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    KITZINGEN

    Im ersten Stock geht das Licht aus

    „Der Strom ist abgeschaltet“, bestätigte Rechtsanwalt Stefan Herrmann. Damit wurde das letzte Kapitel des einstigen Kaufhauses Storg eingeläutet.

    Das Kaufhaus Storg prägt mit seiner eher umstrittenen Fassade den Stadtgraben in Kitzingen. Von einem Kaufhaus – das Bil... Foto: ArchivFrank Weichhan

    „Der Strom ist abgeschaltet“, bestätigte Rechtsanwalt Stefan Herrmann. Der wurde vom zuständigen Insolvenzgericht in Würzburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Wie er sagte, verschaffe er sich derzeit ein Bild von der Situation des zahlungsunfähigen Unternehmens. Er überprüfe, ob ein Abverkauf der noch vorhandenen Waren möglich sein wird. „Die Tendenz geht eher in Richtung Nein“, sagte er auf Anfrage Anfang der Woche.

    Wenige Teilzeitkräfte

    Die Auswirkungen der Insolvenz halten sich, was die Angestellten betrifft, eher in Grenzen. Neben dem Geschäftsführer seien lediglich einige Teilzeitkräfte betroffen, so der vorläufige Insolvenzverwalter. Der stellte auch klar, dass die Insolvenz nur die KT Mode Vertrieb GmbH betreffe. Die sei lediglich Mieter im ersten Stock des ehemals größten Kaufhauses in der Stadt. Das Gebäude sei schon vor Jahren an Investoren verkauft worden. Die seien auch Vermieter für die beiden Märkte im Storg, der Textileinzelhändler NKD und die Drogeriemarktkette Rossmann.

    Dass irgendetwas nicht stimmt, bekamen die Kunden schon seit einigen Tagen mit. Die Rolltreppe, die vom NKD-Markt in den ersten Stock führt, war „aus technischen Gründen“ außer Betrieb, was immer wieder mal vorkam. Dass aber der erste Stock komplett im Dunkeln liegt, war dann doch eher deutlich.

    Lange Geschichte

    Mit der Insolvenz scheinen der Name Storg und die lange Geschichte des ehemals größten und bekanntesten Kitzinger Kaufhauses endgültig vorbei zu sein. Das ist nach dem Krieg im ehemaligen Kino Capitol aufgebaut worden. Heinrich Storg eröffnete an der Ecke Ritterstraße/Stadtgraben 1964 die erste Filiale der aus Amberg stammenden Kaufhauskette.

    Bis zu 120 Menschen arbeiteten in den 60er bis 80er Jahren bei Storg am Stadtgraben. An drei Standorten in der Stadt (Storg 1 in der Ritterstraße, Storg 2 am Königsplatz und Storg 3 im Marktplatz) verkauften sie alles, was ein Kaufhaus damals zu bieten hatte: Lampen und Möbel, Radios und Fernseher, Teppichböden und Vorhänge, Kleider und Lebensmittel. Als im Jahr 2000 die gesamte Storg-Kette Insolvenz anmelden musste, ging es auch mit dem einst umsatz- und ertragsstarken Kitzinger Haus bergab.

    Das Licht ist aus

    Thomas Storg hatte sich auf Textilien spezialisiert und das Haus 2001 wieder eröffnet. 2005 zog sich das Unternehmen aus den Verkaufsflächen im Erdgeschoss in den ersten Stock zurück und machte Platz für NKD und Rossmann. Jetzt werden im ersten Stock zusätzlich 1000 Quadratmeter frei. Dort ist allerdings erst einmal das Licht ausgegangen.

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