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    KITZINGEN

    Erste Frau an der Spitze des Amtsgerichts

    Helga Müller heißt die neue Chefin des Amtsgerichts in Kitzingen. Die 60-Jährige hat Walter Konrad abgelöst.

    Wechsel am Amtsgericht: In einer Feierstunde im großen Sitzungssaal des Kitzinger Landratsamtes ist am Montag Helga Müll... Foto: Siegfried Sebelka

    Großer Bahnhof am Landratsamt: In einer Feierstunde im großen Sitzungssaal hat der Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg, Clemens Lückemann, Helga Müller als Direktorin des Amtsgerichts Kitzingen offiziell in ihr Amt eingeführt. Die erste Frau an der Spitze dieser Justizbehörde hat am 1. November die Nachfolge von Walter Konrad angetreten. Er hatte sich Ende September in den Ruhestand verabschiedet.

    Ein schöner Brauch

    Als „schönen Brauch der bayerischen Justiz“ bezeichnete der Präsident des Landgerichts Würzburg, Dietrich Geuder, den Festakt zur Einführung der neuen Chefin. Nicht zuletzt die Anwesenheit zahlreicher hochkarätiger Vertreter aus Behörden und Politik unterstreiche die Bedeutung des Amtsgerichts Kitzingen.

    Erste Anlaufstellen

    Die Wichtigkeit der Amtsgerichte für das reibungslose Funktionieren des Rechtsstaats betone auch Clemens Lückemann als Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg, in dessen Zuständigkeit es 18 Amtsgerichte gibt. Sie seien die ersten Anlaufstellen für die rechtssuchenden Bürger und unverzichtbar – weder im großen München noch im kleinen Kitzingen.

    Abschied nach 40 Jahren

    Lückemann ging auf Walter Konrad (65) ein, der nach knapp 40 Jahren in Diensten der Justiz den Ruhestand genießt. „Nichts war ihm zuviel“, sagte er über den aus Lichtenfels stammenden Juristen. Er attestierte ihm, das Kitzinger Gericht „ruhig, souverän und in einer angenehmen Atmosphäre“ geführt zu haben. Lückemann ging auf die Karriere des Juristen ein, die 1979 als Proberichter am Landgericht Würzburg begann. Nach fünf Jahren bei der Staatsanwaltschaft wechselte Konrad 1986 als Richter an das Landgericht Würzburg.

    Im Rahmen der Aufbauhilfe der Justiz in den neuen Bundesländern wurde Konrad 1997 für ein Jahr an das Landgericht Chemnitz abgeordnet. Nach seiner Rückkehr nach Würzburg nahm er dort richterliche Aufgaben wahr, bis er im Mai 2002 nach Kitzingen wechselte. 2005 wurde Konrad zum Vorsitzenden Richter am Landgericht Würzburg ernannt. Seit Juni 2013 war er schließlich Direktor am Amtsgericht Kitzingen. „Ich habe es genossen“, sagte Konrad am Ende und lobte die Kulturlandschaft und die Lebensfreude im Landkreis.

    Seit 1986 im Justizdienst

    Seine Nachfolgerin ist die in Oldenburg geborene Helga Müller (60 Jahre). Sie trat im Mai 1986 als Staatsanwältin in Coburg in den Justizdienst ein. Wenig später wurde sie an die Staatsanwaltschaft Würzburg versetzt. In den 14 Jahren am Amtsgericht Würzburg war sie als Zivilrichterin, als Strafrichterin, als Vorsitzende des Schöffengerichts und als Jugendrichterin eingesetzt.

    Unterschiedliche Aufgaben

    Ihr Weg führte Helga Müller im Jahr 2007 als Vorsitzende Richterin an das Landgericht Würzburg. Dort saß sie verschiedenen Strafkammern sowie einer Zivilkammer vor und übte Verwaltungstätigkeiten aus. Ab 2014 war sie am Amtsgericht Würzburg unter anderem für Betreuungs- und Unterbringungssachen sowie Zwangsversteigerungs-, Zwangsverwaltungs- und Insolvenzverfahren zuständig. Im November 2017 folgte der Wechsel als Direktorin zum Amtsgericht Kitzingen. „Sie lässt sich nichts vormachen“, zitierte Lückemann aus einer ihrer Beurteilungen und lobte neben ihren zupackenden Art ihr freundliches, verbindliches und gradliniges Wesen.

    Freude und Herausforderung

    Wie Müller am Ende sagte, nehme sie das neue Amt mit Freude an und sehe es als Herausforderung. Der Einstieg in Kitzingen sei ihr leicht gemacht worden, sagte sie vor allem in Richtung ihres Vorgängers und ihrer Mitarbeiter. Für Letztere werde sie versuchen, trotz permanent knapper Personaldecke ein gutes Arbeitsklima zu schaffen, in dem auch gute Ergebnisse erzielt werden können.

    Für die musikalische Gestaltung sorgte die Bläsergruppe des Armin-Knab-Gymnasiums unter der Leitung von Manfred Rappert.

    „Sie lässt sich nichts vormachen.“

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