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    BILLINGSHAUSEN

    Blitzerfotos im Hexenkostüm

    Außergewöhnliche Ereignisse führen zu außerordentlichen Öffnungszeiten. So geschehen am Samstagabend in Billingshausen: Um 19.33 Uhr fand dort eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt.

    Bürgermeister Achim Müller (Bildmitte) hat sichtlich Spaß beim Rathaussturm in Billingshausen. Foto: KHV

    Außergewöhnliche Ereignisse führen zu außerordentlichen Öffnungszeiten. So geschehen am Samstagabend in Billingshausen: Um 19.33 Uhr fand dort eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt. Am Tisch saß der erste Bürgermeister Achim Müller zusammen mit acht Gemeinderäten, alles noch ganz friedlich.

    Doch plötzlich Krach und Geschrei - die Birkenfelder Hexen stürmten das Billingshäuser Rathaus. Schaurig schwarz gekleidet, mit spitzen Hüten auf dem Kopf und lauten Ratschen ausgestattet, umringten sie die Sitzungsteilnehmer. Doch damit nicht genug: Dicht auf den Fersen folgten die Feen von Billingshausen. Ebenfalls mit spitzen Hüten, aber in zartem hellblau gekleidet. In den Händen ein silberner Feenstab.

    So voll war der Ratssaal höchstwahrscheinlich noch nie. Bis auf die Straße hinaus drängten sich die Leute, um diesem ungewöhnlichen Ereignis beizuwohnen.

    Traditionell wird die Faschingssaison in der Gemeinde Birkenfeld mit dem Sturm des Birkenfelder Rathauses eröffnet. Doch diese Saison feiert der Faschingsverein von Billingshausen zudem sein 30-jähriges Bestehen. Also fegten die Hexen kurzer Hand das dortige Rathaus. Mit rauchiger, kratziger Stimme übernahm Oberhexe Annette Hörning nach der offiziellen Eröffnung durch Müller die Sitzung. Ein witziger Schlagabtausch folgte. Doch schnell war das Thema der Birkenfelder Hexen klar: die B26n muss her. Eng sind die Straßen in der Ortsdurchfahrt, keine Parkplätze vorhanden. Wenn dann noch ein Lkw kommt, wird es gefährlich. Und noch dazu die „Hübbeli“ in der Straße und die „Blitzemaschine“ – ein großes Ärgernis, wenn man es eilig hat.

    Das nächste Foto „Raser des Monats“ zeige bestimmt eine Person im Hexenkostüm. Aber alles Schnee von gestern mit einer B26n. Zusätzlich könnte man dann auch für Billingshausen einen Kreisverkehr bauen – der wäre an Weiberfasching in der Mitte mit einer Hexenfigur geschmückt.

    Insgesamt war es eine sehr musikalische Sitzung. Begleitet vom Teufel (Josef Hörning) mit seinem Akkordeon, wurden die Forderungen, Argumente und Geschichten überwiegend in Liedform vorgetragen. Auch Bürgermeister Achim Müller antwortete singend. Erst bedächtig leise, dann zunehmend lauter und stimmgewaltig wurde er kräftig unterstützt durch rhythmisches Klatschen.

    Mit ihrem Gedicht „Zauberstab, Zauberstab, gib uns die Macht, die immer und überall über unseren Gemeinderat wacht“ besänftigte Elfe Susi die Gemüter wieder. Frieder Hüsam, Vorsitzender des Elferrates und Mitglied im Gemeinderat, beendete die außergewöhnliche und stimmungsvolle Sitzung. Gut gelaunt machten sich die Teilnehmer gemeinsam auf den Weg zur Festhalle zur Inthronisierung des diesjährigen Prinzenpaares.

    ubr

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