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    KITZINGEN

    Kitzingen behutsam und mit Gefühl weiterentwickeln

    Wie wird sich die Große Kreisstadt verändern? Beim Neujahrsempfang stellte Stadtbaumeister Oliver Graumann den Gästen äußere Rahmenbedingungen und seine Überlegungen vor.

    Stadtbaumeister Oliver Graumann sprach beim Kitzinger Neujahrsempfang über die bauliche Entwicklung in der Stadt. Foto: Andreas Brachs

    Dörfer, die aussterben und deren Häuser leer stehen – Städte, die den Zuzug nicht bewältigen und in denen bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist. Eine älter werdende Bevölkerung, mehr Single-Haushalte, ein verändertes Einkaufs- und Freizeitverhalten. Stadtbaumeister Oliver Graumann skizzierte beim Neujahrsempfang der Stadt Kitzingen Rahmenbedingungen für die künftige Entwicklung der Kommunen und welchen Einfluss er in Kitzingen nehmen möchte.

    „Wohnen – Leben – Arbeiten in Kitzingen, eine Stadt entwickelt sich“ lautete das Motto zum Jahresauftakt. In seinem Vortrag ging der Stadtbaumeister auf Kitzinger Besonderheiten ein. Beachtlich sei die Konversion von 400 Hektar ehemaliger Kasernenfläche in einer Stadt mit 22 000 Einwohnern. ConneKT, Innopark und Richthofen Circle zeigten, dass die Stadt und mit ihr Bayern bei der Konversion „richtig gut“ vorankommen, befand Graumann. In Kitzingen liege das an der guten Zusammenarbeit zwischen Stadt und Investoren.

    Den Stadtbaumeister freut, dass fast jedes große Unternehmen der Stadt erweitert und auch die Klinik mit ihren Neubauten vorangeht. Für mehr Wohnraum sorge die Sanierung von 750 Wohnungen in den Marshall Heights. Die Stadt saniert zusätzlich Stück für Stück ihre rund 200 Wohnungen.

    Auch ein Plus für die Große Kreisstadt: Für viele Investoren sei sie interessanter als Würzburg, urteilte Graumann. Er zählte Beispiele wie die neuen Wohnungen auf dem BayWa- und auf dem Bürgerbräu-Gelände an. Das sei beispielgebend und ziehe hoffentlich Nachahmer nach sich. Auf einem guten Weg sei die soziale Infrastruktur mit Schulen und Kindergärten.

    Auf eine „behutsame Stadterneuerung“ setzt Graumann in der Altstadt. Das geschlossene Stadtbild und die historische Bausubstanz gelte es, weitgehend zu erhalten. Das sei wichtig für die emotionale Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt. Dennoch will er Veränderung: mehr Grün, mehr Aufenthaltsbereiche und mehr Barrierefreiheit. Vorbildlich ist das in den Augen des Stadtbaumeisters links und rechts des Mains gelungen, wo man ohne Zäune bis ans Wasser gelangen könne. Ein weiterer Bonus: die autofreie Alte Mainbrücke.

    „Richtig schlimm“ ist für Graumann dagegen das Bahnhofsumfeld, das eigentlich ein Eingangstor für die Stadt sein soll. Doch Kitzingen sei auf Partner angewiesen, um etwas verändern zu können. Grundsätzlich plädierte der Stadtbaumeister dafür, die Stadt „mit Gefühl zu entwickeln“, Bürger und Investoren mitzunehmen und miteinander im Gespräch zu bleiben. Nur gemeinsam sei es möglich, ein attraktives Zentrum der Region zu bleiben und neue Einwohner zu gewinnen.

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