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    BURGSINN

    Sabine Schlagbauer als Pfarrerin eingeführt

    Regionalbischöfin Gisela Bornowski führte die 31-jährige Sabine Schlagbauer in das geistliche Amt als Pfarrerin ein. Damit ist die pfarrerlose Zeit in Burgsinn beendet.

    Ein großer Tag für die evangelische Kirchengemeinde und den mittleren Sinngrund: Nach zwei Jahren der Vakanz ist die Pfarrerstelle in Burgsinn wieder besetzt. Die Regionalbischöfin im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg, Oberkirchenrätin Gisela Bornowski, führte Sabine Schlagbauer am Samstag in einem Festgottesdienst in der voll besetzten Dreieinigkeitskirche in das Amt ein. 75 Prozent arbeitet die 31-Jährige für die Burgsinner Pfarrstelle, die restlichen 25 Prozent für das Dekanat.

    Zum Einzug mit vielen Ehrengästen darunter die Abgeordneten Alexander Hoffmann und Bernd Rützel, 15 evangelischen Pfarrern und Vertretern der Vereine spielte der Posaunenchor in großer Besetzung „Tut mir auf die schöne Pforte“.

    Dank an Ehrenamtliche

    Der Lohrer Dekan Till Roth bezeichnete den 18. März als besonderen Tag für Sabine Schlagbauer und die evangelische Kirchengemeinde Burgsinn. Er freute sich, dass die pfarrerlose Zeit vorbei ist, in der der Mittelsinner Pfarrer Gunnar Zwing die Vertretung übernommen hatte. Der Dekan sprach besonders den Ehrenamtlichen der Pfarrgemeinde seinen Dank aus, die ausgezeichnet mitgearbeitet hätten, diese Zeit zu überbrücken.

    Regionalbischöfin Bornowski überreichte der neuen Pfarrerin die neue Altarbibel zur Verkündigung des Wortes Gottes, die die Landeskirche im Luther-Jubiläumsjahr allen Kirchengemeinden spendiert. Wie ein roter Faden zog sich Schlagbauers Konfirmationsspruch „Ich möchte dem Herrn lobsingen, Gott loben und ehren“ durch die Predigt der Regionalbischöfin. Endlich sei die Pfarrstelle Burgsinn wieder besetzt, die Gemeinde erleichtert und auch der Dekan, weil sich wieder eine Lücke schließe. Die Ordination sei die wichtigste Station im Leben eines Pfarrers, da die absolvierte Leistung anerkannt werde. Dazu gratulierte die Regionalbischöfin.

    Glückliche Hand für Gemeinde

    Sie ging auf Schlagbauers ursprünglichen Berufswunsch Musikerin ein. „Musik ist ein Mittel gegen die Angst, gibt Zuversicht, Mut und Freude und ist ein Geschenk und Gabe Gottes“, betonte Bornowski. „Gott ist grundsätzlich die beste Adresse für unser Anliegen, schenken wir ihm einfach Vertrauen.“ Mit diesen Worten wünschte sie der neuen Pfarrerin eine glückliche Hand für die neue Gemeinde und genügend Zeit, sich der geliebten Musik zu widmen.

    Dann begann unter der Leitung der Oberkirchenrätin die Ordination, die Berufung, Segnung und Sendung zum Dienst. Gewählte Assistentinnen begleiteten die angehende Pfarrerin bei der Segnung mit Bibelworten und durch Handauflegen. Schlagbauer hatte stellvertretend für alle Generationen Edith Roth (Kirchenvorstand Burgsinn), ihre Mentorin in der Vikariatzeit Pfarrerin Christine Stradtner (Gnötzheim) sowie ihre Studienkollegin und Freundin Vikarin Johanna Krieger (Augsburg) ausgewählt.

