• aktualisiert:

    RÖDELSEE / WIESENBRONN / KITZINGEN

    Berühmtem Urahn auf der Spur

    Stationen im Leben des berühmten Rabbiners Seligmann Bär Bamberger besuchten Mordedechai Bamberger und sein Sohn. Erster Halt war der Geburtsort Wiesenbronn.

    Der Glasgower Rabbiner Mordechai Bamberger (rechts) besuchte mit seinem Sohn die Gräber seiner Vorfahren auf dem jüdisch... Foto: Reinhard Hüßner

    Auf den Spuren ihres berühmten Urahnen Seligmann Bär Bamberger waren dieser Tage Mordechai Bamberger und sein Sohn unterwegs. Beide hatten sich aus Glasgow und Antwerpen auf den Weg gemacht, um bekannte und weniger bekannte Stationen im Leben des Würzburger Rabbi zu erforschen.

    Erste Station war laut einem Pressebericht die Wiesenbronner Synagoge. In dem Weinort wurde Seligmann Bär Bamberger 1807 geboren und hier verbrachte er seine Jugend. Nach dem Rabbiner-Studium auf der Talmud-Hochschule in Fürth kehrte er nach Wiesenbronn zurück und übernahm 1827 den Krämerladen seiner Eltern. Im Jahre 1840 wurde er zum Distriktsrabbiner in Würzburg gewählt.

    Besonders beeindruckend für die Gäste war die ehemalige, eher unscheinbare Stube im Erdgeschoß der ehemaligen Synagoge, die Michaela und Reinhard Hüßner in gut zehnjähriger Arbeit hergerichtet haben. Dort wurde Seligmann Bär Bamberger vom Ortsrabbiner Gerson Levi in das Thorastudium und die Talmud-Lehre eingeführt. Neben dem ehemaligen, mit einem Sternenhimmel ausgestatteten Betsaal, galt das Interesse der original erhaltenen Mikwe und den ausgestellten Genisa-Funden aus dem Dach des Gebäudes.

    Auf dem Rödelseer Judenfriedhof wartete schon Gerlinde Wagner vom Förderverein ehemalige Synagoge Kitzingen, um die Bambergers zum Grab der Mutter von Seligmann Bär Bamberger zu führen. Diese starb 1836 und wurde, wie seinerzeit üblich, auf dem großen Bezirksfriedhof in Rödelsee beigesetzt.

    Die Synagoge in Kitzingen stellte Margret Löther, Vorsitzende des Fördervereins alte Synagoge Kitzingen vor. Den Gästen imponierten laut Pressemitteilung vor allem die Ausmaße des Gebäudes und die aufwändig wieder hergestellte Schaufassade. Großes Interesse fanden zudem historische Fotos mit Innenansichten der Synagoge.

    Die Führung endete in der ehemaligen Mikwe direkt unter dem Gebäude. Margret Löther führte dazu aus, dass die Mikwe erst während der Renovierung in den 1990er Jahren verschwand. Es bestehe aber die Hoffnung, dass bei einer Mikwen-Ausstellung zumindest ein kleiner Teilbereich der ehemaligen Tauchbecken wieder aufgedeckt und den Besuchern präsentiert werden kann, wie Löther dem Presseschreiben zufolge erklärte.

    Mit Worten des Dankes und der Zusicherung eines Tages wieder zu kommen, verabschiedete sich Mordechai Bamberger mit seinem Sohn Richtung Würzburg. Dort, an der Wirkungsstätte ihres berühmten Vorfahren, wollten sie dem Gemeindezentrum Shalom Europa einen Besuch abstatten.

    Bearbeitet von Harald Meyer

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (1)

      Kommentar Verfassen

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!