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    MITTELSINN

    Hans-Ekkehard Rösch: Der Chef am Holzbackofen

    Hans-Ekkehard Rösch hatte mit handwerklichen Geschick einen Holzbackofen gebaut. Mittlerweile ist dieser zu einer richtigen Backstube erweitert.

    Verführerisch duften die glänzenden Brotlaibe und die knusprigen Brötchen, die Hans-Ekkehard Rösch aus seinem in Eigenregie gebauten Holzbackofen in Mittelsinn „ausschießt“. Noch besser ist der köstliche Geschmack: Ehefrau Gabi und Tochter Sarah sind in der „Backstube Rösch“ für die Teige verantwortlich und Gabi setzt als Ernährungsberaterin verstärkt auf vollwertige Getreidesorten wie Dinkel und Roggen. Nicht minder vorzüglich munden die verschiedenen „Blootze“ mit Zwiebeln, Matte oder Lauch belegt. Aber auch bei Deftigem wie den saftigen Haxen schmeckt die backofeneigene Rauchnote. Für Süßmäuler werden unter anderem süßen Buchteln angeboten.

    Mit eigenem handwerklichem Know-how, Ausdauer und nicht zuletzt Muskelkraft hat der Feuerwehrvorsitzende Hans-Ekkehard Rösch seinen Holzbackofen um eine richtige Backstube zur Teigproduktion erweitert und das gesamte Equipment unter einem Dach vereint. An den kommenden Wochenenden, 9./10. und 16./17. Dezember, werden den Besuchern die Köstlichkeiten offeriert.

    Traum eines Backofens

    Eigentlich liegt die Idee des eigenen privaten Backofens der Röschs zehn Jahre zurück: Da erzählte Gabi, die auf einen 24-jährigen Erfahrungsschatz als Ernährungs- und Diätberaterin in einem Reformhaus und der Naturheilklinik von Weckbecker in Bad Brückenau bauen kann, ihrem Gatten Hans-Ekkehard vom Traum eines kleinen Backofens. Er, handwerklich geschickt, wusste sofort: „Das traue ich mir zu“. Spontan machte er sich Gedanken über die Ausführung und ließ einen Platz neben dem Wohnhaus in der Brachetalstraße planieren.

    Hans-Ekkehard wälzte Fachzeitschriften, Prospekte und inspizierte andere Backöfen. Er plante, kaufte Schamottsteine und -mörtel, Steinwolle zur Dämmung und schweißte die Tüte zur Backkammer sowie die Drosselklappe selbst. Gemeinsam mit einem Bekannten wurde der Holzbackofen aus dem Boden gestampft und eingehaust und bei „leichtem“ Feuer der Ofen eingebrannt, um das beim Bau verwendete Wasser verdampfen zu lassen.

    Als Ehefrau Gabi und Tochter Sarah, Auszubildende zur Konditorin, „den Traum“ begutachteten, traf sie fast der Schlag: Hans-Ekkehard hatte ganze Arbeit geleistet. Statt einem Backofen für sechs Brote hatte er einen für 24 Ein-Kilo-Brote oder 80 Brötchen gebaut.

    Eigene Backstube

    Nach dem Erfolg des Backofen-Events der Röschs bei den 2016er Adventsmärkten reifte der Entschluss zum Bau einer eigener Backstube, um die Teige fachgerecht und hygienisch einwandfrei herstellen zu können. Nun ist diese 20 Quadratmeter große Backstube mit dem Holzbackofen unter einem Dach.

    Nach dem hobbymäßigen Start im Jahre 2010 wurden bei circa sechs Backvorgängen pro Jahr jeweils zwölf Laibe aus 70 Prozent Roggen, 30 Prozent Weizenmehl und lange geführtem Natursauerteig sowie Brötchen ausschließlich aus Dinkelmehl gebacken. Für Gabi Rösch stehen frische Produkte wie das selbst gemahlene Getreide im Fokus. Als Mann am Backofen zeigt Hans-Ekkehard Kompetenz. Mit Birken- und Buchenholz wird der Ofen 24 Stunden angeheizt, um die Backtemperatur von 350 Grad zu erreichen. Dann wird der Ofen „geräumt“, Glut und Asche entfernt und die Backkammer mit einem feuchten Lappen gereinigt.

    Erst dann darf er „einschießen“. Um größere Teigmengen herzustellen, haben die Röschs sich jetzt noch eine größere Teigknetmaschine angeschafft.

    Köstliche Torten

    Die Heidenarbeit hat auch einen familiären Hintergrund. Tochter Sarah erlernt das Handwerk der Konditorin in der Wiener Feinbäckerei Heberer (Mühlheim) und zaubert jetzt schon köstliche Torten. Nun kann sie in der großen Backstube ihre kreative Ader nach eigenem Gusto ausleben.

    Für 2018 möchte Gabi Rösch weiter experimentieren: So stehen Dinkelbrötchen mit Vollkornanteil und Saatenbrote mit Dinkel, Roggen, Kürbiskern, Sesam und Sonnenblumen auf der Agenda. Alle zwei Monate soll ein Backevent mit Brotbacken, bei dem man selbst mit Hand anlegen kann, stattfinden und auch Backkurse sind vorstellbar.

    In der Federweißerzeit können ein duftender Zwiebelblootz, verschiedene Pizzen oder ein fränkischer Matteblootz auf Brotteig ein köstlicher Begleiter sein. Bei den Adventsmärkten an den beiden kommenden Wochenenden dürfen sich die Gäste auf jeden Fall auf Haxen und gegrillten Bauch aus dem Backofen freuen.

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