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    SCHWARZACH

    Adé, lieber Pater Matthäus!

    Für viele galt er als Türöffner, als jemand, der es schafft, die Sehnsucht nach Gott zu wecken. Nun ist Pater Matthäus Sandrock im Ruhestand. Hunderte kamen zum Abschied.

    „Wer sich weiterentwickeln will, muss neue Türen öffnen“. Dieser Satz erklärte das große Poster mit Fotos von 21 Schwarzacher Türen, das Pfarrer Pater Matthäus Sandrock zum Abschied von den Verantwortlichen der Kirchengemeinden im Markt Schwarzach sowie Reupelsdorf und Dimbach bekommen hat.

    Der beliebte Ortspfarrer feierte am Sonntag mit einem festlichen Gottesdienst sein goldenes Priesterjubiläum und verabschiedete sich zugleich in den Ruhestand.

    Menschen die Tür zum Glauben geöffnet

    Ein Türöffner sei Pater Matthäus immer gewesen, beschrieb Gemeindereferentin Anette Günther das 18-jährige Wirken des Pfarrers. Er habe vielen Menschen die Tür zum Glauben und zur Kirche geöffnet, die Menschen dabei aber eigene Wege gehen lassen. Dabei sei er selbst nicht stehen geblieben und werde das in Zukunft sicher auch nicht tun. Nach einer Atempause wird Pater Matthäus ab Herbst als Hausgeistlicher in der Benediktinerinnenabtei „Maria Frieden“ in Kirchschletten (Oberfranken) wirken.

    Rund 500 Gemeindemitglieder, Freunde und Weggefährten begingen in einem festlichen Gottesdienst gleichzeitig auch das goldene Priesterjubiläum des Jubilars. Das hatte sich dieser selbst so gewünscht. Bewusst trug Pater Matthäus dazu auch das Messgewand, das er zur Primiz im Juli 1967 geschenkt bekommen hatte. Es war damals eine bewegte Zeit, erinnerte sich der gebürtige Niedersachse.

    Sprung ins kalte Wasser

    Mit 21 Jahren trat er in die Abtei Münsterschwarzach ein, die Priesterweihe war eine der ersten kurz nach Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils. Die damalige Aufbruchstimmung und neue Sicht von Kirche und Liturgie prägten ihn für sein Leben. Auch in Schwarzach versuchte er davon etwas umzusetzen, als er im November 1999 Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft wurde. „Das war für mich damals ein Sprung ins kalte Wasser“ erinnerte er sich. Nicht nur Seelsorger zu sein, sondern zugleich auch Verwalter und Chef.

    In fröhlichen wie schweren Stunden

    Dass Sandrock dies gut gelungen sei, attestierte Bürgermeister Volker Schmitt. Er schätze dessen Fähigkeiten, die biblische Botschaft in moderne Sprache zu übersetzen, wie auch die Gabe, den Alltag einer Pfarrei gut zu organisieren. Er habe ihn immer als Seelsorger erlebt, der offen für alles sei, was das Leben so bringe. In fröhlichen wie schweren Stunden habe er Menschen von der Taufe bis zum Grab begleitet.

    Dekan Peter Göttke würdigte Pater Matthäus, der gleichzeitig sein Stellvertreter war, auch als geschickten Verhandlungsleiter auf den Dekanatskonferenzen. Dessen ruhige, gelassene und liebevolle Art habe im Kreis der Hauptamtlichen sehr gut getan. Im Namen des Bischofs überreichte Göttke ihm die goldene Ehrennadel der Diözese Würzburg.

    Prior Pascal Herold hob in der Festpredigt das Vertrauen von Pater Matthäus hervor. Stets habe er sein Wirken im größeren Geschehen des Geistes Gottes gesehen. Mit dieser Haltung habe er sich auf Erfordernisse der Zeit einlassen können und sei dennoch immer nah an den ihm anvertrauten Menschen gewesen.

    Sehnsucht nach Gott wachrufen

    Irene Weidmann, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, erinnerte an die Grundsätze, die der Jubilar bei seinem Amtsantritt vor 18 Jahren nannte: als Seelsorger die Sehnsucht nach Gott wach zu rufen, ein positives Bild der Kirche zu vermitteln und dazu beizutragen, dass Menschen aufeinander zugehen. Dieses Programm habe Pater Matthäus gelebt. In den Gremien und Gruppen habe er nie dominiert, sondern begleitet und beraten. Der Blick auf die Einzelnen war ihm immer wichtig.

    Trockener Humor

    Und der Jubilar selbst? Mit gewohnt trockenem Humor sagte er allen Mitarbeitern und Weggefährten für die gemeinsamen Jahre ein herzliches Dankeschön und ergänzte dann „für Heiligsprechungen sind andere zuständig“.

    Auf den Weg in den Ruhestand gaben die Vorschulkinder ihm anschließend noch gesungene Segenswünsche mit. Auch die Ministranten und der Gesangverein gestalteten musikalisch mit. Beim anschließenden Empfang auf dem Kirchplatz spielte eine aus den verschiedenen örtlichen Kapellen gebildete gemeinsame Blasmusik.

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