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    GLOSSE

    Die Woche: Wächter der Spargelbude

    Bei viele gab es diese Woche den ersten Spargel. Und wir hatten auch ein Erlebnis mit dem Gemüse. Denn schließlich muss einer über den Spargel wachen.

    Mühsam muss der Spargel der Erde abgerungen werden (Symbolfoto). Foto: Uli Deck, dpa

    Es war die Woche, in der bei vielen von uns der erste Spargel des Jahres auf den Tisch kam. Also marschiert man los zu einer dieser Verkaufsbuden. Die dortige Verkäuferin kam gleich zur Sache: „Haben Sie mal Zeit?“, wollte sie seltsam trippelnd wissen.

    Nun denkt unsereins natürlich gleich: Sie hat dich erkannt! Bestimmt geht es um eine Zeitungsgeschichte. Weil aus Erfahrung klar ist, dass Zeit äußerst dehnbar ist und solche Gespräche gerne länger dauern, lautete die vorsichtige Antwort: „Fünf Minuten immer – ansonsten müssten wir mal einen Termin ausmachen!“

    Kurze Klopause

    Das stellte sich umgehend als ziemlich blöde Bemerkung heraus, weil die gute Frau schlichtweg nur mal kurz aufs Klo des angrenzenden Supermarktes musste und dringend jemand suchte, der kurz auf ihren Stand aufpasste. Der Frau konnte natürlich geholfen werden – ganz ohne Terminvereinbarung. Zumal die Sache auch kaum fünf Minuten dauerte.

    In diesem Zusammenhang fiel uns auch wieder ein, wie mühsam das königliche Gemüse doch dem Boden abgerungen werden muss. Pro Hektar Fläche legen die Erntehelfer mindestens fünf Kilometer zu Fuß zurück. Kommt das Auf- und Abdecken der Folien hinzu, kann sich dieser Weg auf das Dreifache verlängern. Falls das ein Mathematik-Professor liest: Vielleicht lässt sich ja ausrechnen, wieviel Meter das pro Stange sind?

    Sommerreifen im Schneematsch

    Neben der Spargel-Premiere stand diese Woche auch der Reifenwechsel auf dem Plan. Komisches Gefühl: Bei Schneetreiben und Hagel geht es zur Werkstatt, um dem Auto Sommerreifen an die Füße zu machen.

    Komplett wurde das Durcheinander, als schließlich gemeldet wurde, dass die gute, alte B 22 zwischen dem Mainfrankenpark und Schwarzach bereits geraume Zeit gar nicht mehr die B 22 ist – sondern eine schnöde Staatsstraße.

    Bis wir uns daran gewöhnt haben, wird es Jahre dauern. Oder anders gesagt: Bis dahin wird noch so manche Spargelbude zu bewachen sein.

    Die Woche blickt immer samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.

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