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    GEMÜNDEN

    Karli Keiler: Fremde und bekannte Männer

    Über resolute Damen und sich abstrampelnde Bundestagsabgeordnete räsoniert der Keiler in seiner Samstagsbetrachtung.

    Wieder einmal hat der Gemündener Stadtratsneuling Thomas Schmitt am Rad gedreht, und zwar an dem der Geschichte. Man eri...

    Stellen Sie sich vor, Sie sind eine ältere Dame über 80, sitzen abends um 8 Uhr gemütlich daheim und tun, was man als ältere Dame um diese Zeit eben für gewöhnlich tut. Auf einmal schellt es an der Türe. Sie als ältere Dame fahren zusammen und es schießen sofort Gedanken und Befürchtungen durch den Kopf. Angehörige haben Sie vor Ort keine, die unangemeldet vorbeikommen, und Bekannte rufen normalerweise an. Sie wagen sich trotzdem zur Tür – und da steht ein Ihnen völlig unbekannter Mann.

    Betrüger, Trickdiebe und Autmatendiebe

    Und der äußert, was nicht gerade zur Entspannung der Situation beiträgt, dass er gerne eintreten und sich umschauen möchte, da er gedenke, das Haus käuflich zu erwerben. Und Sie denken sich dann: Haus kaufen? Es steht doch gar nicht zum Verkauf. Das ist einer älteren Dame im Sinngrund tatsächlich passiert. Was tun? Von Betrügern und Trickdieben, Lampenzerschießern und Kaugummiautomatendieben hat man ja schon zur Genüge gehört. Resolut und geistesgegenwärtig hat die uns mittlerweile ans Herz gewachsene Dame den stürmischen Herrn abgewiesen. Solange sie von möglichen Verkaufsabsichten ihres Vermieters nichts wisse, hat sie dem Karli erzählt, werde sie einen Teufel tun und wildfremde Mannspersonen in ihre Gemächer lassen.

    Alles für die Gunst der Wähler

    Den Rützels Bernd würde sie hingegen wahrscheinlich eintreten lassen. Der dürfte ihr inzwischen aus Presse, Funk und Fernsehen bekannt sein. Was strampelt der sich aber auch ab im Wahlkampf! Er krault, radelt, gibt Eis aus, stellt alte Telefonzellen hin – alles für des launischen Wählers Gunst. Es fehlt eigentlich nur noch, dass er ein Supermann-Kostüm anzieht, aber statt mit einem roten „S“ auf gelbem Grund mit einem roten „R“ in womöglich grüner Raute auf der muskulösen Brust. Dann fliegen ihm die Wählerherzen sicher zu.

    Wieder in den Bundestag will auch der Michelbachs Hans. Von dessen Wahlkampf kriegt man in seiner Heimatstadt freilich wenig mit, schließlich will er ja für die dort oben in Coburg und Kronach nach Berlin. Aber in Sachen Nebeneinkünfte kann der Bernd gegen den Hans nicht anstinken. Hat der Hans Nebeneinkünfte von rund einer Million im Jahr, taucht der Bernd noch nicht einmal unter den Top 100 der Bundestagsabgeordneten auf. Man möchte dem Bernd fast den Tipp geben, dass im Brunnen am Gemünnemer Marktplatz neuerdings öfter Münzen liegen.

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