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    SCHWARZENAU

    Frech wie Oskar: Selbstbewusste Fohlen

    Frech wie Oskar präsentierte sich eins der Hengstfohlen auf der Fohlenschau in Schwarzenau. Mit Karacho zog er von dannen - und wurde prompt als selbstbewusst eingestuft.

    Normalerweise haben sie noch keine Namen, wenn sie von ihren Züchtern bei der Fohlenschau in Schwarzenau dem interessierten Publikum vorgestellt werden. Da stehen die Namen der Eltern und des Großvaters mütterlicherseits sowie die Namen der Züchter eher im Vordergrund.

    Für ein Hengstfohlen hätten wir aber einen Namensvorschlag: Oskar. Denn „frech wie Oskar“ präsentierte sich das Hengstfohlen des Züchters Wolfgang Radel jun. aus Essfeld. Dem jungen Hengst blitzte der Schalk schon bei der ersten Vorstellung bei den Punktrichtern so deutlich aus den Augen, dass auch züchterische Laien ahnten, dass diese Vorstellung nicht wie die anderen verlaufen würde.

    Mit Karacho durch die Abgrenzung

    Als hätte es „Oskar“ geahnt, zog er so lange am Halfter, mit dem er an der Mutter „angebunden“ war, dass es ihm vom Züchter abgenommen wurde. Prompt deutete der junge Hengst einen Tritt gegen seinen Züchter an, um dann mit einem Freudensprung in Richtung seiner gleichaltrigen „Spielkameraden“ loszupreschen. Dumm nur, dass die hinter einer Absperrung auf ihren Einsatz gewartet hatten, und diese Abgrenzung stand zum Glück weder unter Strom noch war sie aus Holz und stellte eher eine symbolische Abgrenzung dar.

    Denn mit Karacho durchbrach sie der junge Hengst und war nur mit einigem Aufwand wieder einzufangen.

    Hohes Selbstbewusstsein

    „Alles kein Problem, so was erlebt man schon immer mal wieder“, so ein Punktrichter zum entsetzten neutralen Beobachter. Und es sprach auch einiges für den jungen Hengst, dass die Wertungsrichter diesen „Ausbruch“ als „hohes Selbstbewusstsein“ einstuften und ansonsten den Junghengst entsprechend seines „normalen“ Verhaltens und Aussehens beurteilten.

    Insgesamt waren es 34 junge Hengste und Stuten, die von den Punktrichtern zu beurteilen waren. Teilweise wurden auch die Stuten noch in die Zuchtbücher eingetragen, was sich als rein formaler Akt herausstellte. Der Nachmittag der Fohlenschau, die traditionell von Besuchern aus halb Bayern und darüber hinaus besucht wird, teilte sich in die drei Bereiche Kaltblutfohlen (die durchaus auch mal heißblütig sein können, siehe „Oskar“), deutsche Sportpferdefohlen und das Schauprogramm.

    Fohlenschau wegweisend für die Zukunft

    Eine Fohlenschau ist für die Zukunft des Nachwuchses wegweisend. Die Wertungsrichter beurteilen die Tiere nach Rassetyp/Geschlechtsausdruck, Gebäude, Bewegung und dem Gesamteindruck. Je nach den Noten kann der Züchter den Hengst oder die Stute weiter für die Zucht verwenden oder verkaufen. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Nachwuchs zu chipen und zu brennen, ohne dass sich der Besitzer zusätzlich darum bemühen muss. Welchen Weg „Oskar“ nehmen wird, ist noch offen.

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