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    NEUSES A. BERG

    600 Jahre St. Nicolai: Fest der Verbundenheit

    400 Einwohner, ein besonderes Jubiläum: In Neuses am Berg feierte man am Sonntag das 600-jährige Bestehen der Vikarie St. Nicolai.

    Die Ehrengäste beim Festakt zu 600 Jahre Vikarie St. Nicolai am Sonntag in Neuses a. Berg (vorne von links): Christine K... Foto: Walter Braun

    Im Mittelpunkt des Kirchgartenfestes am vergangenen Sonntag stand für die beiden Kirchengemeinden der circa 400 Einwohner zählenden Gemeinde Neuses am Berg ein besonderes Jubiläum: Katholische und evangelische Christen feierten vor der evangelischen Pfarrkirche das 600-jährige Bestehen der Vikarie St. Nicolai.

    Zum Festakt am Sonntagnachmittag begrüßte der evangelische Pfarrer Ulrich Vogel, der von einem Fest der Verbundenheit sprach, neben Bürgern auch Vertreter aus dem kirchlichen- und öffentlichen Leben.

    „Die Herausforderung mit zwei Kirchengemeinden hat die Dorfgemeinschaft stark gemacht.“
    Christine Konrad, Bürgermeisterin Dettelbach

    In seinem Grußwort erinnerte Kreisheimatpfleger Heinrich Stier (Neuses a. B.) an die erste urkundliche Erwähnung der Vikarie St. Nicolai im Jahre 1417. Damals wurde durch das Domkapitel Würzburg Pfarrer Schickbold aus Prosselsheim für die geistliche Begleitung in Neuses a. Berg bestellt. Nach der Reformation im Jahre 1517 begann eine wechselhafte Geschichte um diese Kirche, berichtete Stier.

    Die beiden Religionen in Neuses am Berg – die Würzburger Fürstbischöfe samt der Äbte des Klosters Münsterschwarzach von der katholischen und die Ansbacher Marktgrafen von der evangelischen Seite – bestimmten das örtliche Geschehen.

    Lange nur eine Kirche und ein Friedhof

    Und so gab es abseits der weitreichenden Kirchenkämpfe um das Jahr 1600 in Neuses mehrmals Streit um den einzigen Kirchen- und Friedhofskomplex. 1784, so der Festredner, wurde durch das Reichskammergut zu Wetzlar der Kirchenstreit beendet und die katholische Kirche St. Nikolaus erbaut. Mit Wehmut zogen die Katholiken damals aus der gewohnten St. Nicolai-Kirche in das neu erbaute Gotteshaus um. Der Wunsch nach einer guten Zusammengehörigkeit und würdigem Nebeneinander ging durch die beiden Kirchen „weitgehend in Erfüllung“ und führte zur Beruhigung und gegenseitiger Akzeptanz, so Stier.

    Vergangenheit nicht immer konfliktfrei

    Stellvertretender Landrat Paul Streng sprach von einem wunderbaren Jubiläum und äußerte den Wunsch, dass die Kirchengemeinde St. Nicolai auch in Zukunft von Menschen für Menschen lebendig bleibt. Die Bürgermeisterin der Stadt Dettelbach, Christine Konrad, gratulierte zum großen Jubiläum. Eine Dorfgemeinschaft und zwei Kirchengemeinden, das sei in der Vergangenheit nicht immer konfliktfrei gewesen. Ihrer Aussage zufolge habe man in Neuses immer wieder interessante Lösungen gefunden. „Die Herausforderung mit zwei Kirchengemeinden hat die Dorfgemeinschaft stark gemacht“, bemerkte die Bürgermeisterin abschließend.

    Ballons und ein Seil von Kirche zu Kirche

    Weitere Grußworte sprachen Prof. Dr. Armin Mosandl im Namen der Pfarrei St. Augustin Dettelbach, Pfarrer Werner Saemann und nicht zuletzt auch Pfarrer Ulrich Vogel. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt durch den Posaunenchor und den Männergesangverein Neuses a. Berg. Aufsteigende Luftballons sowie ein gespanntes Seil mit Band und der Aufschrift „1417 - 2017“ über den Dächern zwischen den Kirchen St. Nicolai und St. Nikolaus bekundeten als symbolisches Zeichen die Verbundenheit der Kirchengemeinden.

    Mit einem Familiengottesdienst in der St. Nicolai- Pfarrkirche hatten die Festlichkeiten begonnen. Im Anschluss trat der Chor Sing mit unter der Leitung von Eva-Maria Klöhr auf.

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