Geburtshilfe schließt nicht vorzeitig

    Auf Facebook wurde behauptet, die Entbindungsstation am Haßfurter Krankenhaus stünde kurz vor ihrer vorzeitigen Schließung. Die Wahrheit sieht anders aus.

    Vor einigen Tagen ist das Gerücht bei Facebook im Internet aufgeploppt: Ab September sollen auf der Geburtsstation im Haßfurter Krankenhaus angeblich keine Entbindungen mehr möglich sein, weil es dort mittlerweile an Hebammen mangele. Als Quelle dieser Information gibt die junge Frau, von der der Post stammt, eine Krabbelgruppe an.

    „Das ist irrer Stuss“, ordnet Hebamme Carola Lutsch, die in der Geburtshilfe in Haßfurt arbeitet, die im Internet aufgestellte Behauptung mit klaren Worten als unwahr ein. „Bei uns wird nicht zugemacht.“ Auch im Namen ihrer Kolleginnen verspricht sie, den Betrieb in der Geburtshilfe bis zum letzten Tag aufrecht zu erhalten. „Notfalls schaffe ich dort rund um die Uhr“, kündigt sie entschlossen an.

    Auch Wilfried Neubauer, Vorstand der Haßberg-Kliniken, ist der irreführende Facebook-Post bereits bekannt. Man dürfe nicht alles glauben, was sich in den sozialen Medien im Internet verbreitet, warnt Neubauer im Gespräch mit dieser Redaktion.

    Es geht weiter bis Ende 2018

    Die Klinikleitung werde versuchen, den Betrieb der Geburtshilfe im Haßfurter Krankenhaus, wie vom Verwaltungsrat am 15. Mai beschlossen, bis Jahresende 2018 aufrecht zu erhalten. Erst dann soll die Abteilung aus Kostengründen geschlossen werden, als ein Beitrag zu den Sparmaßnahmen zur Senkung des Defizits des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken.

    Bekanntermaßen hätten zwei Hebammen, die am Haßfurter Krankenhaus arbeiten, gekündigt; diese werden im September gehen, berichtet Neubauer. Doch werde demnächst eine Hebamme neu angestellt, wodurch die aktuell 5,6 Stellen-Anteile nahezu gehalten würden. In Köpfen ausgedrückt, werden es laut Neubauer demnächst neun statt aktuell zehn Hebammen sein.

    Garantieren, dass die Geburtshilfe bis 31. Dezember 2018 geöffnet hat, kann auch der Klinik-Vorstand freilich nicht. Neubauer: „Ich muss auch die Mitarbeiterinnen verstehen, die zwischenzeitlich anderswo ein attraktives Angebot erhalten und gehen.“ Ein Fortbestehen der Geburtshilfe über das vom Verwaltungsrat gesetzte Datum hinaus, ist für Neubauer nicht absehbar. Die Zahl der Entbindungen sei unverändert zu niedrig, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten.

    Hebamme Lutsch dagegen gibt sich kämpferisch und möchte keinesfalls aufgeben. Sie verweist auf die seit zwei Jahren steigenden Geburtenzahlen. Im Jahr 2015 seien es 370 Geburten gewesen, im Vorjahr 421 und bis zum vergangenen Wochenende lag die Zahl der diesjährigen Geburten bereits bei 267, berichtet Lutsch. Dies seien 25 mehr als im Vorjahreszeitraum. Laut ihr, rechnen die Hebammen bis Jahresende mit 450 bis 480 Geburten.

    500er-Marke im Auge

    Im kommenden Jahr könnte die 500er-Marke geknackt werden, schätzt die Hebamme. Und damit würde die Geburtenzahl ein Level erreichen, das der Verwaltungsrat im vergangenen Jahr, als die Schließungspläne für die Geburtshilfe erstmals diskutiert wurden, als mögliche untere Schwelle zur Wirtschaftlichkeit genannt worden sei.

    Die richtige Botschaft müsse jetzt lauten: „Wir machen weiter – bis zur letzten Stunde“, sagt Lutsch. Sie gibt die Geburtshilfe jedenfalls nicht auf und möchte sich „im Kreißsaal festbeißen“. Sie beobachtet, dass wieder mehr Frauen, die in Haßfurt entbinden, die dortige Ruhe und das familiäre Klima schätzen.

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