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    OBERSFELD

    Obersfelder Dorfladen hat guten Start hingelegt

    Beim Frühlinsfest gab es ein erstes Fazit ein dreiviertel Jahr nach der Inbetriebnahme. Zwischendarlehen schon zurückgezahlt.

    Der Dorfladen Obersfeld, hier beim Frühlingsfest, zieht mittlerweile regelmäßig Kundschaft an. Die Verantwortlichen freu... Foto: Jana Keul

    Beim Frühlingsfest freuten sich die Verantwortlichen der Dorfladen Obersfeld UG (Unternehmer Gesellschaft) in einem ersten Fazit seit der Eröffnung im Mai 2016 über die Entwicklung des Dorfladens. Anfang März konnten alle Zwischendarlehen der Gemeinde Eußenheim beglichen werden.

    „Wir haben gelernt, dass unsere Kunden treu sind, wenn wir das bestellen, was sie bei uns kaufen möchten“, sagt Jeanette Biernoth, gemeinsam mit Bernd Reitz und Wolfgang Rüth eine der drei Geschäftsführer der Dorfladengesellschaft. Mehrmals im Jahr veranstalten die rührigen Dorfladenbetreiber Sonderaktionen wie nun das Frühlingsfest, um den Laden der Öffentlichkeit zu präsentieren, wie Biernoth berichtet.

    Noch keine schwarzen Zahlen

    Es wurde mit einem schlechteren Start gerechnet. Noch schreibe der Laden keine schwarzen Zahlen, doch alle sind zuversichtlich bis Ende des Jahres kostendeckend zu arbeiten. Die von der Gemeinde Eußenheim übernommene Zwischenfinanzierung konnte durch einen Zuschuss des Amts für Ländliche Entwicklung Anfang März vollständig zurückgezahlt werden. Somit steht der Dorfladen nun komplett auf eigenen Füßen. Mit Stand vom 1. April 2017 werden vier Mitarbeiterinnen zu den ehrenamtlich Tätigen in Teilzeit und als geringfügig Beschäftigte im Dorfladen angestellt sein.

    Als Treffpunkt etabliert

    Das Angebot werde sehr gut angenommen, sind die Obersfelder froh. Auch viele Auswärtige Passanten kommen mittlerweile regelmäßig vorbei. Die Kunden kaufen ein, nehmen sich aus dem Bäcker- und Metzgerangebot etwas mit zur Brotzeit zur Arbeit oder bleiben einfach auf einen Kaffee, denn es gibt auch Sitzmöglichkeiten im Laden, die zum Plausch einladen. Einmal wöchentlich hat sich ein Kaffee- und Kuchen-Nachmittag bei den Obersfelder Senioren eingebürgert. Im Sommer ist die Kaffeeterrasse draußen ein beliebter Ort. Auch Wandergruppen kommen mittlerweile, wandern von auswärts zum Dorfladen und essen und trinken dort. „Glücklicherweise melden die sich bei uns bisher an“, meint Biernoth schmunzelnd.

    Das Konzept der Betreiber zielt darauf ab, dass sich der Kunde im Laden wohlfühlt und das bekommt, was er gerne haben möchte. „Alles, was die Leute gerne hätten, kann bestellt werden, wir sind für alles offen“, sagt Biernoth. Auch, dass der Laden saisonalen Schwankungen unterliege, habe man gelernt. Das gehe aber wieder vorbei, wie zum Beispiel die Zeit vor Weihnachten, als die Kunden wohl doch lieber zu Weihnachtsmärkten gegangen seien und dort ihre Waren bezogen, die sie normalerweise im Laden kauften.

    Der Dorfladen wirkt mit diesem Paket an Angeboten und Sonderaktionen nicht wie ein gewöhnlicher Laden Ein gewisses Extra an Freundlichkeit und Willkommenskultur ist spürbar. Der soziale Charakter des Dorfladens stehe nach wie vor im Mittelpunkt aller Anstrengungen, sagt Biernoth. Zum Frühlingsfest gibt es selbst gebackene Kuchen und Osterbasteleien zu kaufen. Neben einem Grundsortiment von etwa 1000 Artikeln sind Bioprodukte, Saisonware wie Sämereien oder regionale Produkte wie Liköre zu haben.

    Zweimal wöchentlich wird der Dorfladen beliefert, das Einräumen der Waren übernehmen die Ehrenamtlichen. „Im Dorfladen-Team ist immer etwa ein Dutzend Leute engagiert, immer mal andere“, sagt Biernoth. Der Zusammenhalt sei nach wie vor sehr gut, auch nach anstrengenden vier Jahren Planungs- und mittlerweile knapp einjähriger Betriebszeit. 125 Anteilszeichner haben sich am Projekt beteiligt, das sind über 50 Prozent der Haushalte in Obersfeld. „Es ist toll, dass jeder etwas kann und seine Talente einbringt. Doch man muss halt auch gewillt sein, einen Haufen Freizeit zu investieren“, resümiert Biernoth.

    Die Öffnungszeiten des Dorfladens sind täglich von 6 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, außer Montag- und Samstagnachmittag. Zum einjährigen Bestehen soll es im Mai ein großes Fest geben.

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