    Per Handauflegung ordiniert

    Bornowski und die Assistentinnen segneten per Handauflegung die neue Pfarrerin und nahmen die Aussendung an die neue Pfarrstelle Burgsinn vor. Abschließend überreichte die Regionalbischöfin das Ordinationskreuz an Schlagbauer. Diese lud alle Gäste zum feierlichen Abendmahl ein, das wegen der vielen Besucher als Wandelkommunion mit zwei Stationen gefeiert wurde. Bei den vorbereitenden Gebeten und Gesängen war zum ersten Mal Schlagbauers Sopranstimme zu hören. Beim Auszug aus dem Gotteshaus ließen nicht nur die Glocken der Dreieinigkeitskirche, sondern auch die der benachbarten Michaelskirche das Festtagsgeläut erklingen. Pfarrerin Schlagbauer lud Gemeindeglieder und Gäste zum Empfang und zur persönlichen Begegnung in das neue katholische Pfarrheim ein.

    Die kleine Vicky Walther überreichte ihrer neuen Religionslehrerin ein selbst gestaltetes Bild mit allen Unterschriften der Burgsinner Grundschüler.

    Wunderbare Einführung

    Willkommensgrüße und Glückwünsche übermittelten Bürgermeister Robert Herold, Pfarrer Zwing, die Seniorin des Pfarrkapitels Pfarrerin Barbara Weichert, stellvertretende Landrätin Sabine Sitter, der katholische Pfarrer Dr. Edward Zarosa, der katholische Kirchenpfleger Alfons Werner und Mentorin Pfarrerin Stradtner. Abschließend dankte Pfarrerin Schlagbauer für „die wunderbare Amtseinführung“.

    Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatte der Posaunenchor übernommen, den Bezirkskantor Mark Genzel leitete, der auch die Orgel spielte. Der ökumenische Singkreis unter der Leitung von Daniela Alsheimer gestaltete den Empfang musikalisch. Beim letzten Lied, „Oh happy day“, als der Singkreis alle Register seines Könnens zog, trat die neue Pfarrerin dem Ensemble bei.

    Sabine Schlagbauer

    Die Vorfreude in Burgsinn war groß. Zwei Jahre war das Pfarrhaus verwaist, nun ist wieder Leben darin. Die 31-jährige Sabine Schlagbauer, die neue Seelsorgerin der Dreieinigkeitskirche, ist eingezogen.

    Die junge Frau aus dem 300 Einwohner zählenden Bernhardswinden nahe Ansbach wuchs in einem wohlbehütenden, von mütterlicher Seite kirchlich geprägten Elternhaus und mit vielen Tieren auf. Namentlich Schafe hatten es ihr angetan. In einiger Zeit könnten durchaus welche im Pfarrgarten weiden, erklärte sie lächelnd.

    Der Kindergottesdienst in der Christuskirche hat die kleine Sabine geprägt, mit zwölf Jahren ging sie zur Jungschar und später war sie im Christlichen Jugendbund der Landeskirchlichen Gemeinschaft (LKD) aktiv. Diese hatte in Schlagbauers Heimatort ein Gemeinschaftshaus, in dem sie vom 15. bis zum 22. Lebensjahr in der Jugendarbeit tätig war.

    Während der Gymnasialzeit in Ansbach wurde ihre musikalische Begabung entdeckt und gefördert: Die Schülerin spielte Gitarre, Klavier, Bass, Schlagzeug und bevorzugt Querflöte. Sie leitete sowohl einen Chor wie auch eine Band. Außerdem engagiert sich Schlagbauer als Leiterin von Hauskreisen, Theater- und Musikgruppen, Chören sowie Jungscharen und widmet sich weiterhin Gesang und Flötenspiel.

    Da sie eine schöne Sopranstimme hat, dachte sie auch an ein Gesangsstudium, entschied sich nach dem Abitur jedoch für das Studium der Theologie und studierte in Leipzig, Tübingen und Neuendettelsau. Von September 2014 bis März 2017 war Schlagbauer als Vikarin in der Pfarrei Gnötzheim (Dekanat Uffenheim) tätig. Sie lebt zusammen mit Partner Marius Müller. (KLB)

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