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    MAROLDSWEISACH

    Metaller wollen sich keine Einschüchterung bieten lassen

    Beim Streik der Mitarbeiter der Firma Weiss in Maroldsweisach warfen Gewerkschafter der Geschäftsführung vor, Mitarbeiter eingeschüchtert zu haben.

    Etwas mehr als 70 Beschäftigte beteiligten sich nach Angaben der Organisatoren am Warnstreik bei der Firma Weiss Spindel... Foto: Beate Dahinten

    Etwas mehr als 70 Beschäftigte beteiligten sich nach Angaben der Organisatoren am Warnstreik bei der Firma Weiss Spindeltechnologie in Maroldsweisach zur Mittagszeit. Dies seien über ein Drittel der am Donnerstag anwesenden Mitarbeiter, sagte Florian Schmidt, Leiter des Vertrauenskörpers. Und es seien nicht nur Gewerkschaftsmitglieder dabei.

    Das erste Pfeifkonzert gab es noch vor Schmidts Begrüßung: Laut IG-Metall-Bevollmächtigtem Matthias Gebhardt hatte die Firmenleitung im Vorfeld versucht, Mitarbeiter einzuschüchtern, um sie von der Teilnahme an dem Warnstreik abzuhalten. „Das lassen wir uns nicht bieten“, rief er den Streikenden zu. Angesichts dieser vermuteten Einschüchterung zeigte sich Gebhardt später mit der Beteiligung zufrieden. Ursprünglich hatte die IG Metall mit 100 Streikenden gerechnet.

    Geschäftsführer Claus-Peter Lehnert widersprach auf Nachfrage dem Vorwurf. „Wir haben bestimmt niemanden eingeschüchtert, das ist gar nicht unsere Absicht“, sagte er gegenüber dieser Zeitung. Er habe Verständnis für die Forderungen der Beschäftigten und es sei ihr gutes Recht, zu streiken. Die Meister hätten in Absprache mit der Werkleitung die Mitarbeiter lediglich gebeten, nach dem Streik wieder an ihre Arbeitsplätze zu kommen, um das Tagessoll zu schaffen, denn die Firma sei in einer schwierigen Situation. Er verwies auf Aufträge, bei denen das Unternehmen im Verzug sei.

    Zu ihren Forderungen nach mehr Lohn und einer Wahloption auf kürzere Arbeitszeiten verwiesen die Gewerkschafter auf die gute Situation der Wirtschaft im Allgemeinen und auf einen Milliardengewinn bei der Firma Siemens, zu der das Maroldsweisacher Unternehmen gehört. „Wir wollen auch eine Maß vom Gewinnfass abhaben“, sagte Florian Schmidt, „wir geben uns nicht mit einem Tropfen Bier zufrieden.“

    Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Brasch sagte, bei der Firma Weiss werde 37 Stunden die Woche gearbeitet, für das gleiche Geld wie nach dem Tarif der IG Metall für eine 35-Stunden-Woche. Daher „unterstütze ich die Forderung nach sechs Prozent mehr und fordere die Arbeitgeber auf, sich zu bewegen“.

    Brasch sprach im Saalbau Hartleb, wo der Warnstreik nach einem Demozug durch den Ort endete. Als positiv wertete er, dass es bei Weiss bereits die Möglichkeit gibt, die Arbeitszeit vorübergehend zu verkürzen. „Da sind wir der Tarifrunde ein Stück voraus.“

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