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    CASTELL

    Deutliche Kritik am Hochwasserkonzept

    Das Hochwasser- und Rückhaltekonzept der Dorfschätze, in das die Gemeinde Castell mit eingebunden ist, kritisierten Bürgermeister Jochen Kramer und die Gemeinderäte in ihrer Sitzung.

    Das Hochwasser- und Rückhaltekonzept der Dorfschätze, in das die Gemeinde Castell mit eingebunden ist, kritisierten Bürgermeister Jochen Kramer und die Gemeinderäte in ihrer Sitzung.

    Die Vorschläge, die von einem beauftragten Fachbüro unterbreitet wurden, seien utopisch und in der Praxis nicht umzusetzen. „Wir machen unseren kleinen Regenrückhalt, alles andere ist utopisch“, sagte Kramer und stieß dabei auf Zustimmung seiner Ratsmitglieder. Kramer trug in der Sitzung ein Schreiben vor, in dem er manches der Planung in Frage stellte.

    Hintergrund ist, dass die Interessengemeinschaft der Dorfschätze als Folge des Hochwassers 2013 überlegt hat, sich künftig besser vor solchen Problemen zu schützen. Dazu ließen die neun beteiligten Gemeinden in Absprache mit den zuständigen Behörden von einem Ingenieurbüro einen aufwändigen Plan erstellen, der die Bachläufe auf dem gesamten Gebiet erfasst. Außerdem wurde ein Rückhaltekonzept in Auftrag gegeben. Das Projekt wird von öffentlicher Hand großzügig bezuschusst.

    Das Planungsbüro spielte die Möglichkeiten durch und zeigte Lösungen mit der besten Wirkung auf. Allerdings schlagen sie Projekte vor, die für eine Gemeinde wie Castell kaum machbar erscheinen. So wäre beim Ortsteil Greuth ein vier Meter hoher Wall auf einer Länge von etwa einem Kilometer zu errichten, um den Ort künftig besser zu schützen.

    Das Landschaftsbild, wie auch die Kosten, sprechen deutlich dagegen. Für den Schutz in der Gemeinde Castell wären mindestens eine Million Euro fällig, die Gemeinde müsste trotz 70 Prozent Zuschuss ziemlich tief in die Tasche greifen. In dem Zusammenhang monierte Gemeinderat Volker Hartmann, er habe den Eindruck, dass hier immer weiter geplant werde, nur weil entsprechende Fördergelder zur Verfügung stünden.

    Die Vorschläge, welche die Gemeinde Castell zum besseren Rückhalt gebracht hatte, wurden kaum berücksichtigt. Diese sahen vor, an zwei, drei markanten Stellen die Rückhalteflächen auszubauen, was mit wesentlich weniger Aufwand und Kosten verbunden wäre. Bürgermeister Kramer hob Projekte, wie das zuletzt in dem Zusammenhang erstellte am Maulensee bei Rüdenhausen hervor. Das sei wirkungsvoll, finanziell tragbar und werte das Landschaftsbild auf. Ähnliches könne er sich für Castell vorstellen.

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