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    LOHR

    Nigeria Connection: Vielzahl Geschädigter im Raum Lohr

    Nachdem eine Lohrerin über Monate viel Geld an Betrüger überwies, das sie im Bekanntenkreis einsammelte, geht die Polizei nun mit aktuellen Fällen an die Öffentlichkeit.

    Passend zu unserem Bericht „Nigeria-Connection: Hohe Schäden durch Betrug im Raum Lohr“ vom Dienstag hat die Polizei Unterfranken nun den aktuellen Fall einer betrogenen Lohrerin gemeldet. Der Frau wurde laut Polizei unter anderem eine vermeintliche Auszahlung aus einem UN-Fonds (Silicon Valley) in Höhe von 79 000 Euro in Aussicht gestellt. Um das Geld zu erhalten, sollte die Frau immer wieder Vorauszahlungen leisten.

    Sie ahnte offensichtlich nicht, dass sie Betrügern aufgesessen war, und ließ sich dazu bewegen, seit Oktober 2017 mehr als 12 000 Euro über einen Online-Bezahldienst nach Nigeria zu transferieren. Aktuell seien bei der Polizei dazu zwei Strafanzeigen eingegangen, so Pressesprecher Björn Schmitt.

    Die Frau sammelte das Geld offenbar im Bekanntenkreis ein. Lohrs stellvertretender Polizeidienststellenleiter Stefan Preisendörfer spricht auf Anfrage von einer „Vielzahl“ von Geschädigten. Eine Frau aus Lohr berichtete der Redaktion am Dienstag, dass eine Bekannte dem Opfer der Nigeria-Masche rund 8000 Euro gegeben und sie hinterher angezeigt habe.


    Sache lief über einen längeren Zeitraum

    Nachdem die Polizei über Monate nichts über den Fall an die Presse vermeldete, hat sie nun den Weg an die Öffentlichkeit gesucht, offenbar weil die Sache nicht aufhört und immer wieder Personen der Frau Geld gaben. In der Pressemitteilung heißt es, die Frau aus Lohr habe über einen längeren Zeitraum größere Geldbeträge ins Ausland transferiert.

    Laut der Besucherin in der Redaktion werde in Lohr von einem Betrag von 300 000 Euro munkelt, die die auf die Nigeria-Masche Hereingefallene bisher insgesamt an Betrüger überwiesen haben soll. Das deckt sich mit der Aussage von Lohrs Polizeichef Wolfgang Remelka, der im Zusammenhang mit der „Nigeria Connection“ im September von einer Person aus dem Raum Lohr sprach, die mehrere 100 000 Euro an Betrüger überwiesen haben soll. Mehr wollte er aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht sagen.
    Lohrerin sollte immer wieder in Vorkasse treten

    Um Geld aus dem UN-Fonds zu erhalten, sollte die Lohrerin immer wieder in Vorkasse treten, so die Polizei. Die Ermittlungen in den aktuellen Fällen werden von der Polizeiinspektion Lohr geführt.
    Die Täter der „Nigeria Connection“ treten bei der Tatausführung laut Polizei derart überzeugend auf, dass die Opfer oft auch von Polizeibeamten nur schwer davon zu überzeugen sind, auf eine Betrugsmasche hereingefallen zu sein.


    Was die Polizei rät

    Das Polizeipräsidium Unterfranken rät, nicht auf Anschreiben im Internet, in denen einem Geld bei einer Vorauszahlung versprochen wird, zu antworten, sondern zur Polizei zu gehen. Auch solle niemals Geld an unbekannte Personen im Ausland überwiesen werden.

    Außerdem solle man aufmerksam sein, wenn ein Bekannter oder Verwandter einen auf ein solches Geschäft anspreche. Darauf solle man nicht eingehen und die Angelegenheit auch im Interesse des Bekannten oder Verwandten hinterfragen.

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