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    LOHR

    Ein Logo für die Alte Turnhalle

    Seit rund einem Jahr gibt es in Lohr eine Kulturinitiative, die aus dem aufgelösten städtischen Kulturbeirat entstanden ist und sich jetzt öffentlich vorstellte.

    Die Skulptur „Entwicklung“ von Kurt Grimm, die während der letztjährigen Ausstellung der Künstlergruppe SpessArt vor der... Foto: Kurt Grimm

    Seit rund einem Jahr gibt es in Lohr eine Kulturinitiative, die aus dem aufgelösten städtischen Kulturbeirat entstanden ist. Am Donnerstagabend stellte sie sich bei einem Pressetermin im Weinhaus Mehling vor. Für das städtische Kulturamt sei die Kulturinitiative „sehr wertvoll“, sagte dessen Leiter Peter Häring.

    Laut Wolfgang Weismantel handelt es sich bei der Kulturinitiative um keine feste Vereinigung, auch um keine Einrichtung der Stadt, sondern um einen offenen Treffpunkt ohne Satzung. Es gebe regelmäßige Treffen mit dem Ziel, Ideen und Perspektiven zu entwickeln, die für das kulturelle Leben in Lohr spannend sein könnten.

    Diese Ideen und Perspektiven wolle man dann auch nach außen tragen, beispielsweise ins städtische Kulturamt oder in den Stadtrat. Es könne sich dabei um konkrete Veranstaltungen oder konkrete Projekte handeln, aber auch um Themen wie „Außendarstellung der Stadt“, so Weismantel. Am Mittwoch sei er beispielsweise als Vertreter der Kulturinitiative bei einem Treffen dabei gewesen, in dem es um um die Frage eines City-Managers für Lohr gegangen sei.

    Ein konkretes Projekt der Kulturinitiative ist laut Weismantel die Anregung, die 9000 Euro teure Eisenskulptur „Entwicklung“ des Kleinrinderfelder Bildhauers Kurt Grimm mit Spendengeldern und Geld aus dem Bürgerbudget zu kaufen und vor der Alten Turnhalle dauerhaft aufzustellen; diese Skulptur stand dort bereits einige Zeit im Rahmen der letztjährigen Kunstausstellung der Gruppe SpessArt.

    Ergänzend dazu sagte Kulturamtsleiter Häring, dass für das geplante Aufstellen der Skulptur ein Bauantrag gestellt werde. Dieser Bauantrag werde zusammen mit dem Antrag auf Anbringung eines Logos an der Alten Turnhalle gestellt.

    Häring zufolge hat die Kulturinitiative lange über ein Logo für den Veranstaltungsort Alte Turnhalle diskutiert. Schließlich seien der Stadtverwaltung mehrere Vorschläge vorgelegt worden, aus denen die Verwaltung einen ausgewählt habe, der nun umgesetzt werden solle.

    Laut Krystyna Kuhn geht es der Kulturinitiative auch darum, ein Netzwerk zu bilden. So habe man sich beispielsweise schon mit dem Jugendbeirat getroffen und eine Stellungnahme im Stadtrat zur Beteiligung ausstellender Künstler an den Kosten solcher Veranstaltung abgegeben. Dabei habe man den Kompromiss erreicht, dass für Kunstausstellungen keine pauschalen Gebühren erhoben werden, sondern lediglich beim Verkauf eines Kunstwerkes zehn Prozent an die Stadt gehen.

    Weiteres Ziel der Kulturinitiative ist Kuhns Worten zufolge das Analysieren. Es gehe beispielsweise darum, herauszufinden, welche Veranstaltungen in der Stadthalle auch Übernachtungsgäste bringen könnten oder wie es zu schaffen sei, die Alte Turnhalle zu einer Marke zu entwickeln.

    Man wolle Modellprojekte für Lohr entwickeln, ergänzte Weismantel, und dabei auch die Stadtteile und die Jugend mit einbinden. Kuhn könnte sich vorstellen, in der Stadthalle nach Steinfelder Vorbild eine Kinderuni anzubieten.

    Sowohl Kuhn als auch Weismantel betonten, dass die Kulturinitiative nicht der Organisator sei, sie wolle nur Anstöße geben.

    Wiederbeleben möchte die Kulturinitiative das Thema Lohrer Kunstpreis, das nach der vieldiskutierten Aufstellung des Wittstadt-Schneewittchens in einen dornröschenähnlichen Schlaf verfallen ist. Laut Kuhn soll - voraussichtlich 2018 - ein Preis für das beste Kinder- beziehungsweise Jugendbuch verliehen werden. Laut Häring ist bereits im städtischen Haushalt dieses Jahres Geld für ein solches Jugendliteratur-Festival, bei dem es unter anderem auch Lesungen geben soll, eingestellt. Neben einem Preisgeld könnte dem Gewinner eventuell eine kleine Horrorwittchenstatue winken, hieß es.

    Eine weitere Idee der Kulturinitiative ist das laut Kuhn zeitintensive Projekt „Eine Stadt liest ein Buch“. Dabei sollen „ungewöhnliche Leser an ungewöhnlichen Ecken“ ein Buch komplett vorlesen.

    Nicht nur eine Idee, sondern fest eingeplant ist bereits, dass der Gewinner des ersten Lohrer Kunstpreises und Schöpfer der Schneewittchenskultpur vor der Stadthalle, Peter Wittstadt, vom 1. bis 14. September in der Alten Turnhalle ausstellen wird.

    Zu den regelmäßig stattfindenden Treffen der Kulturinitiative lädt Kuhn aktuell rund 15 Leute ein, von denen durchschnittlich knapp zehn kämen. Lohrer, die ebenfalls zu den Treffen eingeladen werden möchten, sollen ihre E-mail-Adresse an Peter Häring schicken (phaering@lohr.de).

    Von unserem Mitarbeiter Wolfgang Dehm

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