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    LANDKREIS KITZINGEN

    Drei Steine für ein starkes Franken

    Bayern und Franken sitzen seit dem Ende Napoleons in einem Boot. Wir das vor 200 Jahren politisch gesteuert wurde, hat etwas mit zwei Steinen bei Geiselwind zu tun.

    Der alte Dreifrankenstein steht rund sieben Kilometer Luftlinie entfernt von seinem neuen Nachfolger im Wald zwischen Kl... Foto: Erwin Muth

    „Als Franken zu Bayern kam“. Diese Arbeitsüberschrift könnte über den Veranstaltungen stehen, die der Initiativkreis Kultur, Geschichte und Archäologie im Kitzinger Land zu einem Meilenstein in der Geschichte plant: 200 Jahre Verfassung im Königreich Bayern plus 100 Jahre Freistaat Bayern. Beide Jubiläen fallen zwar erst ins nächste Jahr, werfen aber schon jetzt – beispielsweise bei einem Treffen am Dreifrankenstein in Geiselwind – ihre Schatten voraus.

    Am Anfang war Napoleons Ende

    Das Verfassungsjubiläum hat ein Vorspiel: Nach dem Fall Napoleons und dem Ende der Kriege werden viele Grenzen verschoben, Länder und Regionen unter den Herrschenden neu verteilt. Betroffen vom Schachern der Mächtigen beim Wiener Kongress war auch Franken. 1814 kam das Großherzogtum Würzburg-Toskana in den Besitz von Bayern.

    Der Zugewinn entsprach laut einem Pressetext des Initiativkreises „in etwa dem heutigen Unterfranken.“ Und weil der dicke Brocken das damalige Königreich deutlich veränderte, war eine Neuordnung nötig. Bayern zog eine Verwaltungsreform durch, an deren Ende – am 1. Oktober 1817 – acht Verwaltungskreise standen.

    Politisches Umorganisieren

    Und weil die Bayern schon am politischen Umorganisieren waren, gab ihnen König Maximilian I. Josef im Mai 2018 eine Verfassung, die die alt- und neubayerischen Regionen vereinte. Diesem Ereignis vor 200 Jahren ist eine Sonderausstellung im Museum Barockscheune in Volkach gewidmet, die am Palmsonntag, 25. April 2018, eröffnet werden soll. Deren Grundstock wiederum ist die Dauerausstellung „Gaibacher Fest“, die im Sommeracher Rathaus (St. Valentin-Saal) zu sehen ist.

    Startschuss der langen Veranstaltungsreihe vor und im Jubiläumsjahr ist am 1. Oktober um 14 Uhr das Treffen am Dreifrankenstein in Geiselwind. Um es präzise zu sagen: Der Initiativkreis lädt Wanderer und Geschichtsinteressierte ein, zum neuen Dreifrankenstein zu kommen und von hier aus zum etwa sieben Kilometer Luftlinie entfernten alten Dreifrankenstein zu marschieren.

    Ein Stein verliert seine Funktion

    Letzterer ist eine 1,35 Meter hohe Sandsteinsäule, die 1892 – 75 Jahre nach der bayerischen Kreiseinteilung – am Berührungspunkt Ober-, Mittel- und Unterfrankens gesetzt wurde. Der Stein im Wald zwischen Kleinbirkach (gehört zu Ebrach) und Ebersbrunn (Ortsteil von Geiselwind) verlor mit der Gebietsreform von 1972 seine Funktion als Schnittpunkt der drei fränkischen Region und bekam als Ersatz den neuen Dreifrankenstein.

    Der 2,8 Meter Findling aus Muschelkalk trägt das Wappen der drei Regierungsbezirke und steht seit 1979 – grob gesagt – zwischen Burghaslach, Schlüsselfeld und Geiselwind. Eine Anmeldung zu der Wanderung mit Rückblick auf 200 Jahre fränkisch-bayerische Geschichte ist laut Pressetext nur dann erforderlich, wenn Wanderer zum Ausgangspunkt zurückgefahren werden wollen (Tel. 0 93 25- 330).

    32 Meter für die Demokratie

    Ein weiteres steinernes Denkmal bayerischer Verfassungsgeschichte ist die 32 Meter hohe Konstitutionssäule im Gaibacher Schlossgarten, die an die bayerische Verfassung von 1818 erinnern soll und zehn Jahre später eingeweiht wurde. Die Säule und die von ihr ausgehenden Demokratiebestrebungen, die auch im 1918 ausgerufenen Freistaat Bayern ihren Ausdruck fanden, werden 2018 viele der Veranstaltungen des Initiativkreises prägen.

    Kontakt zum Initiativkreis: Monika Conrad, Kleinlangheim, Tel. (0 93 25) 330 oder Handy 01 57/36 34 18 62. Mail: conrad.monika@t-online.de

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