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    KÖNIGSBERG

    Es bleibt bei vier Musikschulen

    In ihrem Bericht zeigte die Kulturbeauftragte Renate Ortloff, dass ein Zusammenschluss sogar teurer wäre.

    Der Kreis-Ausschuss für Kultur, Sport und Tourismus war im Atelier von Gerhard Nerowski zu Gast. Er arbeitet gerne mit ... Foto: Sabine Weinbeer

    In der Bildhauerwerkstatt von Gerhard Nerowski in Königsberg begann die Herbst-Sitzung des Kreis-Ausschusses für Kultur, Tourismus und Sport. Nerowski zeigte sein Atelier und gab einen Einblick in sein Schaffen. Seit 1992 lebt er im Landkreis Haßberge, 1994 kaufte er das Anwesen am Salzmarkt in Königsberg.

    „Ein Glücksfall“ sei dieses Haus gewesen, weil es Wohnung und Atelier so ideal verbinden lässt, mitten in der Altstadt. Ein Nebenraum und der malerische Innenhof dienen Nerowski bereits auch als Ausstellungsfläche, eine Galerie im Erdgeschoss des Haupthauses soll noch dazu kommen, informierte er die Ausschuss-Mitglieder über seine aktuellen Pläne.

    Mitwirken beim „Kunststück“

    Vor dem Besuch der Akademie der Bildenden Künste machte Gerhard Nerowski eine Schreinerlehre. Ein Zugeständnis an die Eltern sei das gewesen, doch die handwerklichen Grundlagen kämen auch dem Künstler Nerowski zugute. Meist arbeitet er in Holz, aber auch seine Bronzen sind beliebt. Seine Schwerpunkte sind Portraits, Kunst im öffentlichen Raum wie in Schweinfurt, Herzogenaurach oder Nürnberg, aber auch im kirchlichen Bereich ist er stark nachgefragt. So gestaltete er die Altäre in Dürrenried oder in der katholischen Kirche von Maroldsweisach.

    Immer dabei ist Nerowski beim Kunststück, das die Kreis-Kulturarbeit organisiert. Der Tag des offenen Ateliers werde immer von vielen Besuchern wahrgenommen, erklärte er.

    Überblick der Kulturbeauftragten

    In der Stadthalle wurde die Sitzung dann fortgesetzt, hier gab Renate Ortloff, die Kulturbeauftragte des Kreises, einen Überblick über verschiedene Projekte. So entstand aus den Arbeiten des Praxis-Seminars „Keramik“ eine Ausstellung, die ins Kunststück eingegliedert wurde. In Zusammenarbeit mit der inzwischen verstorbenen Cordula Kappner entstand aus einem weiteren P-Seminar des Regiomontanus-Gymnasiums ein Informationsflyer zum Denkmal, das in der Haßfurter Promenade an das Schicksal der jüdischen Bevölkerung erinnert.

    Stolz ist Renate Ortloff auf die Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Bildender Künstler Oberfranken, die unter anderem darin zum Ausdruck kommt, dass man die jeweiligen Veranstaltungen gegenseitig bewirbt.

    Im nächsten Jahr wird der Kunstpreis des Landkreises zum zweiten Mal vergeben, die Ausschreibung endet am (heutigen) 15. November.

    Die Vernissage der eingereichten Kunstwerke findet am 25. Februar 2018 statt, die Preisübergabe ist für den 22. März geplant.

    Auch die Haßberge-Tracht breitet sich weiter aus, in Rügheim fanden sich 22 Frauen zusammen, die die Tracht selbst nähten. Immer wieder werde man angefragt, die Tracht zu präsentieren, so Renate Ortloff, und die beteiligten Frauen seien auch immer gerne dabei

    Um die förderfähigen Musikschulen im Landkreis zu unterstützen, hat der Kulturausschuss eine dreijährige „Sonderförderung“ beschlossen insgesamt 15 000 Euro wurden gewährt für besondere Ensembles oder Workshops. Im vergangenen Jahr wurde die Förderung um ein Jahr verlängert und damit die Möglichkeit gegeben, eine Neuausrichtung der Musikeinrichtungen im Landkreis auszuarbeiten.

    Zusammenschluss käme teuer

    Renate Ortloff berichtete aus den Gesprächen, dass es in absehbarer Zeit keinen Zusammenschluss der vier Musikeinrichtungen zu einer Kreis-Musikschule geben wird, da die geforderten Rahmenbedingungen auch die Kosten deutlich erhöhen würden. Bisher werden die Fördermittel für die Musikeinrichtungen allein nach abgehaltenen Doppelstunden durch den Kreis gefördert.

    Nach diesem Schlüssel wurden bisher jährlich 30 000 Euro verteilt auf Dreiklang e.V. in Haßfurt, die Musikschule Ebern, Kultur e.V. Rügheim und den Musikbahnhof Gädheim.

    Dazu kam nun die „Sonderförderung“, die als Basisförderung fortgeführt werden soll. Diese 15 000 Euro sollen auch den kleineren Einrichtungen ermöglichen, besondere Angebote zu machen, die ja gleich viel kosten, egal, ob sie von einer kleinen oder einer größeren Musikschule umgesetzt werden. Ausgezahlt werden diese Mittel nach Nachweis. Dieser Neufassung der Zuschussregelungen stimmte der Kulturausschuss bei drei Gegenstimmen zu.

    Von unserer Mitarbeiterin Sabine Weinbeer

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