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    LOHR

    Dem Fußball gehört seine Leidenschaft

    An diesem Samstag begeht Manfred Krautwald, bis 2000 Leiter der Raiffeisenbank-Stadtfiliale, seinen 80. Geburtstag. Sein Name ist eng verbunden mit dem TSV Lohr.

    Manfred Krautwald wird an diesem Samstag 80 Jahre alt. Foto: Rita Gress

    An diesem Samstag begeht Manfred Krautwald, bis 2000 Leiter der Raiffeisenbank-Stadtfiliale, seinen 80. Geburtstag. Sein Name ist eng verbunden mit dem TSV Lohr und der Fußballabteilung. Hier hat er sich über Jahrzehnte als Aktiver, Organisator und nimmermüder Schaffer eingebracht.

    Viele Auszeichnungen hat er bekommen, unter anderem 1988 die Verdienstmedaille in Gold des Landkreises. Die Fußballabteilung ernannte ihn 1997 zum Ehrenmitglied, 2006 wurde er in den TSV-Ehrenrat berufen. Im Februar diesen Jahres setzte eine schwere Erkrankung, die die Sprechfähigkeit und Mobilität des Jubilars stark einschränkt, Krautwalds ehrenamtlichem Engagement ein Ende. „Seit ein paar Wochen geht es dank Physiotherapie zuhause aufwärts“, sagt Ehefrau Brigitte („Gitti“).

    Manfred Krautwald nickt und lächelt. Jammern kommt für ihn nicht infrage. „Wie wir den Geburtstag gestalten, hängt von der Tagesform meines Mannes ab“, meint Brigitte Krautwald. Beide sind seit 1960 verheiratet. In jedem Fall sind die beiden Söhne Peter (Wiesthal) und Matthias aus Lohr und die drei erwachsenen Enkel zum Geburtstag da.

    Der Fußball zieht sich bis heute wie ein roter Faden durch das Leben des Jubilars. Kein Tag, an dem er nicht Spiele im Fernsehen verfolgt oder in der Zeitung liest, wie sich seine TSV-ler schlagen. Oft blättert er in „Stadiumsjournalen“ des TSV und betrachtet darin Fotos, auf denen er selbst noch als Aktiver zu sehen ist.

    Ebenso interessieren ihn TV-Kochsendungen. Auf die Frage, ob er dann Lust bekomme, selbst zum Kochlöffel zu greifen, sagt er: „Und wie.“ Er wollte einst Koch und Konditor werden und auf einem Schiff anheuern. Seinem Hobby Backen frönte er bis 2016. Weihnachten ohne zig Sorten Plätzchen und 40 Christstollen, die er mehrheitlich verschenkte, wäre für ihn undenkbar gewesen. Kein Weinfest des Fördervereins Fußball, an dem der Organisator nicht in aller Frühe am Herd stand, um zur Eröffnung einen ofenwarmen Kuchen mitbringen zu können.

    Manfred Krautwald wuchs mit seinem Zwillingsbruder Gerhard und dem zehn Jahre älteren Bruder Werner (München) in der Stadtmühlgasse auf. Ihr Vater Karl, aus Neiße stammend und einst Leiter der Kupsch-Filiale in der Turmstraße, war 1942 bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen. Mutter Anna musste mit ihren Kindern 1945 ihr Haus verlassen. Beim Einmarsch der Amerikaner war es von einer Panzerfaust getroffen worden und brannte ab.

    Hoch talentierter Abwehrchef

    Krautwald erhielt nach Ende der Handelsschule in Wertheim einen Lehrvertrag als Koch und Konditor im Café Mann. Unterschrieben hat er ihn nicht. Er hätte sonntags arbeiten müssen, doch da wollte der talentierte Fußballer auf den Platz. Bereits als 17-Jähriger spielte er in der ersten Lohrer Mannschaft, von 1957 bis 1959 in der Unterfrankenauswahl. Angebote hochklassiger Vereine lehnte er ab. Der Abwehrchef blieb Lohr treu und stieg mit dem TSV zweimal in die Landesliga auf.

    Krautwald war Jugendtrainer und Schatzmeister der Fußballer und wollte 2007 nach einer Herzoperation eigentlich kürzer treten – stattdessen organisierte er wie gehabt das Weinfest und half beim Altstadtfest mit.

    ta

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