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    Dienstags-Dischli: Kleinkrieg auf den Radwegen?

    Langsam muss man sich doch ein bisschen Sorgen machen. Was in diesen Tagen an Meldungen über Radfahrer reinkam, ist nicht schön und vor allem für die Betroffenen schmerzhaft.

    Handgreiflich: Bei den Körperverletzungen registrierte die Polizei 2016 die größten Zuwächse aller Deliktarten. Foto: Siegfried Farkas

    Langsam muss man sich doch ein bisschen Sorgen machen. Was in diesen Tagen an Meldungen über Radfahrer reinkam, ist nicht schön und vor allem für die Betroffenen schmerzhaft.

    Der Eindruck kann ja täuschen, aber irgendwie sind derzeit viele Radfahrer an Unfällen beteiligt und ziehen mangelns Knautschzone den Kürzeren. Erst am Freitag war es ein E-Biker, der in Kleinlangheim einem Bus zu nahe kam und sich im Krankenhaus wiederfand. Wenig später ein Radfahrer, der in Wiesentheid auf der Straße gefunden wird, nicht ansprechbar war und ebenfalls in der Klinik landete. Dann noch eine Frau, der die Begegnung mit einer Kindergartengruppe in Marktsteft – wie und warum auch immer – zum Verhängnis wurden – ebenfalls Krankenhaus. Unfälle, die passieren können, aber derzeit gehäuft auftreten. Was zeigt, dass Radfahren seine Tücken hat.

    Dazu passt, dass die Stimmung auf den Radwegen schon lange nicht die beste ist. Wenn Radler und Fußgänger mit und ohne Hund gleichzeitig unterwegs sind, gibt es Konflikte. Weil viele Radfahrer eine Klingel nicht kennen und nach dem Motto „wer bremst verliert“ an den anderen vorbeirauschen, kommt es zu gefährlichen Begegnungen. Was dabei verbal ausgetauscht wird, will man nicht wissen und schon gar nicht lesen.

    Den Hammer hat aber ein Radfahrer am Wochenende in Volkach geliefert. Wenn denn alles stimmt, was im Polizeibericht stand. Danach ist der Radfahrer auf einen Jogger zugerast. Der ist zur Seite gesprungen und hat sich dabei das Bein gebrochen. Aber damit nicht genug: Der Radfahrer soll dem auf dem Boden liegenden Jogger auch noch zweimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihm das Jochbein gebrochen haben.

    Da fällt einem nichts mehr ein. Höchstens, dass scheinbar nicht mehr nur ein lautstarker Kleinkrieg auf den Radwegen herrscht.

    Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.

    Von Siegfried Sebelka siegfried.sebelka@mainpost.de

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