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    KITZINGEN

    Start für seniorengerechte Wohnanlage?

    Seit 2015 stehen nur noch Mauerreste auf dem Grundstück des einstigen „Goldenen Löwen“ an der B8: Jetzt soll dort ein Bauprojekt in die Gänge kommen.

    Ruhe herrscht seit Monaten auf dem Grundstück an der Ecke Lindenstraße/Würzburger Straße, auf dem einmal das bekannte Ga... Foto: Siegfried Sebelka

    Wucherndes Grün, bröckelndes Gemäuer und von Planen verhüllte Teile der Stadtmauer bieten am Kitzinger Eisenbahnviadukt ein unschönes Bild. Noch.

    Die Reste des einstigen „Goldenen Löwen“ sollen in naher Zukunft wegkommen. „In ein paar Wochen stelle ich den Antrag auf Baubeginn“, sagte jetzt Andreas Stuckert, der auf dem Gelände und den ebenfalls abgerissenen Nachbarhäusern – Lindenstraße 15 und 17 – eine seniorengerechte Wohnanlage plant.

    Finanzierung geplatzt

    Der Noch-Schandfleck kam zäh voran. Die Anlage für betreutes Wohnen zwischen der Würzburger, der Lindenstraße und der B 8 ist seit April 2015 genehmigt. Seither ist nichts passiert. Investor Stuckert macht die lange Genehmigungsdauer dafür verantwortlich. Dadurch sei seine Finanzierung geplatzt, die nun wieder stehe. Grund genug für den Unternehmer, sein Projekt optimistisch zu sehen. Wenn in Bälde die Arbeiten beginnen können, rechne er mit einem Jahr Bauzeit.

    Das Vorhaben ist nicht gerade klein. 25 seniorengerechte Wohnungen sind geplant und eine Begegnungsstätte dort, wo einst das Gasthaus zum Löwen stand. Die Wohnanlage würde nach den bisherigen Vorstellungen des Investors gut drei Millionen Euro kosten.

    Bausubstanz ging den Bach runter

    Wenn das Ganze einmal steht, ist ein fast 20-jähriges Trauerspiel beendet. Nachdem der „Tauber“, wie der Goldene Löwe einst im Volksmund hieß, nach dem Tod der Wirtin und ihres Sohnes seine Pforten schloss, ging die Bausubstanz allmählich den Bach runter. Eine Erbengemeinschaft, der das Gebäude gehörte, wollte verkaufen, kam dabei allerdings nicht voran.

    Währenddessen nagte der Zahn der Zeit an dem einst beliebten Treffpunkt für viele Kitzinger. Vor allem das Dach gab allmählich seinen Geist auf. Ziegel stürzten runter, Wasser drang in den Dachstuhl. Die Risiken für Passanten waren dann irgendwann so groß, dass die Stadt im November 2010 das verwaiste Gebäude mit einem Sperrzaun umgab.

    Ende einer Hängepartie

    Ein Jahr später übernahm die Erbengemeinschaft die Verantwortung für das bröckelnde Bauwerk, suchte weiter nach einem Käufer und wurde 2012 fündig. Investor Stuckert präsentierte im Frühjahr eine Bauvoranfrage für die Wohnanlage und legte wenige Monate später im Finanzausschuss auch ein Konzept vor.

    Auf den Tisch des Stadtrats kam das Vorhaben erstmals 2013. Ein Sprecher des Investors verbreitete damals im Herbst viel Optimismus. Mitte 2014 könnten die ersten Bewohner im Haus einziehen, prophezeite er. Daraus wurde aber erst mal nichts. Der Goldene Löwe verfiel weiter. So extrem, dass die Stadt aus Sicherheitsgründen im Juli 2014 die Lindenstraße sperrte – wegen möglicher Einsturzgefahr.

    Investor wurde aktiv

    Wenige Tage später nahm der Investor das Heft in die Hand, baute vor dem Haus eigene Sperren auf und begann das Gebäude zu entkernen. Im April 2015 gab's dann die Baugenehmigung für die Anlage für betreutes Wohnen, wenig später begannen die Abbrucharbeiten. Seither ist auf den baulichen Resten nur die Natur aktiv.

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