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    KARLSTADT

    Sack Zement!: Jugendbanden

    Am vergangenen Sonntagnachmittag klingelte es an meiner Haustüre. Nichts Böses ahnend öffnete ich dieselbe und erkannte eine vierköpfige Gruppe von Halbwüchsigen in eigenartiger, orientalisch aussehender Kleidung. Mindestens eine der Personen war weiblich und hatte eine seltsame Kopfbedeckung, eine Mütze oder ein Kopftuch? Einer von ihnen war eindeutig von dunkler Hautfarbe.

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    Am vergangenen Sonntagnachmittag klingelte es an meiner Haustüre. Nichts Böses ahnend öffnete ich dieselbe und erkannte eine vierköpfige Gruppe von Halbwüchsigen in eigenartiger, orientalisch aussehender Kleidung. Mindestens eine der Personen war weiblich und hatte eine seltsame Kopfbedeckung, eine Mütze oder ein Kopftuch? Einer von ihnen war eindeutig von dunkler Hautfarbe.

    Trotz ihrer exotischen Erscheinung fiel mir auf, dass sie erstaunlich gut Deutsch, ja sogar den heimischen Dialekt sprachen, als sie vorgaben, sie seien Könige aus dem Morgenland. Ich dachte sofort an unbegleitete Jugendliche aus dem Nahen Osten

    Ein Stern habe sie aus dem Orient hierhergeführt, um ein Kind in der Krippe zu finden, behaupteten sie in Reimform. Angesichts des langen trüben Wetters wurde ich sehr misstrauisch. Kaum dass man den Vollmond gelegentlich hinter der Wolkendecke sehen konnte, einen Stern schon gleich gar nicht. Ohne Navi?

    Unter dem Vorwand, sie hätten Geschenke und Segenswünsche dabei, verschafften sie sich kurzerhand Zutritt zu meinem Wohnzimmer und scheuten dort, trotz ihres offensichtlich muslimischen Migrationshintergrunds nicht einmal davor zurück, christliche Lieder zu singen. Dabei schwenkten sie heftig ein Weihrauchgefäß, das sofort betörende halluzinogene Duftwolken ausstieß. Wohin das führen kann, hat man ja kürzlich im Kloster Münsterschwarzach gesehen!

    Mit dem Rest meines Bewusstseins fragte ich erneut nach ihrem Begehr und wer sie eigentlich seien. Kaspar, Melchior und „ich bin der Balthasar aus Sansibar“, antwortete der eine in psychodelischem Singsang. Also doch ein Wirtschaftsflüchtling aus Ostafrika, dachte ich mir.

    Um nicht als migranten- oder gar kinderfeindlich zu gelten - und um sie loszuwerden - warf ich ihnen schließlich einen Geldschein in ihre goldfarbene Blechkiste und begleitete sie zur Tür. Statt es nun aber mit Dankesworten gut sein zu lassen, zückte der schwarze Balthasar eine bunte Kreide und schrieb damit „20*C+M+B*18“ auf meine Haustür. C - M - B? Aufgrund meiner durchaus geringen Lateinkenntnisse recherchierte ich im Internet und fand auf der Seite des „Postillion“ die Erklärungsmöglichkeit „Cleptis Mansio Beneficiaria“ – Dieben als Wohltat geltendes Haus„? Ein polizeilicher Ratgeber empfahl, unbekannte Gaunerzinken an Häusern sicherheitshalber umgehend zu entfernen. Zwei Tage später konnte ich in der Zeitung lesen, dass ich längst nicht als einziger von derartigen Gästen heimgesucht worden war. Zwei volle Seiten mit Bildern von ähnlichen Jugendbanden war dort abgedruckt. Das Ganze scheint doch System zu haben!

    Von Günter Roth redaktion.main-spessart@mainpost.de

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